27.11.02

27.11.2002: Gerling wirft Ballast ab - Aufwind für Gerling-Nachhaltigkeitsfonds?

Zum Jahreswechsel trennt sich die Versicherungsgruppe Gerling von ihrer verlustbringenden Rückversicherungssparte. Käufer ist die Investorengesellschaft Lago Achte des erfahrenen Rückversicherers Achim Kann. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet will die Firma das Geschäft nicht selbst weiterführen. Vorgesehen sei vielmehr, dass die Rückversicherungs-Abteilungen Schaden und Unfall abgewickelt werden. Den Angaben zufolge plant Kann, jene Teile der übernommenen Rück-Sparte, die nicht abgewickelt werden, gewinnbringend weiter zu verkaufen. Der Kaufpreis wird zunächst gestundet. Gerling erhält 200 Millionen Euro, wenn Lago Achte einen Gewinn verbuchen kann. Der Betrag wird sich erhöhen, sollte Kann beim Weiterverkauf einen höheren Profit als erwartet erzielen.

Nach Angaben von Konzernchef Focke kostete die Gerling Globale Rück den Konzern allein in diesem Jahr 400 bis 450 Millionen Euro. Für 2001 war sogar ein Defizit von 583 Millionen Euro gemeldet worden. Reservestärkungen infolge massiver Schadenbelastungen wurden dafür verantwortlich gemacht. Sie konnten durch den Bereich Erstversicherung nicht ausgeglichen werden. Auf diesen wird sich Gerling laut Focke in Zukunft konzentrieren. Das Management setze auf Sach- und Kreditpolicen sowie auf die betriebliche Altersvorsorge.

Von der Neupositionierung des Konzerns könnte nicht zuletzt dessen Kapitalanlagebereich profitieren. Gerling gilt als nachhaltig agierendes Unternehmen und führt auch nachhaltige Kapitalanlageprodukte wie Gerling Select 21(WKN 984734). Firmeninhaber Rolf Gerling ist einer der wesentlichen Akteure der deutschen Wirtschaft in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
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