27.11.03 Nachhaltige Aktien , Meldungen

27.11.2003: Umweltkontor AG schreibt weiter rote Zahlen - Hoffnung auf Trendwende in 2004

Die Umweltkontor Renewable Energy AG verzeichnet zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2003 einen Nettoverlust in Höhe von 5,95 Millionen Euro. Wie der Technologiekonzern aus Erkelenz mitteilt, ermäßigte sich der Fehlbetrag um gut ein Viertel gegenüber dem Vorjahr, als das Unternehmen minus 8,12 Millionen Euro erwirtschaftete. Die Spezialistin für regenerative Energie aus Wind-, Sonnen- und Wasserkraft steigerte ihren Umsatz auf 132 Millionen Euro nach 30 Millionen im Vorjahreszeitraum. Inwieweit es sich dabei um organisches oder akquisitionsgetriebenes Wachstums handelt, ist der Unternehmensmeldung nicht zu entnehmen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) für die ersten neun Monate beträgt laut der Meldung minus 7 Millionen Euro (Vorjahr minus 13 Millionen). Der Stand der liquiden Mittel konnte auf 22,5 Millionen Euro ausgebaut werden (30.09.2002: 17 Millionen), der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit vervielfachte sich auf 28,5 Millionen Euro nach 433.000 Euro in 2002. Die Eigenkapitalquote ging leicht auf 21,35 Prozent zurück (Vorjahr 21,86 Prozent). Der Schuldenstand im Konzern verringerte sich auf 145,16 Millionen Euro nach 163,8 Millionen zum 30.9.2002.

Der Geschäftsbereich Wind habe ein positives Ergebnis erreicht, so Umweltkontor, demgegenüber hätten die Bereiche Sonne, Wasser und Bioenergie noch Verluste erwirtschaftet. Anders als der Gesamtmarkt, der bereits einen deutlichen Rückgang im Geschäftvolumen zu verzeichnen habe, verfüge Umweltkontor mit seiner breiteren Aufstellung über erkennbare Wachstumspotenziale, heißt es weiter. Man wolle in einzelnen Segmenten auch gegen den Markttrend wachsen. Der Regierungsentwurf zur EEG Novelle werde die Rahmenbedingungen insbesondere für die Segmente Solar und Bioenergie erheblich verbessern. Das avisierte Vorschaltgesetz für die Photovoltaik schaffe Planungssicherheit für Investitionen im Solarbereich, dort rechne man ab 2004 mit einem neuen Wachstumsschub.

Im Segment Wind verweisen die Erkelenzer auf eine nach eigenen Angaben gut gefüllte Projektpipeline. Gleichzeitig sichere die EEG Novelle weiterhin die gesetzlich garantierten Einspeisevergütungen für Strom aus Windenergie. Von der zukünftigen Nichtförderung windschwacher Standorte sei Umweltkontor nicht betroffen, da man bereits in der Vergangenheit nur windstarke Standorte im Portfolio berücksichtigt habe. Durch die Verschiebung von Windparkprojekten stünden nun allein in Deutschland Projekte mit einem Volumen von über 100 Megawatt (MW) zur Umsetzung an. Man rechne ferner damit, dass es hinsichtlich der Zurückhaltung der Banken bei Finanzierungszusagen für Windenergieprojekte zu einer Normalisierung kommen werde, so Umweltkontor. Dies eröffne für 2004 wieder größere Handlungsspielräume.

Für seine Biodieselraffinerie in Schwarzheide hofft das Unternehmen auf eine erhöhte Nachfrage ab dem 1. Januar 2004. Zu diesem Stichtag werde die komplette Steuerbefreiung aller biogenen Treibstoffe wie Biodiesel oder Bioethanol wirksam. Außerdem solle auch bei Kraftstoffgemischen von Dieselkraftstoffen und Biokraftstoffen der Bioanteil von der Steuer ausgenommen werden. Mit der gleichzeitig angekündigten Bereitschaft der Mineralölwirtschaft, Biodiesel aus Raps dem herkömmlichen Diesel beizumischen, verbesserten sich die Marktperspektiven für die Biodieselaktivitäten der Umweltkontor AG deutlich. Wenn Schwarzheide seine volle Produktionskapazität erreiche, sei man für diese Situation gut gerüstet.

Umweltkontor Renewable Energy AG: ISIN DE0007608101 / WKN 760810

Bildnachweis: Umweltkontor Windpark Erkelenz / Quelle: Unternehmen
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