26.07.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

26.7.2004: Stammplatz Anklagebank - In Kalifornien Sammelklage gegen Bayer AG

In den USA ist eine Sammelklage gegen die Bayer AG sowie gegen Hoechst Marion Roussell (HMR) und Barr Laboratories eingereicht worden. Agenturmeldungen zufolge wurde sie wegen angeblicher Wettbewerbsverletzungen im Zusammenhang mit dem Antibiotikum Ciprobay zugelassen. Eine Patentvereinbarung der Unternehmen habe Konsumenten in dem US-Bundesstaat die Möglichkeit verschlossen, für eine gewisse Zeit günstigere Ersatzprodukte (Generika) zu erwerben. Erst kürzlich hatte sich der Chemie- und Pharmakonzern mit dem Justizministerium in Washington darauf geeinigt, sich wegen Preisabsprachen bei Kautschukchemikalien für schuldig zu erklären und rund 53 Millionen Euro Strafe zu zahlen (wir berichteten: ECOreporter.de-Beitrag vom 15. Juli ).

Im Mai vergangenen Jahres hatte Bayer rund 251 Millionen Dollar Schadenersatz sowie eine Geldbuße in Höhe von 5,6 Millionen Dollar für den Skandal um das Antibiotikum Ciprobay zahlen müssen. Das Leverkusener Unternehmen hatte sich schuldig erklärt, sein Medikament "Cipro" nicht bei der US-Gesundheitsbehörde FDA angemeldet zu haben. Damaligen Meldungen zufolge war Ciprobay das einzige zugelassene Mittel gegen Lungenmilzbrand. Bayer habe nach den ersten aufgetretenen Milzbrand-Fällen in den USA auf den Patentschutz seines Antibiotikums Ciprobay bestanden und damit die Zulassung preiswerterer Nachahmerprodukte verhindert. Erst nach heftigen Auseinandersetzungen mit dem amerikanischen Gesundheitsministerium, das sich auf einen nationalen Notfall berufen habe, seien diesem von Bayer kräftige Rabatte auf seine Ciprobay-Tabletten zugestanden worden. Der US-Verbraucheranwalt Ralph Nader habe in seinem Magazin "Multinational Monitor" das Verhalten des Konzerns nach den Milzbrand-Anschlägen kritisiert und den Stein ins Rollen gebracht (weitere Hintergründe erfahren sie im ECOreporter.de-Beitrag ).

Die Bayer-Aktie ist in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds und Indices enthalten.

Bayer AG: ISIN DE0005752000 / WKN 575200

Bildhinweis: Schatten der Vergangenheit belasten den Bayer-Konzern / Quelle: Unternehmen
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