28.05.02

28.5.2002: Erster Freiburger Tag der ethischen und ökologischen Geldanlage: Ökologische Geldanlage bietet Rendite ohne Reue

Beim Ersten Freiburger Tag der ethischen und ökologischen Geldanlage fanden Anleger Angebote, die der Börsenkrise trotzen und der Umwelt nutzen.
"Ökologische Geldanlagen fahren gute Renditen ein. Wer sein Kapital mit Ansprüchen an Nachhaltigkeit, Umwelt und Ethik investiert, der muss nicht auf Verzinsung verzichten." Das stellten übereinstimmend Redner des Kongresses "Zukunftssicher investieren" fest, der zum "Ersten Freiburger Tag der ethischen & ökologischen Geldanlage" am Wochenende in der katholischen Akademie in Freiburg stattfand.

"Nachhaltige Aktienfonds haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie bei gleicher Wertentwicklung sogar weniger riskant sind als konventionelle", stellte etwa Andreas Knörzer fest, Direktor bei der Basler Bank Sarasin. Bestätigung erhielt er von unabhängiger Seite: Peter Grieble, Finanzexperte bei Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, erklärte: "Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben in der letzten Zeit belegt, wie ertragsstark ökologische Geldanlagen sein können." Zwar gebe es auch unter den grünen Anbietern schwarze Schafe, aber deren Anteil sei prozentual nicht höher als im üblichen Anlagemarkt.

Den Besuchern aus Freiburg, dem Umland, aber auch Bayern und der Schweiz präsentierten sich auch Pionierunternehmen aus dem Bereich des Grünen Geldes: Etwa Das Grüne Emissionshaus aus Freiburg, ein Windfondsanbieter, der bundesweit mehr Projekte verwirklicht hat als einige seiner an der Börse notierten Konkurrenten und zur deutschen Marktspitze zählt. Oder die ethisch-ökologisch orientierte GLS Gemeinschaftsbank aus Bochum, die bereits seit 1974 Projekte im ökologischen und sozialen Bereich durch günstige Kredite und Stiftungen unterstützt. Ihr Sprecher Christof Lützel kündigte an, seine Bank werde demnächst in Freiburg eine Filiale eröffnen. Jochen Mösslein, Vorstand der Freiburger Risikokapitalgesellschaft Venture Invest AG, mahnte, Zukunftssicherheit bei Arbeitsplätzen sei nur zu gewährleisten, wenn jetzt in kleine, nachhaltige Gründerunternehmen investiert würde.

Jürgen Wetzel, Veranstalter und gleichzeitig Inhaber der Schönauer Öko-Finanz, zeigte zahlreichen Besuchern die Investitionsmöglichkeit in der Freiburger Solarsiedlung, an der sich auch Kapitalanleger beteiligen können. Der Freiburger Solararchitekt Rolf Disch erläuterte zu dem Projekt: "Die Häuser werden eine gute Rendite erzielen, da sie für Mieter attraktiv sind - nicht zuletzt, weil die Heizkosten bei konventionellen Bauten in Zukunft erheblich steigen werden!"

Der Markt der Grünen Geldanlage biete mittlerweile eine sehr breite Palette an Produkten, sagte Jörg Weber, Veranstalter des Kongresses und Chefredakteur des Internetmagazins ECOreporter.de. Er verwies dazu auf Aussteller wie den nur regional tätigen Anbieter von Windfonds, die Fesa GmbH sowie auf die bundesweit arbeitende Skandia-Versicherung, die auch ökologische Altersvorsorgeprodukte anbietet. Wer sich als Freiburger täglich anschauen möchte, wie sein Geld arbeitet, kann sich noch an dem Neubau des Öko-Instituts beteiligen, einem Gebäude neben der Freiburger Solarsiedlung, das Vorbildfunktion für künftige Bürobauten haben dürfte.

Weitere Informationen über nachhaltige Geldanlage finden Sie im Internet unter www.ecoreporter.de; Mail: info@ecoreporter.de.
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