27.05.04 Erneuerbare Energie

27.5.2004: Neue WWF-Studie sammelt Argumente gegen Kohlekraftwerke - Beispiel RWE AG

In Deutschland sprechen nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Argumente gegen Investitionen in Kohlekraftwerke. Zu diesem Ergebnis kommt der World Wildlife Fund for Nature (WWF) in seiner Analyse "Das europäische Emissionshandelssystem als Herausforderung für die Investitionsstrategie von RWE", die gestern auf einer Veranstaltung der Heinrich-Böll Stiftung in Berlin vorgestellt wurde. Die Studie nimmt nach Angaben des WWF mögliche Investitionsstrategien von Energiekonzernen am Beispiel der RWE (Rheinisch Westfälische Elektrizitätswerke) unter die Lupe. "Bei einer anspruchsvollen Klimapolitik, ist die Gefahr durch Investitionen in Kohlekraftwerke, Milliarden in den Sand zu setzen, deutlich größer als bei emissionsarmen Gasturbinen", so Regine Günther Leiterin des Referats Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. Der WWF rechnet in seiner Untersuchung vor, dass RWE seine Emissionen ohne Mehrkosten bis 2030 um mehr als ein Drittel senken könne, wenn das Unternehmen bei der notwendigen Erneuerung des Kraftwerkparks verstärkt auf Erdgas betriebene Anlagen setze.

Der wachsende CO2-Ausstoß der Stromversorger stelle die Fortschritte im Klimaschutz zunehmend in Frage, berichtet der WWF weiter. In Deutschland seien die Emissionen der Kraftwerke von 1999-2002 um jährlich zwei Prozent gestiegen, was einer Erhöhung um 6,3 Millionen Tonnen pro Jahr entspreche. Allein die RWE-Kraftwerke blasen laut der Meldung jährlich 145 Millionen Tonnen und damit rund zwölf Prozent der deutschen CO2-Emissionen in die Luft. RWE sei der größte Einzelemittent in Europa. Investitionsentscheidungen hätten infolgedessen großen Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg der deutschen Klimaschutzpolitik insgesamt. Aus diesen Gründen habe sich der WWF besonders mit dem Essener Konzern auseinandergesetzt. In der jetzt vorgestellten Analyse kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass für RWE eine Strategie gefragt ist, die einen Brennstoffwechsel hin zu weniger kohlenstoffintensiven Energieträgern beinhaltet. Nur so könne selbst ein bescheidenes CO2-Minderungsziel erreicht werden. Ein allein auf Effizienzverbesserungen abzielender Ansatz, auf dem die jetzige RWE-Strategie aufbaue, sei in Bezug auf jegliche Klimaschutzziele nicht zielführend. Jede Investition in Kohle wie der geplante Bau eines zwei Milliarden Euro teuren Braunkohlekraftwerkes im rheinischen Revier berge aber auch "signifikante Risiken für Betriebskosten und Börsennotierung."

Die Studie "Das europäische Emissionshandelssystem als Herausforderung für die Investitionsstrategie von RWE" wurde am Mittwoch auf einer Veranstaltung der Heinrich-Böll Stiftung in Berlin vorgestellt.

Bildnachweis: Braunkohlkraftwerk der REW AG in Grevenbroich / Quelle: Bundesbildstelle Bonn
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