28.04.05

28.4.2005: Ad hoc: INTERSEROH AG - Informationen zur Pressekonferenz am 27. April 2005 auf der Messe IFAT in M?nchen

"Duale Systeme und Pfand ? neue L?sungswege für Systemdienstleister und Entsorgungswirtschaft"

Michael Mevissen
Vorstandsmitglied INTERSEROH AG

Markus M?ller-Drexel
Gesch?ftsf?hrer ISD INTERSEROH Dienstleistungs GmbH


Duale Systeme:
Der Markt für haushaltsnahe Verpackungen
Die Dienstleistungen und Kosten rund um die Verpackungsr?ckf?hrung werden zunehmend vom starken Einfluss der weltweit wachsenden Nachfrage nach Sekund?rrohstoffen bestimmt. Wer einen guten Zugang zur Rohstoffvermarktung hat, wird auch die besten Chancen haben, seine Dienstleistungen kosteng?nstig anbieten zu k?nnen. Vor diesem Hintergrund wird es spannend zu sehen, wie sich der Markt für die Erfassung haushaltsnaher Verpackungen entwickelt. Schlie?lich geht es hier um ein Marktvolumen von rund 5,5 Mio. Tonnen verschiedener Materialien mit einem Wert von rund 1,5 Milliarden Euro.


Seit Anfang des Jahres ist endlich Bewegung in den Markt für das Verpackungsrecycling gekommen. Entscheidend war hier die vom Kartellamt erzwungene Umstrukturierung der Duales System Deutschland AG. Noch beherrscht DSD zwar rund 95 Prozent des Marktes ? aber zusammen mit anderen Wettbewerbern wollen wir einen echten Markt für die R?ckf?hrung haushaltsnaher Verpackungen in Deutschland schaffen. Dieser soll nicht mehr von einem, sondern von mehreren Betreibern dualer Systeme organisiert und durch Selbstentsorgersysteme erg?nzt werden.

INTERSEROH ist in diesem Wettbewerb auf einem guten Weg: Nach Hamburg und Bayern hat uns Mitte April auch das Saarland als duales System zugelassen, wir erwarten in K?rze weitere Feststellungen. Mit den bisher drei Bundesl?ndern erreicht das DUALE SYSTEM INTERSEROH, das DSI, rund 18,5 Prozent der deutschen Bev?lkerung. Ziel ist, bis Ende 2005 in allen Bundesl?ndern die Antr?ge gestellt zu haben. Wir wollen 2005 mindestens die H?lfte der Bev?lkerung mit unserem Dualen System INTERSEROH erreichen und damit Industrie und Handel eine echte Alternative bieten.

Noch bis vor Kurzem wurde der Wettbewerb behindert: Sei es durch marathonartige Ausschreibungsdurchg?nge oder durch Klagen gegen unsere Feststellungen als duales System. Allein durch die langwierige Ausschreibung der Leistungsvertr?ge 2003 und 2004 hat der von EU und Kartellamt geforderte Wettbewerb mehr als ein Jahr verloren. Zum Stand heute: Die Ausschreibungen sind seit einem halben Jahr erledigt und DSD hat die Klage in Hamburg im Dezember zur?ckgezogen.

Ex-Monopolisten brauchen ihre Zeit, um im Wettbewerb zu reifen. Mit dem Eintritt der DSD AG in den Selbstentsorger-Markt erwarten wir aber ein Ende des Marketings ?ber die Gerichte. Es ist vor diesem Hintergrund nur schwer vorstellbar, dass sich die Entsorger und die Industrie k?nftig in eine weitere vollst?ndige Abh?ngigkeit von DSD begeben. Sie werden die angek?ndigte Ausdehnung des bisherigen Monopolisten sicherlich kritisch begleiten.

