28.08.03

28.8.2003: Meldung: VA Technologie AG: 1. Halbjahr 2003

- Auftragseingang auf Vorjahresniveau
- Operatives Ergebnis (EBIT) plus 15%
- Netto-Ergebnis um 73% deutlich gestiegen
- Weiterhin positive Netto-Liquidität, verbesserter Free Cash Flow im Vergleich zu Q1/2003
- Erfolgreicher Turnaround der Metallurgietechnik erreicht, deutliche Verbesserung im Geschäftsverlauf
- Weiterhin gute Geschäftsentwicklung im Bereich Hydraulische Energieerzeugung und im Bereich Infrastruktur
- Verzögerte Vergabetätigkeit und Margendruck im Bereich Energieübertragung und -verteilung
- Restrukturierung des Bereiches Wassertechnik
- Ausblick 2003 unverändert: Auftragseingang und Umsatz in der Größenordnung des Vorjahres; deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses sowie positives Nettoergebnis


Stabile Auftragslage
Insgesamt war das erste Halbjahr 2003 von der weltweit instabilen konjunkturellen Entwicklung sowie den Nachwirkungen des Irak Krieges und der Lungenkrankheit SARS, vor allem im asiatischen Raum, geprägt. Die Kapitalgüterindustrie war insofern davon betroffen, als es zu Verschiebungen bzw. zu Verzögerungen von Investitionsvorhaben kam. Der starke EURO im Vergleich zum US-Dollar erschwerte zusätzlich das Exportgeschäft. Trotz dieser schwierigen allgemeinen Situation konnte die VA TECH den Auftragseingang im ersten Halbjahr 2003 mit 2.211 Mio. EUR auf dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreswertes halten und zeigt somit eine zufriedenstellende Entwicklung. Den höchsten Auftragseingang im 1. Halbjahr 2003 erzielte der Unternehmensbereich Energieübertragung und -verteilung mit einem Anteil von 28%, dicht gefolgt von den Bereichen Hydraulische Energieerzeugung (27%) und Metallurgietechnik (25%). Die Bereiche Infrastruktur sowie Wassertechnik trugen 18% bzw. 5% bei. (Konzernservices und Konsolidierung minus 3%). Der Auftragsstand von 4.335 Mio. EUR hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2002 um 9% erhöht, liegt jedoch niedriger als vor einem Jahr.

Umsatz und Ertragslage
Der Umsatz lag mit 1.724 Mio. EUR um 4% unter der Vergleichsperiode des Vorjahres. Ausschlaggebend für diese Abweichung war die geringere Umsatzrealisierung der Metallurgietechnik, Energieübertragung und -verteilung sowie Wassertechnik. In den Unternehmensbereichen Hydraulische Energieerzeugung und Infrastruktur war hingegen ein Wachstum zu verzeichnen. Den größten Anteil am gesamten Konzernumsatz trug der Bereich Energieübertragung und -verteilung mit 32% bei. Europa war gemessen am Umsatz mit 63% der dominierende Markt des VA TECH Konzerns.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwert-Amortisation (EBITA) betrug im ersten Halbjahr 42,8 Mio. EUR und lag somit um 19% über dem Vorjahresvergleichswert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 23,1 Mio. EUR im Vergleich zu 20,1 Mio. EUR in den ersten sechs Monaten 2002. Im EBIT inkludiert sind Restrukturierungskosten sowie positive Effekte aus der Reduktion von langfristig gebundenem Anlagevermögen (Sale and Leaseback Transaktion Metallurgietechnik mit einem realisierten Effekt von rund 11 Mio. EUR).

Das Finanzergebnis des VA TECH Konzerns in den ersten sechs Monaten des Jahres 2003 verbesserte sich von minus 108,0 Mio. EUR auf minus 48,5 Mio. EUR auf Grund von gestiegener Liquidität, niedrigeren Zinssätzen, sowie Wegfall der Abschreibung der Beteiligung am deutschen Unternehmen Babcock Borsig Power (44,4 Mio. EUR).

