27.09.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

27.9.2004: Korruption als Hindernis einer nachhaltigen Entwicklung - Bestechen internationale Unternehmen in Afrika mit System?

Bei ihren unternehmerischen Tätigkeiten in Afrika ist die Siemens AG einer "großen Korruptionsgefahr" ausgesetzt. Das erklärte Peter Ramm von der Siemens AG bei einer Anhörung im Bundestagsausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe. Das Unternehmen sei sich darüber im Klaren, dass auf dem Wege zur Schaffung eines nachhaltigem Produktions- und Absatzmarktes auf dem afrikanischen Kontinent die Korruption ein schwieriges Hindernis darstelle. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die dieses Problem als bewältigt erklärten, sehe Siemens dies "realistischer" und bemühe sich um eine Eindämmung der Korruption. Als international agierendes Unternehmen wolle Siemens seiner Verantwortung zwar gerecht werden. Eine hundertprozentige Garantie könne er aber nicht geben, so Ramm.

Wie "Heute im Bundestag" berichtet erklärte Peter Eigen von Transparency International e.v. "die Korruption in den afrikanischen Gewaltökonomien" zu einem entscheidenden Problem. Korruption verhindere die nationale Entwicklungspolitik. Er habe kritisiert, dass auch große internationale Konzerne systematisch bestechen würden. Ihnen falle daher eine direkte Verantwortung für Gewalt und Armut in Afrika zu. Professor David S. Weissbrodt von der Minnesota Law School hat dem Bericht zufolge auf der Anhörung ein internationales Abkommen vorgeschlagen, welches auch die international agierenden Konzerne einbeziehe. Eine Zertifizierung von Unternehmen, die sich korrekt verhalten, könne zudem zu mehr Transparenz auf Seiten der Konzerne wie auch der Regierungen in Afrika führen.

Bildhinweis: Eines der Produkte von Siemens: Die Gasturbine V94.2 / Quelle: Alpha Power Systems
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