27.08.02

27.8.2002: Umweltkontor mit rückläufigen Umsätzen - Ergebnis durch Abschreibungen belastet

Die Umweltkontor Renewable Energy AG (WKN 760810), Erkelenz, hat die Konzernzahlen für das erste Halbjahr 2002 vorgelegt. Darin heißt es, die Gesamtleistung des Unternehmens habe in den ersten sechs Monaten etwas mehr als 47 Millionen Euro betragen, im Vergleichszeitraum 2001 waren es knapp 49 Millionen Euro.

Der Rohertrag, so das Unternehmen, sei um 78 Prozent auf knapp 7,3 Millionen Euro angestiegen (im Vorjahr: zirka 4,1 Millionen Euro). Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) liege mit 760.000 Euro im Minus (Vorjahr minus 277.000 Euro), berichtet der Windkraftprojektierer. Und weist darauf hin, dass hier "im Sinne einer konservativen Bilanzpolitik" der Firmenwert der Mitteldeutschen Windenergieplanungsbüro Schönfeldt & Kutzeer GmbH, Drohndorf, über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben werde. Das Unternehmen aus Erkelenz hat seinen Anteil an der mdp um 16,68 Prozent auf 50,01 Prozent aufgestockt. Entsprechend werde die Gesellschaft im Konzernabschluss nicht mehr nach der Beteiligungsquote, sondern voll konsolidiert, erläutert der Bericht. Die mdp, so Umweltkontor, sei eine "Gesellschaft mit exzellenter Rendite und gut gefüllter Projektpipeline". Man halte sich die Option offen, diese Beteiligung bis Ende 2003 auf bis zu 100 Prozent aufzustocken. Des Weiteren seien die Anteile der Ecomill Windpark Beteiligungs- und Verwaltungs-GmbH, Borne, die geschlossene Windkraftfonds konzipiert, vermarktet und verwaltet, zu 100 Prozent erworben und voll in den Konzernabschluss einbezogen worden.

Das Vorsteuerergebnis von Umweltkontor habe im ersten Habjahr 86.000 Euro (Vorjahr: 1,8 Millionen Euro) betragen, heißt es weiter. Der Konzernabschluss weise für die Zeit von Januar bis Juni einen Überschuss von 1,06 Millionen Euro aus (Vorjahr: 1,41 Millionen Euro). Die Liquidität habe man im Vergleich zum ersten Quartal 2002 um 3,35 Millionen auf 11,3 Millionen Euro steigern können. Nicht benötigte liquide Mittel seien kurzfristig in Finanzanlagen angelegt worden. Bis zum Jahresende rechne man mit einem Abbau der kurzfristigen Kreditanspruchnahme.

Umweltkontor berichtet zudem von einem Anstieg des Personalaufwandes im ersten Halbjahr auf knapp 3,5 Millionen Euro (Vorjahr: knapp 2,1 Millionen Euro). Hier hätten sich die unterjährigen Personaleinstellungen vom Vorjahr in diesem Jahr voll ergebniswirksam ausgewirkt. Ende Juni beschäftigte das Unternehmen 175 Mitarbeiter, 40 mehr als ein Jahr zuvor.

Ein paar Daten noch zu den einzelnen Sparten des Unternehmens: Der Geschäftsbereich Services betreue derzeit über 3.000 Kommanditisten und habe nunmehr 71 Fonds- und Eigentümergesellschaften mit über 300 Windenergieanlagen und 280 Megawatt bei einem Investitionsvolumen von über 390 Millionen Euro in der Verwaltung, berichtet Umweltkontor. Der Service-Bereich solle zukünftig weiter ausgebaut werden und einen stetig wachsenden Beitrag zum Unternehmensergebnis liefern.

Im Geschäftsbereich Finance seien im ersten Halbjahr 2002 zwei "blue fonds" vertrieben und voll platziert worden. Der Vertrieb der Fonds verlief erwartungsgemäß und analog zu den Vorjahren. Die größte Nachfrage wird aufgrund des steuerorientierten Charakters der Kapitalanlagen auch in diesem Jahr für das zweite Halbjahr erwartet. Entsprechend werde der Bereich Finance im zweiten Halbjahr 2002 den Vertrieb von acht weiteren Fonds aufnehmen.

Vorstand Heinrich Lohmann stellte in seinem Kommentar zur Bilanz in Aussicht, die Prognosen zu Umsatz- und Ergebnissteigerungen in 2002 von 30 bis 50 Prozent über dem Vorjahresniveau würden erfüllt.
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