27.06.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

27.6.2006: Internationale Forst- und Papierindustrie verabschiedet Nachhaltigkeitsprotokoll

Auf ein gemeinsames Nachhaltigkeitsprotokoll haben sich 56 Unternehmen und Verbände aus der Forst- und Papierindustrie verständigt. Wie der Internationale Rat der Forst- und Papierverbände (International Council of Forest and Paper Associations, ICFPA) berichtete, unterschrieben sie bei ihrem zweiten Kongress in Rom ein entsprechendes Papier. Bernd Rettig, Präsident des Verbandes Deutscher Papierfabriken (VDP), sagte: "Die Forst- und Papierindustrie hat eine besondere Verantwortung für zukünftige Generationen. Sie muss deshalb Motor der Nachhaltigkeit sein."
Die ICFPA-Mitglieder aus 43 Staaten repräsentieren einen Großteil der weltweiten Papier- und Holzproduktion. Von deutscher Seite hat der Verband Deutscher Papierfabriken e.V. das Protokoll mitgezeichnet.

In dem Nachhaltigkeitsprotokoll bekennt sich die Branche im Einzelnen zu folgenden Positionen:

- Weltweite Förderung nachhaltiger Forstwirtschaft
Die Industrie unterstützt Methoden nachhaltiger Forstbewirtschaftung und dokumentiert dies durch die Unterstützung glaubwürdiger Zertifizierungssysteme.

- Bekämpfung illegalen Holzeinschlags
Die Industrie bekämpft illegalen Holzeinschlag und den Handel mit illegal eingeschlagenem Holz. Beides führt zu Waldzerstörung und untergräbt die Glaubwürdigkeit legaler Holzprodukte. Die Industrie unterstützt ausdrücklich die Entwicklung entsprechender staatlicher Rechtsnormen und Kontrollmechanismen.


- Recycling
Die Industrie bekennt sich zum System der Kreislaufschließung. Primär- und Sekundärfasern sind gleichberechtigte Rohstoffquellen zur Herstellung einer Vielzahl von Produkten aus Papier, Karton und Pappe. Das System des Papierrecyclings ist kontinuierlich weiterzuentwickeln.

- Umweltmanagement
Die Industrie verpflichtet sich zu umweltgerechtem Verhalten. Sie erhält und schont die Ressourcen, auf die sie angewiesen ist.

- Lösungen für den Klimawandel
Die Industrie bekennt sich zur Förderung innovativer Energiekonzepte und erneuerbarer Energien, die helfen, die Abhängigkeit von fossilen Energie-trägern zu verringern.

- Arbeitsschutz und soziale Verantwortung
Die Industrie verpflichtet sich, ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen und ihre Gesundheits- und Arbeitsschutzstandards kontinuierlich weiterzuentwickeln. Sie setzt sich für die wirtschaftlichen und sozialen Belange ihrer Mitarbeiter und der Kommunen an ihren Produktionsstandorten ein. Der Dialog mit gesellschaftlichen Interessengruppen und der indigenen Bevölkerung vor Ort muss von gegenseitigem Respekt geprägt sein.
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