Nachhaltige Aktien, Meldungen

28.3.2007: Presseschau: Wie glaubwürdig ist das BP-Engagement für alternative Energien?

Wer Gutes tut, muss dabei nicht immer gute Absichten hegen. Das vermuten zumindest Kritiker des Mineralölkonzern BP hinter dessen Finanzierung des Energy Bioscience Institute (EBI) an der kalifornischen Elite-Universität Berkeley. BP hat angekündigt, die dortige Erforschung nachhaltiger Energien mit einer halben Milliarde Dollar zu unterstützen. Laut der schweizerischen "Wochenzeitung" kritisiert etwa Berkeley-Professor Miguel Altieri, dass der Konzern so "akademische Expertise einkauft, die über Jahrzehnte mit öffentlicher Unterstützung aufgebaut worden ist, um sie in Milliardeneinnahmen für sich selbst zu überführen". Erdölkonzerne drängten gegenwärtig auf breiter Front in das lukrative, weil patentträchtige Feld der Biotechnologie, stellt das Blatt einordnend fest.

Laut dem Bericht fürchtet man auch um die Unabhängigkeit der Forschung durch die Dominanz des Sponsoren aus der Ölbranche, der zum einen dem Konzern unliebsame Ergebnisse unterdrücken oder von vornherein erhindern könnte. Es wird darauf verwiesen, dass BP etwa ein in Kalifornien diskutiertes und vom Gouverneur letztlich verhindertes Gesetz zur Förderung alternativer Energien bekämpft hat. Die dafür geplanten Mittel In Höhe von vier Milliarden Dollar sollten über eine Steuer auf die Mineralölkonzerne gesammelt werden. Einem Artikel der "Financial Times" in zufolge hatte BP ferner in Texas erfolgreich gegen schärfere Umweltauflagen lobbyiert, mit denen Erdölraffinerien verpflichtet werden sollten, die von ihnen ausgestoßenen flüchtigen Kohlenwasserstoffe nicht mehr einfach in die Atmosphäre zu entlassen.

Bildhinweis: Der Konzern investiert längst nicht nur in sein Ölgeschäft samt Raffinerien und Pipelines: Wartungsarbeiten in Alaska / Quelle: BP
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