28.01.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

28.1.2008: Wochenrückblick: Auftragsflut für Windanlagenbauer Gamesa SA – Gewinnwarnung bei Verbio Vereinigte BioEnergie AG und SunOpta Inc. – Konkurrent zieht sich zurück: Dämmstoffhersteller Steico AG hofft auf mehr Absatz

Der deutsche Aktienindex DAX verzeichnete in der letzten Woche weitere Verluste, er sank um 6,80 Prozent auf 6.821,07 Punkte. Der US-amerikanische Leitindex Dow-Jones konnte sich dem gegenüber stabilisieren, er legte 1,80 Prozent zu auf 12.378,61 Punkte. 1,67 Prozent verlor der japanische Nikkei-Index, er stand zum Wochenschluss bei 13.629,16 Punkten. Öl hat sich leicht verteuert; nach 89,85 US-Dollar in der Vorwoche kostete ein Barrel zuletzt 90,44 Dollar (plus 0,65 Prozent; Sorte "Brent Crude Oil"). Der Kupferpreis zog leicht an, von 7.061,75 Dollar je Tonne auf 7.119,50 Dollar (Copper Grade A), ein Plus von 0,82 Prozent. Der Euro legte um 0,60 Cent auf den Dollar zu, er kostete zuletzt 1,4682 Dollar.

Anlässlich des Weltwirtschaftsforums (WEF) 2008 in Davos haben die Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) "Erklärung von Bern" (EvB) und Pro Natura ihre „Auszeichnungen“ für unverantwortliches Konzernverhalten vergeben, die so genannten „Public Eye Awards“. Der Antipreis für besonders übles Firmenverhalten und der per Internet-Abstimmung ermittelte Publikumsschmähpreis gingen an die französische Areva S.A. An Firmen mit Sitz in der Schweiz ging der dritte Schmähpreis "Swiss Award". Hier fiel die Wahl auf die Rohstoffgruppe Glencore.

Den Verkauf von Projektrechten für drei Windparks in Australien meldete die Conergy-Tochter Epuron. Die Tochtergesellschaft der Epuron GmbH in Sydney hat die Rechte demnach an den australischen Energieversorger Origin Energy veräußert. Es handele sich um Windparks mit einer Gesamtleistung von 90 Megawatt (MW), so die Meldung. Origin habe zudem ein Vorkaufsrecht für weitere Windkraftprojekte von Epuron mit insgesamt 500 MW.

Der Norderstedter Windturbinenbauer Nordex AG hat mit Ausbau seiner Rostocker Werke begonnen. Wie das TecDAX-Unternehmen meldete, sollen dafür 86 Millionen Euro investiert werden. In den kommenden zwei Jahren sollen die Kapazitäten demnach durch neue Produktionshallen mit rund 52.500 Quadratmeter Gesamtfläche verdreifacht werden.

Ein ganzes Bündel von Bestellungen verbuchte der spanische Windkraftanlagenhersteller Gamesa SA. Das Unternehmen meldete eine Bestellung der spanischen Molinos del Ebro für 87 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 174 Megawatt (MW). Der Auftrag habe einen Gesamtwert von 184 Millionen Euro. Nach Polen und Bulgarien soll Gamesa demnach 90 Windturbinen mit einer Leistung von zusammen 180 MW liefern. Die Aufträge im Wert von 201 Millionen Euro kamen den Angaben zufolge von der Neo Energía, einer Tochter der EDP Gruppe, und den zur ENHOL Gruppe gehörenden Firmen Generación Eólica Internacional und Eólica Bulgaria.
Zwei Bestellungen gingen aus Frankreich ein: Der zur Suez-Electrabel gehörende Projektierer La Compagnie du Vent orderte laut Gamesa 46 Windkraftanlagen mit 43 MW Leistung. Ihr Gesamtwert belaufe sich auf 40 Millionen Euro. Die vor wenigen Wochen von der italienischen Sorgenia Gruppe übernommene Société Française d’Eoliennes bestellte 100 Anlagen mit 200 MW Leistung.
Aus Marokko erhielt Gamesa den Auftrag des Zementkonzerns Lafarge, die Produktionsstätte in Tétouan mit Erneuerbarer Energie zu versorgen. Dafür habe Lafarge bei Gamesa Windkraftanlagen mit einer Leistung von 10 MW bestellt, hieß es.

