27.01.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

27.1.2006: Umwelttechnologiefirmen: Auf nach Osten - in China besteht Nachholbedarf

Das rasante chinesische Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre ging zu Lasten der Umwelt. Das sagt das Deutsche Bank Research-Team.

Wolle China langfristige ökologische Katastrophen vermeiden und dadurch verursachte soziale Konflikte umgehen, müsse es schnell und entschieden gegensteuern. Der Politik im Reich der Mitte bleibe demnach gar nicht viel anderes übrig als gegenzusteuern: Engpässe bei der Verfügbarkeit wichtiger Ressourcen verringerten bereits heute das Wachstumspotenzial der Industrie und anderer Sektoren in China. "Nur ein schneller Übergang zu effizienteren Produktionsverfahren kann verhindern, dass begrenzte natürliche Ressourcen noch mehr zu einem limitierenden Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes werden", so die Analyse der DB Research. Zudem seien die Kosten der Umweltverschmutzung und -zerstörung in China enorm hoch: Sie lägen nach Schätzungen bei acht bis zwölf Prozent des chinesischen Bruttoinlandsproduktes.

Ein Umdenken habe bereits begonnen, so der Rat für Nachhaltige Entwicklung in seiner Meldung: Die chinesische Umweltbehörde State Environmental Protection Administration (SEPA) habe Ende 2005 angekündigt, dass das Land bis 2010 rund 160 Milliarden US-Dollar vor allem für die Luft- und Wasserreinhaltung investieren wolle. Das wäre etwa doppelt so viel wie in den vergangenen fünf Jahren. In China dürften in den nächsten 20 Jahren mehrere hundert Milliarden US-Dollar in Umwelttechnologie investiert werden, wozu das Land privates Know-how und Kapital aus dem Ausland benötigt, hieß es außerdem in der Meldung. Hier sehe DB Research "große Chancen für ausländische Unternehmen", insbesondere auch für deutsche Firmen mit ihren langjährigen Erfahrungen im Export von Umwelttechnik. Getrieben würden die Investitionen in China hauptsächlich durch die ökonomische Notwendigkeit - aber zunehmend auch von der Erkenntnis, dass nur nachhaltiges Wachstum der Volkswirtschaft langfristig nutzen könne.
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