28.11.03 Nachhaltige Aktien , Meldungen

28.11.2003: Pleitegeier über condomi - "Liquiditätssituation und Finanzkraft kontinuierlich verschlechtert"

Die condomi AG verhandelt mit Banken über ein Finanzierungskonzept zur Rettung des Unternehmens. Im Falle eines Scheiterns dieser Verhandlungen sei der Fortbestand der condomi AG und ihrer direkten und indirekten Töchter, mit Ausnahme der polnischen unimil S.A., nicht mehr sichergestellt, so der Kölner Kondomhersteller in einer Pflichtmitteilung. Weiter hieß es, die Zahlungsfähigkeit und die Finanzkraft hätten sich dramatisch verschlechtert. Grund sei eine "verfehlte Wachstums- und Investitionsstrategien der Vergangenheit". Mit Hilfe des Finanzierungskonzepts wolle man die begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen fortzusetzen und die Voraussetzungen für einen substanziellen Fortbestand des Unternehmens schaffen.

Das Konzept beinhaltet den Angaben zufolge u.a. die kurzfristige Bereitstellung einer Überbrückungsfinanzierung und das Eigenkapital stärkende Maßnahmen. Die beteiligten Banken hätten ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an einer Lösung mitzuwirken. Ein Abschluss der Verhandlungen werde noch im Dezember erwartet. Gleichzeitig verfolgt condomi laut der Meldung andere externe Finanzierungsmöglichkeiten.

Noch im Neunmonats-Bericht zum 30. Juni 2003 hatte der Produzent von Kautschuküberziehern die Lage der Gesellschaft als weniger dramatisch dargestellt. Die Banken würden den Prozess der Neuausrichtung aktiv begleiten und hätten in diesem Zusammenhang entsprechende Finanzmittel bis 30.6.2004 zugesichert, schrieb condomi vor fünf Monaten. Man rechne mit einer erfolgreichen Umsetzung der Maßnahme innerhalb des nächsten Geschäftsjahres.

Nach dem Nortorfer Hersteller von Biogaskraftwerken farmatic biotech energy ag ist die condomi AG bereits das zweite Umweltaktien-Unternehmen, das im Wochenverlauf ernste Liquiditätsprobleme bekannt gab. Sorgen machen sich Investoren außerdem um den Fortbestand des Neue Energiespezialisten Umweltkontor Renewable Energies AG. Das Unternehmen mit Sitz im rheinischen Erkelenz ist bei einem Kassenbestand in Höhe von 22,5 Millionen Euro und kurzfristigen Verbindlichkeiten von 31,11 Millionen Euro darauf angewiesen, bald neue Kredite abzuschließen. Allerdings gelang es den Vorständen Lohmann und Noethlichs, die kurzfristigen Schulden in den ersten neun Monaten des Jahres deutlich zu senken: zum 30. Dezember 2003 standen noch 59,8 Millionen Euro in den Büchern.

Die vorläufigen Jahresabschlüsse der condomi AG und des condomi Konzerns werden dem Unternehmen zufolge heute im Laufe des Tages auf den Internetseiten der Deutschen Börse www.deutsche-boerse.com und auf den Internetseiten der condomi AG www.condomi.ag eingestellt.

Condomi-Aktien verloren am Morgen in Frankfurt fast 40 Prozent auf 1,73 Euro (Stand 10:30 Uhr). Das Papier markiert damit einen historischen Tiefststand.

Condomi AG: ISIN DE0005444905 / WKN 544490


Bildnachweis: condomi-Produkte / Quelle: Unternehmen
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