28.11.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

28.11.2006: EECH Group AG und Anlegerschutzinstitut DIAS e.V. im Rechtsstreit - ECOreporter.de hat nachgefragt

Die Hamburger EECH Group AG, zu der auch die frühere P&T Technology gehört, und das Deutsche Institut für Anlegerschutz (DIAS) aus Berlin liegen im Clinch. In einer Pressemitteilung schreibt EECH, sie habe in einem Rechtsstreit vor dem Landgericht Berlin gegen das DIAS und seinen Vorstand Volker Pietsch zwei Einstweilige Verfügungen erwirkt. Künftig werde dem DIAS und Pietsch untersagt, "falsche und fehlerhaft recherchierte Aussagen" über die EECH Group AG und ihre Tochtergesellschaft im Bereich Erneuerbare Energien, die EECH European Energy Consult Holding AG, zu verbreiten. Dies habe der Verein DIAS in seiner am 2. November 2006 herausgegebenen und auf einer Pressekonferenz vorgestellten Warnliste "in erheblichem Umfang" getan.

In der Warnliste des DIAS hieß es wörtlich: "Die EECH-Group weist in der Konzernbilanz Vermögenswerte von mehr als 90 Millionen Euro aus. Ein entsprechendes Eigenkapital sucht man in der Bilanz jedoch vergeblich. Lediglich die Konzernmutter EECH Group AG weist in der Bilanz im Einzelabschluss ein bescheidenes Eigenkapital von gerade einmal 8,8 Millionen Euro aus. Aus Windpark- und Solaranleihen beliefen sich die Schulden zum Jahresende 2005 auf 62 Millionen Euro."

Jan Schleifer, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der EECH Group, erklärt auf Nachfrage von ECOreporter.de zu den 62 Millionen Euro Schulden der Gesellschaft: "Bei den Schulden handelt es sich um Schuldverschreibungen, die bilanziell als Fremdkapital das Unternehmen belasten. Die Mittelbeschaffung war für die Vorfinanzierung diverser Projekte notwendig. Erfreulich für unsere Anleger ist, dass wir in den Ländern Frankreich, Spanien und Italien bereits seit einiger Zeit sehr erfolgreich mit Iberdrola S.A., einem der größten Energieanbieter, kooperieren."

In ihrer Pressemeldung berichtete die EECH weiter, dass dem Verein DIAS bei Zuwiderhandlung (also: Veröffentlichung der Kritik, die Redaktion) ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro drohe. Die von dem DIAS vorgenommene Aufnahme der EECH Group AG und ihrer Tochter in die Liste (Anmerkung der Redaktion: Warnliste des DIAS) sei daher "nicht nachzuvollziehen".

Gegenüber ECOreporter.de sagte DIAS-Chef Pietsch am morgen: "Wir haben keine Einstweilige Verfügung erhalten und wissen auch nichts davon." Eine - wohl neuere Fassung - der Warnliste ist auf der Internetseite des DIAS zu finden. Der Ausgang des Streits bzw. die Konsequenzen bleiben also abzuwarten.
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