Das Periodenergebnis verbesserte sich im ersten Halbjahr von minus 85,1 Mio. EUR in 2002 um 61,7 Mio. EUR auf minus 23,4 Mio. EUR.


Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme zum 30. Juni 2003 verringerte sich im Vergleich zum 31. Dezember 2002 um 6% auf 3.418 Mio. EUR. Die Vermögensstruktur setzte sich aus 33% langfristigen und 67% kurzfristigen Vermögensgegenständen zusammen. Das Eigenkapital inklusive Minderheitenanteile betrug 472 Mio. EUR, dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 13,8%. Die Bruttoliquidität per 30. Juni 2003 betrug 741 Mio. EUR (nach 822 Mio. EUR zum Ultimo 2002). Nach Abzug der verzinslichen Verbindlichkeiten von 722 Mio. EUR (739 Mio. EUR zum Ultimo 2002) ergibt sich somit eine positive Nettoliquidität von 19 Mio. EUR (nach minus 45 Mio. EUR zum 30. Juni des Vorjahres bzw. 83 Mio. EUR Ende 2002).

Durch Fortführung eines konsequenten Cash-Managements konnte somit der Verschuldungsgrad (Gearing) erfreulicherweise bei minus 4% gehalten werden.


Cash Flow und Investitionen
Der Cash Flow aus dem Ergebnis der ersten sechs Monate des Jahres betrug 22 Mio. EUR (nach 3 Mio. EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres). Unter Einbeziehung der Veränderungen im Working Capital ergab sich ein Cash Flow aus der Betriebstätigkeit von minus 74 Mio. EUR (nach plus 15 Mio. EUR in den ersten sechs Monaten des Vorjahres).

Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit betrug 47 Mio. EUR (nach minus 32 Mio. EUR). Darin inkludiert sind sowohl Investitionen in Sachanlagevermögen/immaterielle Vermögensgegenstände oder in Beteiligungen als auch liquiditätssteigernde Effekte aus der Reduktion von langfristig gebundenem Anlagevermögen.
Daraus ergibt sich ein Free Cash Flow von minus 27 Mio. EUR (nach minus 16 Mio. EUR im ersten Halbjahr 2002).


Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Der Personalstand per 30. Juni 2003 verringerte sich im Vergleich zum Jahresende 2002 um 1% auf 17.552. Im Vergleich zum Mitarbeiterstand per 30. Juni 2002 bedeutet dies eine Reduktion von 689 Mitarbeitern (4%).

Neue Eigentümerstruktur der VA TECH
Die Eigentümerstruktur der VA TECH setzt sich nach dem Erwerb des Anteils der voestalpine AG in Höhe von 19,05% durch die VICTORY Industriebeteiligung AG sowie dem Verkauf von 9% des ÖIAG-Anteiles wie folgt zusammen: 19,05% VICTORY Industriebeteiligung AG, 15% ÖIAG, 64,28% Streubesitz, 1,67% werden im Rahmen eines Mitarbeiteraktienprogramms von der VA TECH gehalten.

Der Verkauf von 9% des Aktienanteiles der ÖIAG an österreichische und internationale Finanzinvestoren bis zum 8. August ist unter dem Blickwinkel des geplanten vollständigen schrittweisen Rückzugs des Staates aus seinen Beteiligungen gemäß Beschluss des Aufsichtsrates der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG) am 10. Juli 2003 zu sehen.

Balanced Scorecard - ein Instrument zur Umsetzung von Strategien
Zu Beginn des zweiten Quartals 2003 wurde das Projekt "Balanced Scorecard" in der VA TECH gestartet. Die Balanced Scorecard ist ein Instrument, mit dem die Umsetzung von Strategien besser nachvollziehbar und vor allem messbar gemacht werden kann. Ziel ist auch hier die konsequente Strategieumsetzung und die Optimierung unserer Leistungsprozesse zur Ergebnissteigerung.
Entwicklung der Unternehmensbereiche

In der Metallurgietechnik (VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau/VAI) konnte ein erfolgreicher Turnaround erreicht werden mit deutlichen Verbesserungen bei Auftragseingang und Ergebnis.