Jetzt m?ssen noch einige Kommunen vor allem in den neuen Bundesl?ndern realisieren, dass Wettbewerb herrscht. INTERSEROH unterst?tzt hier die neue Auffassung der kommunalen Spitzenverb?nde: Sie sagen, das Verfahren zur Abstimmung und Feststellung dualer Systeme in Kommunen und in den Bundesl?ndern sei viel zu zeitaufw?ndig und zu kompliziert. Eine Vereinfachung des Verfahrens w?rde den Wettbewerb z?gig bef?rdern und m?glicherweise die vom DSD aufgebauten Barrieren zum Beispiel in Form von Klagen k?nftig erschweren.

Selbstentsorgersysteme im Wettbewerb
W?hrend der Fokus der medialen Betrachtung auf den dualen Systemen liegt, bleiben die durch Preis und Handling attraktiven Selbstentsorgerl?sungen immer noch im Hintergrund ? und das, obwohl sie ein Marktpotenzial von rund 20 Prozent bei den Verkaufsverpackungen haben. Selbstentsorgersysteme sind an bestimmten Anfallstellen die zweckm??igste L?sung und dar?ber hinaus deutlich kosteng?nstiger als ein duales System. Sie sind die vom Gesetzgeber gewollte L?sung, mit der die Eigenverantwortlichkeit der Verpackungs-Inverkehrbringer bei der Entsorgung der Verpackungen geregelt wird.

Jedoch ist es wichtig, einen genauen Blick auf die Unterschiede zwischen den Systemen und ihren Anbietern zu werfen. Gerade die Begriffe Sicherheit, Qualit?t und Wettbewerb haben bei den Selbstentsorgersystemen eine besonders gro?e Bedeutung. Ein G?tesiegel w?rde Herstellern und Inverkehrbringern die Auswahl des Systems erleichtern und k?nnte die Einhaltung strikter Kriterien garantieren. Die k?rzlich formulierten Anforderungen des Markenverbands bieten für ein solches G?tesiegel eine hervorragende Richtschnur.

Das von INTERSEROH praktizierte System korrespondierender Anfallstellen erh?lt mit dem Positionspapier des Markenverbands eine weitere Best?tigung. Unser System ist, im Gegensatz zu anderen, nicht virtuell. Garantierte Qualit?t, die durch ein G?tesiegel beschrieben wird, verhilft der Selbstentsorgung zum Durchbruch und ist zum Nutzen der Hersteller.

Mit dem Eintritt der Duales System Deutschland AG in den Selbstentsorger-Markt erwarten wir au?erdem ein Ende des Marketings ?ber die Gerichte. Es hat sich in den vergangenen Jahren eindr?cklich gezeigt, dass gerade Ex-Monopolisten ihre Zeit brauchen, um im Wettbewerb zu reifen.

Einwegpfand:
Ein R?cknahmesystem im Umbruch
Einen spannenden Wettbewerb wird es auch im neuen Pfandsystem bei der R?cknahmepflicht für Vertreiber von Einweggetr?nken geben. Hier erwarten wir einen Markt mit rund sechs Milliarden Gebinden und einem Dienstleistungsvolumen von etwa 350 Mio. Euro.

Aktuell befinden wir uns in folgender Situation: Nachdem der traditionelle Lebensmitteleinzelhandel Einweg zun?chst fast vollst?ndig ausgelistet hat und für den Discount aufgrund der Insel-Praxis keine Notwendigkeit zum Clearing von Pfandentgelten besteht, konnten sich im Kern bisher zwei Systeme im Markt etablieren. Deren heutiger T?tigkeitsschwerpunkte sind der Convenience-Bereich - beispielsweise Kioske und Tankstellen - sowie der Getr?nkefachgro?handel. Eines dieser beiden Systeme betreibt INTERSEROH mit seiner Aktivit?t Westpfand-Clearing GmbH.

Aktuell arbeiten wir vorrangig mit einer Mehrzahl namhafter Brauerein (zum Beispiel Warsteiner, Bitburger, Krombacher, Veltins, Frankenheim, Reissdorf und Gaffel) sowie mit Getr?nke-Konzernen und Getr?nkefachh?ndlern in ganz Deutschland zusammen. Mit ?Coca-Cola? konnten wir Ende letzten Jahres den ersten gro?en Abf?ller alkoholfreier Getr?nke im wachsenden Kundenkreis begr??en.