Die Module für einen neuen Solarpark in der spanischen Provinz Navarra soll der börsennotierte Solarmodulhersteller aleo solar AG liefern. Laut dem Unternehmen mit Sitz in Oldenburg und Prenzlau beträgt das Auftragsvolumen 17 Millionen Euro. Auftraggeberin sei die spanische Solartia. Diese habe zudem die eine Option auf Lieferung weiterer Module im Wert von knapp fünf Millionen Euro.

Nach vorläufigen ungeprüften Zahlen hat das börsennotierte Münchener Solarunternehmen Centrosolar Group AG seine Prognosen für 2007 nur teilweise erfüllt. Wie die Gesellschaft meldete, wuchs der Umsatz um 28 Prozent auf mehr als 221 Millionen Euro (Prognose: 220 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 50 Prozent auf 15 Millionen Euro (Prognose: 17 Millionen Euro). Ungeplante Einmalaufwendungen hätten das Betriebsergebnis um rund 2 Millionen Euro geschmälert, so Centrosolar.
Für das laufende Geschäftsjahr hoffen die Münchner auf 310 Millionen Euro Umsatz (plus 40 Prozent) und eine Steigerung des EBITDA auf rund 22 Millionen Euro. Sinkende Abschreibungen sollen eine Vervielfachung des Gewinns vor Steuern und Zinsen (EBIT) und des Gewinns je Aktie (EPS) ermöglichen.
Wie Centrosolar weiter meldete, will sie über die neu gegründete koreanische Tochtergesellschaft Centrosolar Glas Korea AG den Vertrieb ihrer nanobeschichteten Antireflexgläser in Korea ankurbeln.

Hoku Scientific, chinesisches Solarunternehmen mit Tochtergesellschaften in den Vereinigten Staaten, hat im dritten Quartal 2007 weiter rote Zahlen geschrieben. Wie das Unternehmen berichtet, sank der Verlust allerdings von 1,3 auf 0,54 Millionen Dollar oder von acht auf drei Cents pro Aktie. Der Umsatz stieg von 1,1 auf 1,3 Millionen Dollar (plus zwölf Prozent). Für das kommende Quartal und die folgenden sagte das Unternehmen weitere Verluste voraus. Demnach rechnet Hoku im vierten Quartal mit einem Umsatz zwischen 0,6 und 1,2 Millionen Dollar. Gründe für die künftigen Verluste seien deutliche Kostensteigerungen beim Aufbau einer Polysiliziumfabrik, der Produktentwicklung und des Unternehmensausbaus.

Einen Umsatzsprung um 200 Prozent auf 224,3 Millionen Dollar meldete die SunPower Corp. aus dem kalifornischen San Jose für das 4. Quartal 2007. Laut dem Unternehmen sank der Gewinn dagegen um 42,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 4,9 Millionen Dollar oder 0,06 Dollar je Aktie. Als Grund nannte SunPower erhöhte Kosten, Sonderausgaben und höhere Steuern. Im Gesamtjahr habe man den Umsatz auf rund 775 Millionen Dollar mehr als verdreifacht, hieß es weiter. 2008 sollen die Erlöse auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Dollar klettern. Der Gewinn werde sich voraussichtlich auf 2,0 bis 2,1 Dollar je Aktie belaufen.