Der Auftragseingang entwickelte sich auch im zweiten Quartal erfreulich (plus 14% gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres), sodass insgesamt mit einem Auftragseingang in Höhe von 552 Mio. EUR eine Steigerung um 10% im ersten Halbjahr 2003 zum Vorjahr verzeichnet werden konnte. Die regionale Auftragsverteilung zeigt Europa mit 64% (GUS18%) und Asien mit 16%.

Im zweiten Quartal 2003 wurde ferner eine deutliche operative Ergebnissteigerung mit einem Ergebnisbeitrag von 9,2 Mio. EUR nach 1,3 Mio. EUR im zweiten Quartal des Vorjahres erwirtschaftet. Insgesamt konnte im ersten Halbjahr trotz geringerem Umsatz ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 21 Mio. EUR (unter Einrechnung der im ersten Quartal realisierten Sale and Leaseback Transaktion im Ausmaß von rund 11 Mio. EUR) nach minus 4,7 Mio. EUR im ersten Halbjahr 2002 erzielt werden.

Der Wachstumsmotor des Marktes ist weiterhin China. Steigende Investitionsbereitschaft ist in der GUS, im Nahen/Mittleren Osten und in Brasilien zu erkennen. Europa zeigt eine stabile Entwicklung.

Im Juni konnte ein großer Auftrag zur Errichtung eines neuen Rostfrei-Stahlwerkes für ARCELOR im Werk Charleroi/Belgien hereingenommen werden. Weitere bedeutende Aufträge waren eine Polymerbeschichtungsanlage, eine Knüppelstranggießanlage sowie Komponenten für einen Pfannenofen für das russische Kombinat Magnitogorsk, eine Feuerverzinkungsanlage für Handan bzw. eine Brammenstranggießanlage für Anshan in China sowie die Modernisierung einer Glüh-/Beizlinie für Columbus in Südafrika.

Die gute Stellung des Bereiches Automation wird durch ein beachtliches Wachstum - und durch die Hereinnahme der Aufträge von Stahlwerke Bremen und Thyssen Krupp Stahl in Deutschland, NTMK und Magnitogorsk in Russland sowie Maanshan in China unterstrichen. Auch der Geschäftsbereich Metallurgical Services nimmt weiterhin eine zufriedenstellende Entwicklung.

Die Hydraulische Energieerzeugung (VA TECH HYDRO) zeigt eine stabile Entwicklung. Auftragseingang (592 Mio. EUR), Umsatz (400 Mio. EUR) und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT 22,2 Mio. EUR) lagen im ersten Halbjahr 2003 signifikant über den Vergleichswerten des ersten Halbjahres 2002.
Europa mit 83% der Aufträge ist der dominante Markt. Es herrscht steigende Nachfrage nach Pumpspeicheranlagen zur Abdeckung von Bedarfsspitzen sowie zur Netzstabilisierung.

Die gute Auftragsentwicklung im ersten Halbjahr bei Wasserkraftwerken konnte durch zwei Aufträge aus Pakistan (Water and Power Development Authority) fortgesetzt werden. Modernisierungsaufträge, unter anderem aus Portugal, der Schweiz und Bulgarien runden die Kontinuität der Geschäftsentwicklung ab.
Der positive Trend bei der Errichtung von Gas-Kombikraftwerken wird durch die Auftragseingänge wie das Heizkraftwerk Süd in München sowie das Projekt Thessaloniki in Griechenland deutlich unterstrichen.

Im Unternehmensbereich Energieübertragung und -verteilung (VA TECH Transmission & Distribution) ist die Geschäftsentwicklung durch verzögerte Vergabetätigkeit geprägt. Der Auftragseingang lag mit 612 Mio. EUR im ersten Halbjahr 2003 rd. 10% unter dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Auch der Umsatz (544 Mio. EUR) erreichte nicht den vergleichbaren Wert des Vorjahres.
Durch die geringere Umsatzrealisierung sowie den vorherrschenden Preisdruck infolge des starken EURO und der angespannten Wettbewerbssituation fiel das operative Ergebnis mit 2,0 Mio. EUR geringer als im Vorjahr aus. Ein Produktivitäts- und Ergebnissteigerungsprogramm ist in Umsetzung.

