02.07.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

2.7.2007: Wochenrückblick: Nordex und ersol Solar Energy geben ehrgeizige Wachstumsziele aus – CCR verliert wichtigen Großkunden – Erfolgreiches Börsendebüt für Bio-Aktie

In der vergangenen Börsenwoche verlor der DAX 0,54 Prozent auf 7921,36Punkte. Der Dow-Jones-Index sank um 0,46 Prozent auf 13.422,28 Punkte. Der japanische Nikkei-Index büßte 1,99 Prozent ein und schloss bei 17.923,27 Punkten. Erdöl verteuerte sich um 1,04 Prozent auf 71,82 US-Dollar pro Barrel (Vorwoche: 71,08 Dollar; Sorte "Brent Crude Oil"). Kupfer (Copper Grade A) kostete mit 7.539,75 USD pro Tonne 0,13 Prozent weniger als in der Vorwoche (7.550,25 Dollar). Ein Euro kostete 1,3541 US-Dollar, 0,0076 Cent mehr als zum Ende der Vorwoche.

In der Energiebranche wird es in den nächsten Jahren weltweit verstärkt zu Übernahmen kommen. Das ist der aktuellen Untersuchung "Powering ahead. Mergers and acquisitions in the global power and utilities industry" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG zu entnehmen. Unternehmen aus den Branchen Windkraft und Solarenergie könnten verstärkt Begehrlichkeiten großer Konzerne wecken, hieß es, sie wollten durch deren Übernahme ihr Energieportfolio breiter streuen.

Der Windkraftanlagenhersteller Nordex AG sieht sein Umsatzwachstum von jährlich 50 Prozent über das Jahr 2008 hinaus gesichert. Der Auftragsbestand kletterte Ende April mit 2,1 Milliarden Euro auf ein neues Rekordniveau. Nordex will nun bis 2011 zwischen 2,5 und 4,0 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen neun und zwölf Prozent erreichen.

Acciona Energy, Tochter des spanischen Mischkonzerns Acciona, hat in den USA Rechte zur Entwicklung von Windparks mit einer Kapazität von 1.300 Megawatt erworben. Es handele sich um Projekte der zur Morse Group aus dem US-Bundesstaat Illinois gehörenden EcoEnergy in Illinois, Iowa und Wisconsin, hieß es. Acciona wolle die Projekte mit Windturbinen aus der eigenen neuen Produktion in Iowa ausrüsten.

Der US-amerikanische Energieversorger Xcel Energy Inc. will im Bundesstaat Minnesota einen 100-Megawatt-Windpark errichten. Es wäre das erste eigene Windkraftprojekt des Unternehmens in Minnesota und soll Ende 2008 ans Netz gehen. Xcel Energy rechnet damit, bis 2020 zwischen 3000 und 3400 Megawatt Windenergiekapazität errichten zu müssen, um dem Erneuerbare-Energien-Standard gerecht zu werden, den Minnesota zu Beginn des Jahres gesetzlich verabschiedet hat.

Ihre Produktion von Türmen für Windkraftanlagen wollen der Windkraftanlagenhersteller Gamesa Corporacion Tecnologica SA und die Daniel Alonso Group in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammen führen. Den Angaben zufolge wird dieses an vier spanischen Standorten 500 Menschen beschäftigen jährlich Türme für Anlagen mit einer Kapazität von 2000 Megawatt produzieren.

Der Bonner Solarkonzern SolarWorld AG hat Gratisaktien ausgegeben. Die Zuteilung erfolgte am 28. Juni 2007 nach Börsenschluss im Verhältnis eins zu eins. Damit hat sich der Bestand an SolarWorld-Wertpapieren verdoppelt, während sich zeitgleich der Kurs der Aktien rechnerisch halbierte. Grundlage der Zuteilung ist eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln. Das Grundkapital der SolarWorld AG verdoppelt sich durch die Maßnahme von 55,86 Millionen Euro auf 111,72 Millionen Euro. Auf der Messe Intersolar vereinbarte SolarWorld AG mit einem Kunden aus dem Maghreb für 2007 die Lieferung von Photovoltaik-Modulen mit 500 Kilowatt Leistung.

Das taiwanesische Unternehmen Green Energy Technology Inc., Ltd. (GET) wird von der US-amerikanischen Applied Materials, Inc. mit einer Produktionslinie für Dünnschichtsolarmodule ausstatten. Die Produktionslinie werde eine Kapazität von 40 Megawatt pro Jahr haben, meldete Applied Materials. Für rund 583 Millionen Schweizer Franken (rund 353 Millionen Euro) übernimmt der Zulieferer für die Halbleiter- und Photovoltaikindustrie ferner den schweizerischen Anbieter von Schneidesystemen für Solarwafer, HCT Shaping Systems SA.

