27.08.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

27.8.2004: Sarasin-Bank: In der Medienbranche sind Pearson, New York Times und TF1 am nachhaltigsten

Die Bank Sarasin hat die Unternehmen der Medienbranche auf Nachhaltigkeit untersucht. An Nachhaltigkeit orientierte Anleger sollten der Bank Sarasin zufolge bei Medienunternehmen auf vier Kernkritierien achten: Die Unternehmen sollten sich ihrer publizistischen Verantwortung stellen und Verbraucherschutz betreiben. Hierunter fielen die Qualität der Inhalte Fragen des Jugend- und Datenschutzes, sowie die ethische Verantwortung bei der Werbung und der Umgang mit PR, erläutert Sarasin-Analysstin Gabriella Ries. Weiteres Kriterium sind Unabhängigkeit und Corporate Governance: Das betrifft Fragen nach der Medienkonzentration und dem Beitrag des Unternehmens zu den Entwicklungen auf dem Medienmarkt eines Landes. Weitere Kritirien sind Mitarbeiterrechte - hier sind im Medienbereich vor allem die Arbeitsrechte der zahlreichen freien Mitarbeiter problematisch sowie die Sicherung von Arbeitsmindeststandards. Welche Umweltschutzfragen relevant sind, hängt Ries zufolge zudem von der Mediensparte ab, so ist beispielsweise im Printbereich wichtig, welches Papier verwendet wird, welche Druckverfahren angewandt werden etc.

Die Medienbranche ist in Sachen Umweltverschmutzung ein kleiner Spieler. Der WWF Großbritannien soll gesagt haben: "The media"s biggest emission is its programmes." Doch die Qualität der Medienprodukte und die Wahrnehmung der publizistischen Verantwortung lassen sich nur sehr schwer messen. Dazu hat Sarasin in seiner Studie Hilfskriterien entwickelt: So wurde zum Beispiel danach gefragt, ob Parteien oder Politiker einen massgeblichen Einfluss auf die Berichterstattung nehmen. Weiter wurde nachgeschaut, ob die untersuchten Medienkonglomerate die publizistische Vielfalt einschränken. 16 größere Medienunternehmen standen im Fokus. Als Beste hat Sarasin den französischen Fernsehsender TF1, den britischen Verlag Pearson und die New York Times Company ausgemacht.

Generell hatte Sarasin der Eindruck, dass Medienunternehmen, wenn überhaupt, nur spärlich über die ökologischen und sozialen Aspekte ihrer Tätigkeit berichten. Mit der Formulierung von Nachhaltigkeitsthemen - in Großbritannien habe sich über ein Dutzend größere Gesellschaften im Media CSR-Forum organisiert, berichtet Sarasin - sei zumindest ein Anfang gemacht. Doch habe die Branche noch zu zeigen, dass sie den gerne nach außen kommunizierten hohen Idealen selbst auch gerecht werde, heißt es im Nachhaltigkeitsnewsletter.

Die Kernfrage werde künftig lauten, wie die Unternehmen qualitativ hochwertige Medienprodukte langfristig finanzieren können. Die wirtschaftliche Lage von Zeitungen beispielsweise sei durch den Einbruch des Anzeigenmarkts und die Konkurrenz des Internets belastet. Der Verkaufspreis ist wieder wichtiger geworden für die Finanzierung. "Wesentlich wird daher in Zukunft sein, die Überlegenheit und Qualität des Angebots sowie der Preisstrukturen unter Beweis zu stellen."

Das laut Sarasin nachhaltigste Unternehmen im Printbereich, Pearson, stellt der Newsletter in einem Portrait vor, das Sie <link index.php?id="129&amp;tx_ttnews[tt_news]=10745&amp;tx_ttnews[backPID]=2&amp;no_cache=1">hier lesen können.
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