28.11.07 Erneuerbare Energie

28.11.2007: Erneuerbare Energien: Google will den Markt für Erneuerbare Energien aufrollen - Internetriese kündigt umfassendes Investitionsprogramm an

Der Suchmaschinenanbieter Google Inc. will den Markt für Erneuerbare Energien aufrollen. Das haben die Unternehmensgründer in einem ‚Conference Call’ mit Journalisten erklärt. Bislang beschränkte sich das Unternehmen, das eine Marktkapitalisierung von rund 200 Milliarden Dollar aufweist, zum einen darauf, durch den Kauf von Emissionsrechten den eigenen Ausstoß von Treibhausgasen auszugleichen. Zum anderen wurde für die Energieversorgung der Konzernzentrale im kalifornischen Mountain View eine Solaranlage errichtet, die mit 1,6 Megawatt eine der größten in den USA ist. Nun aber will Google Hunderte Millionen Dollar dafür einsetzten, dass Strom aus regenerativen Quellen billiger angeboten werden kann als Kohlestrom. Das gab Firmengründer Larry Page als neues Unternehmensziel bekannt. „Dies zu erreichen wird nur Jahre und nicht Jahrzehnte dauern“, stellte er fest. In den Vereinigten Staaten liegt der Anteil der Kohlekraftwerke an der Energieversorgung bei fast 50 Prozent. Die Verfeuerung des fossilen Brennstoffs ist für 40 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Wenn Google sein Ziel erreiche, werde davon nicht nur die Allgemeinheit profitieren, sondern auch das Unternehmen selbst, stellte Page klar. Man habe ein großes Interesse an günstiger und klimaschonender Energieversorgung. Bereits im kommenden Jahr wolle man mehrere zehn Millionen Dollar in Erneuerbare Energie Unternehmen mit viel versprechender Technologie sowie in entsprechende Forschungen und Entwicklungen investieren. Google werde dafür qualifiziertes Personal einstellen und eine Entwicklungsabteilung aufbauen. Konkret kündigte Google die Errichtung von Kraftwerken an, die mit Erneuerbarer Energie eine Leistung von 1.000 Megawatt (1 Gigawatt) erreichen, also ein bis zwei Mal so viel wie herkömmliche Kraftwerke, erläuterte Page. Zum Vergleich: eine derartige Anlage könnte den Energiebedarf von San Francisco decken. Mit Kraftwerken dieser Größenordnung lasse sich Strom zum Preis von etwa drei Cent je Kilowattstunde erzeugen, meint Page. Er hält es für möglich, zum Beispiel die Kosten für Solarstrom um 25 bis 50 Prozent zu verringern. Außer auf Solarenergie werde Google zunächst vor allem auf Windkraft und Geothermie setzen.

Wie der Firmengründer weiter ausführte, will Google möglicherweise selbst solche Anlagen betreiben, etwa in der Nähe der zahlreichen Datenzentren des Unternehmens, die einen hohen Energiebedarf haben. Bei den Investments soll Google.org, laut eigener Darstellung der philanthropische Arm des Unternehmens, eine wichtige Rolle übernehmen. Der ist im Besitz von zwei Milliarden Dollar in Google-Aktien und hat die Aufgabe, gewinnbringend in Projekte und Unternehmungen aus Bereichen wie globale Armut, Energie und Umweltschutz zu investieren. Wie mitgeteilt wurde, hat Google.org bereits Allianzen mit einigen Unternehmen aus dem Sektor der Regenerativen Energien geschlossen. So mit der ESolar Inc. aus dem kalifornischen Pasadena. Sie ist wie etwa auch die deutsche Solar Millenium AG eine Spezialistin für den Bau solarthermischer Kraftwerke. Ein weiteres Beispiel ist die gleichfalls in Kalifornien ansässige Makani Power Inc., die Windkrafttechnologie anbietet.

Die Börsianer wittern offenbar in den Erneuerbaren Energien gute Geschäftschancen für Google. Kurz nach Bekanntgabe der Pläne legte die Aktie des Unternehmens an der Nasdaq um 7,5 Prozent zu auf 673,57 Dollar. Damit hat sich der Wert des Papiers seit dem Börsengang vor drei Jahren mehr als verfünffacht. In Frankfurt notiert der Anteilsschein aktuell bei 458 Euro.

Bildhinweis: Mit Erneuerbaren Energien auf einer neuen Erfolgsspur? Die Väter von Google: Larry Page und Sergey Brin / Quelle: Unternehmen.
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