Die Erfurter Photovoltaikunternehmen ersol Solar Energy AG wird ab 2010 über zehn Jahre von der Hemlock Semiconductor Corporation mit Silizium versorgt. Damit sei eine zusätzliche Produktionsmenge von insgesamt rund 1,8 Gigawatt möglich, berichtete ersol. Der Preis für das Silizium sei für die gesamte Vertragslaufzeit fest vereinbart. Durch die Vereinbarung sieht ersol die Möglichkeit, seine Kapazität über das bisher prognostizierte Ziel von 220 Megawatt bis Ende 2008 im kristallinen Bereich zu steigern. Rund 500 Megawatt Nominalkapazität im Jahr 2012 seien in greifbare Nähe gerückt, hieß es. Das Unternehmen gab gleichzeitig eine Kapitalerhöhung um bis zu 10 Prozent des Grundkapitals bekannt.

Von Juli bis Dezember 2007 wird das börsennotierte Solarunternehmen Payom Solar AG Dünnschichtmodule im Wert von drei Millionen Euro an einen nicht genannten Neukunden liefern. Payom mit Sitz in Burgoberbach bei Ansbach hofft, dass sich diese Geschäftsbeziehung in Jahr 2008 noch deutlich intensivieren wird.

Die Sunline AG aus Fürth hat den europaweiten Vertrieb und After-Sales-Service für die Produkte der Shenzen Topray Solar Co. Ltd. übernommen. Das chinesische Unternehmen sei spezialisiert auf Insellösungen und Consumerprodukte, hieß es.

Das Münchner Photovoltaik-Unternehmen Centrosolar AG hat auf der Messe Intersolar Exportverträge über 775 Kilowatt abgeschlossen. Wie Centrosolar berichtete, kam starke Nachfrage nach dachintegrierten Systeme unter anderem aus Frankreich.

Neue feste Aufträge und den Ausbau bestehender Aufträge im Gesamtwert von 20 Millionen Euro meldete die aleo solar AG. Bestellungen für aleo-Module kamen nach ihren Angaben von Fachhändlern und Installateuren. Das gesamte nationale Auftragsvolumen der aleo solar AG für das Jahr 2007 sei auf zirka 55 Millionen Euro gestiegen.

Die Biogasspezialistin EnviTec Biogas GmbH hat ihren Umsatz im ersten Quartal 2007 verdreifacht. Die Erlöse wuchsen von 10,9 auf 32,8 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sprang von 0,8 auf 5,9 Millionen Euro. EnviTec plant noch für Juli 2007 seinen Börsengang. Zum 25. Juni hat sich die GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der 36-jährige Banker Jörg Fischer wurde als Finanzvorstand (CFO) berufen.

Die börsennotierte Züricher New Value AG investiert in das Schweizer Schmierstoffunternehmen Natoil AG. Wie New Value mitteilte, stellen Investoren insgesamt drei Millionen Schweizer Franken (rund 1,8 Millionen Euro) als Wachstumsfinanzierung für das Unternehmen aus Root im Kanton Luzern bereit. Dafür erhalten sie 40 Prozent des Kapitals von Natoil. New Value AG habe 1,5 Millionen Franken gezeichnet.

Die BKN BioKraftstoff Nord AG will im Geschäftsjahr 2006/2007 Umsatzerlöse in Höhe von rund 20,6 Millionen Euro und ein EBIT von etwa 2,2 Millionen Euro erwirtschaften. Der jüngst übernommene Biogasprojektentwickler und -generalunternehmer Biostrom Energy Group AG solle maßgeblich zu Umsatz und Gewinn beitragen, meldete des Unternehmens. Im ersten Geschäftshalbjahr bis zum 31. März lagen Umsatz und EBIT bei 1,56 Millionen Euro und 192.500 Euro.

Ein erfolgreiches Börsendebüt schaffte die AGO AG Energie + Anlagen aus dem bayerischen Kulmbach. Die Anteilscheine der Spezialistin für Biomasseheizkraftwerke waren zum Preis von sieben Euro zugeteilt worden. Bei regem Handel kletterte der Kurs in Frankfurt am ersten Handelstag auf über acht Euro.

Der spanische Energieversorger Iberdrola S.A. übernimmt die US-amerikanische Energy East. Wie das Unternehmen mitteilte, bezahlt es 3,4 Milliarden Euro und übernimmt Schulden der Amerikaner in Höhe von drei Milliarden Euro. Die Zustimmung der Energy-East-Aktionäre sowie der Aufsichtsbehörden zu der Transaktion stehe noch aus.
Iberdrola SA erhöhte zudem ihre direkte Beteiligung an dem Windkraftunternehmen Gamesa Corporacion Tecnologica SA von 17 auf 18 Prozent.

