27.03.02 Nachhaltige Aktien , Meldungen

27.03.2002: Sea Power International: Wellen sollen in Schottland und Deutschland Strom liefern

(MF) Die Sea Power International AB aus Stockholm
(Schweden) entwickelt Projekte zur Wellenenergienutzung.
Systeme wie eine Stromturbine und ein Wellenenergieumwandler
sollen Strömungs- und Wellenkraft
nutzen, um Strom zu produzieren. Die Aktie der
1987 gegründeten Sea Power wird seit Juli 2000
außerbörslich gehandelt und kann über die BörsInsikt
Fondkommission AB bezogen werden. Etwa 500 Aktionäre,
so das Unternehmen, seien derzeit beteiligt.

Riesiges Potenzial

Mit einem von Experten prognostizierten Investitionsvolumen
von weltweit bis zu 750 Milliarden Euro soll
Wellenkraftprojekten künftig ein höherer Stellenwert
im Bereich der erneuerbaren Energien zukommen. In
einer Studie von Kai-Uwe Graw, Professor für "Grundbau
und Wasserbau" an der Universität Leipzig, heißt
es: "Das weltweite, vom Wind angefachte Auf und Ab
der Wellen ist ein riesiges Energiepotenzial. Für Irland
und Großbritannien wird vorhergesagt, dass 50 Prozent
beziehungsweise 30 Prozent des Strombedarfs
aus Wellenenergie erzeugt werden könnte."
Allein in Europa würden Wasserwellen mit einer Gesamtenergiemenge
von rund einer Milliarde Megawattstunden
pro Jahr gegen die Küsten schlagen. Zu
den Gebieten mit dem größten Wellenaufkommen
zählt neben den Britischen Inseln die Nordsee, die
Norwegische See und die Küstengebiete der USA.
Die EU habe das Potenzial erkannt. Kai-Uwe Graw:
"Die Nutzung der Wellenenergie in Europa ist durch
die vermehrte Förderung der Wellenenergie im Rahmen
des Forschungsprogramms für nichtnukleare
Energien ‘Joule-Thermie‘ der EU in den vergangenen
Jahren reaktiviert worden."

Wasserturbinen erzeugen den Strom

Die von Sea Power entwickelten Wellenkraftwerke
produzieren Energie durch den Einsatz von Wasserturbinen. Auftreffende Wellen sollen durch einen ansteigenden
Kanal in ein Speicherbecken geleitet werden.
Das von dort wieder abfließende Wasser soll
Wasserturbinen zur Stromerzeugung antreiben. Tiefe
und Ausrichtung seien per Computer ständig veränderbar,
so dass sich das Wellenkraftwerk den unterschiedlichen
Strömungsrichtungen und Wellengrößen
anpassen könne. Das neueste Projekt, ein 120 Meter
langer und 1.200 Tonnen schwerer Stahl-Kahn, soll
laut Sea Power eine Maximalleistung von 1,5
Megawatt erreichen. Der produzierte Strom wird
durch Kabel im Meer zum Festland transportiert.

Präsenz in Großbritannien festigen

In Zusammenarbeit mit dem schottischen Unternehmen
Wavegen und einem Joint Venture mit britischen
Stromgesellschaften plant Sea Power die Errichtung
von Wellenkraftwerken vor der Küste Schottlands und
den Shetland Inseln.

Das Joint Venture mit britischen Energiegesellschaften
ist mit einem bis 2014 laufenden Vertrag verknüpft,
der die Stromlieferung zu den Shetland Inseln
festsetzt. Nach einem Bericht der Shetland Times
betragen die Kosten für das Projekt rund 2,7 Millionen
Britische Pfund. Sea Power plant eine jährliche
Stromproduktion von etwa 52 Gigawattstunden
(GWh). Die im September 2000 gegründete
Tochterfirma Sea Power of Scotland Ltd. soll die
Präsenz auf dem britischen Markt festigen. Etwa 30
Milliarden Pfund sollen in Großbritannien zukünftig in
die Entwicklung von Wellenkraftprojekten investiert
werden.

Sea Power: "Wegweisende Verhandlungen"

Zur Zeit verhandelt der Sea Power Präsident Inge Peterrson
mit möglichen strategischen Partnern in Südfrankreich.
Nähere Informationen ließ er gegenüber
ECOreporter.de nicht verlauten und stellte nur "interessante
Verhandlungsergebnisse" in Aussicht.
Mit konkreten Abschlüssen sei in den nächsten Monaten
zu rechnen. Nicht nur der geplante Börsenstart
von Sea Power "hänge zum Teil von den Resultaten
der laufenden Verhandlungen ab". Petersson weiter:
"Wir interessieren uns sehr für den deutschen Markt
und werden im Anschluss an die derzeitigen Verhandlungen
höchstwahrscheinlich in Deutschland eine Vertretung
oder Niederlassung gründen."
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