28.10.03 Erneuerbare Energie

28.10.2003: Baugenehmigung - Prokon Nord und Enertrag errichten Offshore-Windpark vor der Küste Großbritanniens

Der britische Energieminister Stephen Timms hat am Montag die Baugenehmigung für den Offshore Windpark Cromer vor der Küste Norfolks erteilt. Enertrag UK ltd., eine Tochtergesellschaft von Prokon Nord Energiesysteme, Leer, und der Enertrag AG haben den Park geplant. Die britische EDF Energy und Enertrag UK wollen den Windpark gemeinsam mit einer noch zu schaffenden Gesellschaft betreiben.

Der Park wird sieben Kilometer vor der Küste Norfolks auf einem Areal von 10 Quadratkilometern errichtet. 30 Turbinen mit einer Nennleistung von 120 Megawatt sollen errichtet werden. Baubeginn ist 2005.

Der Offshore-Windpark sei der erste unter deutscher Federführung, der in England genehmigt worden sei, berichtet Prokon. Man habe außerdem zum ersten Mal versucht, ein Genehmigungsverfahren unter dem Transport and Works Act zu begehen. Das Verfahren wird eigentlich zur Errichtung von Schienenverkehrswegen und Trolleybus-Netzen genutzt. Es kann aber auch für Projekte genutzt werden, die in der 12-Meilen-Zone auf See Navigationsrechte berühren - Brücken, Piers, Tunnel etc. Diese Genehmigung biete seerechtliche Vorteile, berichtet Prokon Nord. Eine Lizenz gemäß Food and Environment Protection Act, die die nötigen Eingriffsrechte in die Umwelt verleihe, sei bereits im September erworben werden. Das Projekt habe mit der Genehmigung einen Anspruch auf Investitionsförderung in Höhe von 10 Millionen Euro erhalten.

"Im Gegensatz zu unserem deutschen Projekt ‚Borkum-West" sind mit dieser Genehmigung alle Rechte inklusive der Kabelverlegung enthalten; die regionalen Behörden haben das Projekt uneingeschränkt unterstützt. Obwohl die Planung in England zwei Jahre später begonnen hat, werden wir das Projekt Cromer vor unserem deutschen Projekt umsetzen", sagt André Hamers, Enertrag-Geschäftsführer. Bei Borkum West sei das Problem der Kabeltrasse noch immer nicht gelöst. Prokon macht die Landesbehörden Niedersachsens für die Verzögerungen verantwortlich.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x