Mit starken Geschäftszahlen wartete die US-amerikanische Waferproduzentin MEMC Electronic Materials, Inc. auf. Der Umsatz im 4. Quartal 2007 verbesserte sich demnach um 27,4 Prozent auf 535,9 Millionen Dollar. Der Nettogewinn kletterte von 129 Millionen Dollar oder 0,56 Dollar je Aktie auf 376.4 Millionen Dollar oder 1,62 Dollar je Aktie. Auch das Gesamtjahr verlief laut MEMC überaus erfolgreich: Der Umsatz stieg von 1,54 auf 1,92 Milliarden Dollar und der Gewinn von 369,3 auf 826,2 Millionen Dollar oder von 1,61 Dollar je Aktie auf 3,56 Dollar je Aktie. Für 2008 stellte MEMC einen Umsatz von 2,4 bis 2,5 Milliarden Dollar ins Aussicht; der Gewinn solle 4,50 bis 4,60 Dollar je Aktie erreichen.

Aufgrund von Abschreibungen auf den Warenbestand im Segment Bioethanol wird der Biokraftstoffhersteller Verbio Vereinigte BioEnergie AG für 2007 voraussichtlich einen Fehlbetrag im einstelligen Millionenbereich ausweisen. Wie das Unternehmen auf Grundlage vorläufiger Zahlen mitteilte, belasten die Abschreibungen aus dem 4. Quartal 2007 das Ergebnis mit 10 bis 15 Millionen Euro. Alexandra Mühr, Sprecherin des Unternehmens, erklärte gegenüber ECOreporter.de: „Nach neun Monaten hat die Verbio AG ein Konzernbetriebsergebnis vor Sondereinflüssen aus Erstkonsolidierung von 6,8 Millionen Euro ausgewiesen. Nach Sondereinflüssen lag das Betriebsergebnis bei 1,5 Millionen Euro. Ohne die erforderlichen Abschreibungen hätten wir auch das Gesamtjahr mit einem positiven Betriebsergebnis können. Nun erwarten wir einen Verlust im einstelligen Millionenbereich.“
Wie Verbio weiter berichtete, sind im Segment Bioethanol weitere Wertberichtigungen zu erwarten, wenn sich die Marktbedingungen nicht ändern. Mit der Entwicklung im Segment Biodiesel sei der Vorstand trotz schwieriger Rahmenbedingungen zufrieden.

Nach dem Rückzug eines wichtigen Konkurrenten vom europäischen Markt hofft der Dämmstoffhersteller Steico AG auf zusätzliche Absatzimpulse. Laut dem Unternehmen aus Feldkirchen bei München will sich der Weltmarktführer Weyerhaeuser stärker auf den amerikanischen Markt fokussieren. Dies führe zu einer völlig neuen Kräfteverteilung im europäischen Markt für Stegträger. Für 2007 rechnet Steico mit Umsatzerlösen von voraussichtlich 1,5 Millionen Euro aus dem Geschäftsbereich. Im Geschäftsjahr 2008 erwartet man demnach einen Umsatzsprung mit Stegträgern auf rund 12 Millionen Euro. Die Trägerelemente aus Holz und Holzwerkstoffen sollen annähernd 10 Prozent der Steico-Umsatzerlöse ausmachen.
Wie es weiter hieß, steht Steico in Verhandlungen zur Übernahme eines Baustoffproduzenten aus Westeuropa. Das nicht näher genannte Unternehmen fertige seine Produkte aus natürlichen Materialien.
Steico meldete ferner die Verlagerung seiner im September 2007 erworbenen Produktionsanlage für Platten aus Hanfschäben in das Steico-Werk Czarnków (Polen). Die Scholpp Montage GmbH, Stuttgart, werde die Anlage umsiedeln, hieß es. Ab 2009 erwarte Steico ein jährliches Gesamtumsatzpotenzial von 20 Millionen Euro aus dem Investment.

Zehn Prozent mehr Fläche bewirtschaftet das börsennotierte Landwirtschaftsunternehmen KTG Agrar AG zum Stichtag 31. Dezember 2007. Wie die Gesellschaft mit Sitz in Hamburg meldete, wurde der Flächenbestand gegenüber dem 30. November 2007 um weitere 1.650 Hektar auf rund 17.450 Hektar erhöht. Der Eigentumsanteil bei den neuen Flächen liege bei 27 Prozent.