INTERSEROH wird k?nftig im Rahmen der neuen Pfandregelung ab 2006 als ?Vollsortimenter? die gesamte Palette der Dienstleistungen anbieten. Ob Discounter, Lebensmitteleinzelhandel oder Convenience-Bereich: Wir k?nnen für jeden Kunden das Clearing ?bernehmen, also die Abrechnung der Pfandbetr?ge. Und wir sorgen auch für das so genannte Interclearing, die Abrechnung zwischen den Pfandsystem-Anbietern. Diese funktioniert schon heute ?hnlich wie die Abrechnungen der Banken untereinander für Geldabhebungen mit der EC-Karte.

W?hrend im Convenience-Bereich die h?ndische R?cknahme der Verpackungen und die Sammlung in einem Kunststoffsack weiterhin die Regel bleiben wird, werden Lebensmitteleinzelhandel und Discount zunehmend auf Automaten-L?sungen setzen. Nur Automaten k?nnen in der gebotenen Geschwindigkeit die Pfandberechtigung pr?fen.

INTERSEROH hat in Kooperation mit dem Automatenhersteller MRV einen Outdoor-Automaten für die R?cknahme von Einweggetr?nkeverpackungen entwickelt. Dieser wird vorrangig bei Anfallstellen mit hohem Gebinde-R?cklauf eingesetzt werden. In Zusammenarbeit mit dem Automatenhersteller Tomra haben wir vor einiger Zeit bereits eine Schnittstelle zur Datenverarbeitung etabliert. Entsprechende Indoor-Automatenl?sungen sind insbesondere für den traditionellen LEH wichtig. Erste Versuche mit R?cknahmeautomaten laufen seit Kurzem in Kooperation mit H?ndlern.

Durch eine ausgefeilte Logistiksoftware organisieren wir schon heute alle Entsorgungsfahrten und die Materialverwertung. Damit garantieren wir den gesetzlich vorgeschriebenen Mengenstromnachweis für die angeschlossenen Handelspartner. Derzeit stehen wir vor der Einf?hrung einer neuen SAP-basierten Hardware- und Softwarearchitektur ? diese bietet auch ein mit Internetportal, das hinsichtlich der Verf?gbarkeit Bankenstandard bietet. Kurzum: Mit dem modularen Dienstleistungspaket von INTERSEROH wird der Handel entlastet.

Zum weiteren Ausbau unseres bundesweiten Pfandsystems werden wir dar?ber hinaus in K?rze 25 vollautomatische Z?hlzentren betreiben. Neben unserem bereits vorhandenen bundesweiten Logistikangebot wollen wir fl?chendeckend z?hlen und damit die gesamte Bandbreite der Dienstleistungen anbieten. Zwei vollautomatisierte Z?hleinheiten betreiben wir schon heute in M?lheim an der Ruhr. Aufgrund der im Handel zun?chst nicht vorhandenen Automaten wird sich mit Start der Pfand-Neuregelung ab 2006 ein deutlich h?herer Z?hlbedarf ergeben.

Die neuen INTERSEROH-Z?hlzentren arbeiten voll automatisiert, eine h?ndische Pr?fung der Pfandberechtigung in den Zentren wie bei anderen Systemen ist nicht erforderlich. Das sichert Kostenvorteile für Handel und Industrie.

Herausgeber:
INTERSEROH AG
Aktiengesellschaft zur Verwertung
von Sekund?rrohstoffen
Unternehmenskommunikation
Stollwerckstra?e 9a
D-51149 K?ln
Tel.: +49 (0) 22 03/91 47-250
Fax: +49 (0) 22 03/91 47-406
E-Mail: presse@interseroh.de
Internet: www.interseroh.de
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