Einen ersten Vertrag zum Kauf von Emissionsminderungszertifikaten (CER) in China hat der britische Energieerzeuger Scottish & Southern Energy plc (SSE) abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, wird es mit dem Kauf von Zertifikaten im Volumen von insgesamt rund zwei Millionen Tonnen CO2 die Errichtung von vier Windparks in Nordost-China unterstützen. SSE hat zudem 150.000 eigene Aktien im Wert von 3,18 Millionen Euro zurückgekauft. Die Aktien würden ausgebucht, hieß es.

Die Dornacher CCR Logistics Systems AG verliert zum Jahresende die European Recycling Platform S.A.S. (ERP) als Auftraggeber. Damit entfallen für CCR ab 2008 jährliche Umsätze von etwa zehn Millionen Euro. Es werden jedoch keine negativen Auswirkungen auf das Ergebnis erwartet.

Befesa, Umwelttechniktochter des spanischen Technologiekonzerns Abengoa S. A., baut eine Abwasserbehandlungsanlage in der Gemeinde El Campello in Alicante. Der Auftrag im Volumen von 12,7 Millionen Euro ging laut Abengoa gemeinsam an Befesa und das Unternehmen Ocide.

SatCon Technology Corp., Spezialistin für alternative Antriebssysteme, hat einen Ausrüstungsauftrag für Brennstoffzellen der Megawattklasse im Wert von mehr als 2,8 Millionen US-Dollar erhalten. Die Order umfasse Inverter und Steuerungsausrüstung für elektrische Systeme, hieß es.


Der US-amerikanische Büromöbelhersteller Herman Miller, Inc. hat Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2006/07 kräftig gesteigert. Wie das Unternehmen aus Zeeland in Michigan mitteilte, kletterten die Erlöse in der am 2. Juni beendeten Finanzperiode um 10,5 Prozent von 1,74 Milliarden US-Dollar auf 1,92 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig stieg der Nettogewinn um 30,1 Prozent von 99,2 Millionen auf 129,1 Millionen US-Dollar.

Einen Gewinnrückgang um 64 Prozent im ersten Quartal des Geschäftsjahres verzeichnete der US-amerikanische Bekleidungshersteller Timberland. Der Nettogewinn betrug in dem Zeitraum 9,3 Millionen US-Dollar nach 26,1 Millionen Dollar im Vorjahr. Der Konzernumsatz sank den Angaben zufolge um 3,9 Prozent von 349,8 Millionen auf 336,3 Millionen Dollar. Unternehmenschef Jeffrey B. Swartz zeigte sich nicht zufrieden mit den Zahlen. Er erklärte, Timberland werde die Verbreiterung der Produktpalette durch Akquisitionen fortsetzen.

Beim Börsengang des Dämmstoffherstellers Steico AG ist die Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) vollständig ausgeübt worden. Die emissionsbegleitende Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt platzierte Unternehmensangaben zufolge 547.500 weitere Aktien zum Emissionspreis von 17,50 Euro. Damit seien Steico weitere 9,6 Millionen Euro zugeflossen, der Gesamterlöse liege bei 73,5 Millionen Euro zu.

Durch ein Private Placement hat der kalifornische Hersteller von Kunststoffen auf biologischer Basis, Cereplast, Inc., neues Kapital eingeworben. Wie das Unternehmen mitteilte, erhielt es von einer Gruppe institutioneller Fonds insgesamt 14,5 Millionen US-Dollar. Cereplast will das Kapital nach eigenen Angaben in den Ausbau von Produktion und Logistik investieren.

Die Notierung der Aktien des kalifornischen Getränkeherstellers Hansen Natural Corporation an der New Yorker Nasdaq bleibt bestehen. Wie das Unternehmen mitteilte, hat es vom Listing Qualification Panel der Börse eine Mitteilung erhalten, dass es die Nasdaq-Marktregeln einhält.

Mit 44 Millionen Euro ist die Credit Suisse bei der britischen Beratungsgesellschaft EcoSecurities Group eingestiegen. Laut einem Agenturbericht erwirbt sie dafür neun Prozent der Aktien des seit Mitte Dezember in London gelisteten Umweltconsultingunternehmens.

Informationen zur aktuelle Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite Kurse.


Bilder: Flügel einer Nordex-Windkraftanlage; ersol-Solarmodul " Blue Power"; init-Bordrechner Copilot / Quelle jeweils: Unternehmen

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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