Nach noch ungeprüften Zahlen hat das Schweizer Forstunternehmen Precious Woods Holding AG die Gesamteinnahmen in 2007 um 68 Prozent auf 100,9 Millionen US-Dollar gesteigert. Die Holz- und Stromverkäufe seien um 112 Prozent auf 91,4 Millionen Dollar angewachsen, wovon allerdings 41,5 Millionen Dollar auf die im April 2007 erworbenen Firmen in Gabun entfielen. Das organische Wachstum bezifferte Precious Woods mit 6,8 Millionen Dollar.
Der Mehrwert der Baumpflanzungen in Zentralamerika habe sich von 5,4 auf 6,0 Millionen Dollar erhöht, so die Schweizer weiter. Die Einnahmen aus Emissionsrechten seien von 11,4 auf 3,5 Millionen Dollar eingebrochen.

Laut Unternehmenschef Wilhelm Hörmanseder hat der österreichische Karton- und Faltschachtelkonzern Mayr-Melnhof Karton (MMK) AG 2007 ein Rekordergebnis erzielt. Genauere Zahlen könne er aber noch nicht nennen, erklärte er gegenüber der in Wien erscheinenden Zeitung „der Standard“. Das laufende Jahr werde weiteres Wachstum bringen. Ferner bemühe sich MMK sehr um Akquisitionen.

Die Asian Bamboo Group, börsennotierter Produzent von Bambusstämmen und biologisch angebauten Bambussprossen mit Sitz in Hamburg, hat drei Pachtverträge über rund 6.000 Hektar (ha) neue bereits kultivierte Bambus-Anbauflächen unterschrieben. Die Flächen befinden sich dem Unternehmen zufolge in der Fujian-Provinz in China. Die Laufzeit der Verträge betrage zwanzig Jahre ab dem 1. Februar 2008. Als Pacht würden einmalig 28 Millionen Euro gezahlt (4.700 Euro je ha). Wie Asian Bamboo weiter mitteilte, hat sich die kultivierte Anbaufläche seit dem Börsengang auf rund 15.000 Hektar fast verdreifacht. Durch verbesserte finanzielle Konditionen in den ausgehandelten Verträgen sei es gelungen, die Kosten für die Pachtung um annähernd 3 Millionen Euro auf rund 46 Millionen Euro zu reduzieren.

Die kanadische Herstellerin von Holz-Kunststoffgemischen, JER Envirotech International Corporation, hat dem Umsatz im ersten Quartal 2008 von 0,09 Millionen Dollar auf 0,4 Millionen Dollar gesteigert. Gleichzeitig stieg der Quartalsverlust von 1,3 auf 1,6 Millionen Dollar. Die Kosten für den Vertrieb lagen zudem mit knapp 0,8 Millionen Dollar doppelt so hoch wie der Gesamtumsatz.

Das kanadische Biolebensmittelunternehmen SunOpta Inc. hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2007 revidiert. Wie die Gesellschaft aus Toronto mitteilte, wird sie deutlich weniger Gewinn erzielen als ursprünglich erwartet. Aufgrund von Abschreibungen der Tochterunternehmen SunOpta Fruit und SunOpta BioProcess Groups werde der Gewinn nur 12 bis 14 Cents je Aktie erreichen, statt der ursprünglich anvisierten 35 bis 40 Cents. Genauere Angaben über die Probleme bei den Töchtern machte die Muttergesellschaft nicht. Der Umsatz werde mit etwas über 800 Millionen Dollar voraussichtlich höher ausfallen als angekündigt.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite Kurse.

Bilder: Windkraftanlagen der spanischen Gamesa SA; Stegträger von Steico/ Quelle jeweils: Unternehmen

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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