28.05.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

28.5.2004: Erfolgsmodell Sonnenstrom? - Deutsche Photovoltaikbranche meldet sprunghaftes Wachstum

Die deutsche Solarstromindustrie konnte ihre Produktion 2003 verdoppeln. Laut einer Meldung der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS) rechnet die Branche auch im laufenden Jahr aufgrund massiv gestiegener Nachfrage mit einem Zuwachs in etwa derselben Größenordnung. Dies gehe aus dem aktuell erschienenen Photovoltaik-Branchenreport hervor. Nach Einschätzung des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen werde Solarstrom weltweit langfristig die wichtigste Energiequelle sein.

Der kräftige Aufwind der Sonnenstromtechnologie (Photovoltaik) spiegele sich in der Zahl der in Deutschland verkauften Solarstromanlagen wieder, so die UVS. Allein in diesem Jahr sollen den Angaben zufolge rund 20.000 Solarkraftwerke mit einer Gesamtleistung von über 200 Megawatt neu installiert werden. Dies entspreche einem Umsatz von erstmals über einer Milliarde Euro, wovon hauptsächlich Handwerk und Mittelstand profitierten. Um der deutlich höheren Nachfrage gerecht zu werden, investiere die Industrie gegenwärtig rund 200 Millionen Euro jährlich in Modernisierung und Ausbau von Solarfabriken am Standort Deutschland. Gekoppelt mit verstärkten Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung führe dies zu einer stetigen Senkung der Produktionskosten. Die Exportquote der deutschen Solarindustrie liege gegenwärtig bei rund 20 Prozent.

Deutschland habe seine Führungsposition auf dem weltweiten Photovoltaikmarkt weiter ausgebaut und werde nur noch von Japan übertroffen, berichtet die UVS. Inzwischen seien vier deutsche Produzenten in die weltweite Top-Ten Liste der Solarzellenhersteller aufgerückt.

Das rasante Marktwachstum lasse sich auch anhand der Modulherstellung exemplarisch darlegen. So habe sich die heimische Produktion von 38 Megawatt (MW) im Jahr 2002 auf 83 MW im Jahr 2003 mehr als verdoppelt. Für 2004 werde ein Anstieg auf 180 Megawatt aus deutscher Herstellung prognostiziert. Damit habe sich die Modulproduktion in nur vier Jahren verzehnfacht (2000: 17,6 MW). Dies gehe aus dem im Auftrag der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung IÖW erstellten und am Freitag veröffentlichten Photovoltaik-Branchenreport hervor.

Derzeit zählt die Solarstromindustrie in Deutschland laut der Meldung 43 Hersteller: 24 Unternehmen fertigen Solarmodule, sechs produzieren Solarzellen und fünf das Ausgangsmaterial Solarwafer. Zudem gibt es 12 Fabrikanten von Wechselrichtern, welche solaren Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln. Bislang arbeiten in diesem jungen Technologiezweig 15.000 Beschäftigte. Zusammen mit der Solarwärme konnten in den letzten sechs Jahren rund 27.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Laut Prognosen der UVS werden 2010 in der deutschen Solarbranche insgesamt rund 100.000 Menschen arbeiten.

Aktive und passive Sonnennutzung am Beispiel der Freiburger Solarsiedlung / Quelle: Unternehmen
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