Europa ist, gemessen am Auftragseingang mit 48%, weiterhin die stärkste Region der ersten sechs Monate. Das Umfeld in Europa ist auch weiterhin stabil. Nach den jüngsten Stromausfällen in den USA und Kanada ergeben sich neue Marktchancen. Aus Südamerika, mit dem wichtigen Markt Brasilien, werden Impulse für die zweite Jahreshälfte erwartet.

Zu den größten Aufträgen im zweiten Quartal 2003 zählen ein Umspannwerk für eine Kraftwerksanlage in Indien sowie die Erweiterung des Umspannwerkes DRAX für National Grid in Großbritannien. In Kanada konnte mit Hydro One Networks ein neuer Kunde für die Lieferung von Verteiltransformatoren gewonnen werden.

Der Bereich Wassertechnik (VA TECH WABAG) hat die Restrukturierung als vorrangiges Ziel. Die Marktentwicklung, primär in Europa, ist von Budgetkürzungen im Industriesektor sowie der angespannten Haushaltslage kommunaler Kunden gekennzeichnet. Dies führt zu Verschiebungen von Investitionsvorhaben. Der Markt für den wassertechnischen Anlagenbau in Indien entwickelt sich weiterhin außerordentlich positiv.
Vor diesem Hintergrund sind der rückläufige Auftragseingang (114 Mio. EUR) sowie Umsatz (88 Mio. EUR) im ersten Halbjahr 2003 zu sehen. Firmenwertabschreibungen, Restrukturierungskosten, Unterauslastung einiger lokaler Niederlassungen und die Finalisierung negativer Projekte führten zu einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von minus 23,7 Mio. EUR im ersten Halbjahr. Eine mögliche Devestition ist in Verhandlung.

Die größten Einzelaufträge des Bereiches Wassertechnik waren die Modernisierung der Trinkwasseraufbereitung der Stadt Würzburg, eine Abwasseranlage für Chalons en Champagne in Frankreich, eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für Hindustan Construction Company Ltd. in Indien sowie die Verlängerung der Betriebsführung der kommunalen Kläranlagen und des Kanalnetzes in Eisleben/BRD.

Die Geschäftsentwicklung im Bereich Infrastruktur (VA TECH ELIN EBG/Elektromechanisches Engineering, Dienstleistungen einschließlich Gebäude-Management sowie ai informatics/ Informationstechnologie) ist weiter stabil. Sowohl Auftragseingang (400 Mio. EUR) als auch Umsatz (306 Mio. EUR) lagen im ersten Halbjahr über den Kennzahlen zum Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte mit 7 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr wesentlich verbessert werden. Der Auftragseingang der ersten sechs Monate zeigt Schwerpunkte in Österreich (65%), Deutschland (10%) und Tschechien (7%).

Das Marktwachstum in Österreich bleibt 2003 verhalten. In den Ländern Mittel- und Osteuropas ist mit einer positiven Wachstumsentwicklung deutlich über dem EU-Schnitt zu rechnen. Zu den größten Aufträgen gehören das Generalunternehmerprojekt "Hilton Hotel" in Wien, die technische Gebäudeausrüstung der neuen Eissporthalle Innsbruck und die Generalunternehmerschaft bei der Errichtung der Therme Nova Köflach inklusive eines 4-Sterne Hotels.

Von Mobilkom und Alcatel Austria konnten mehrjährige Facility Management-Aufträge unter Vertrag genommen werden. Eine leichte Erholung zeichnet sich in der Informationstechnologie, insbesondere im Outsourcingbereich, ab. In Tschechien, Polen und Ungarn konnte ein wesentlich erhöhter Auftragseingang erzielt werden (plus 34% im Vorjahresvergleich).
Ausblick für 2003

Auch vor dem Hintergrund einer weiterhin unbeständigen konjunkturellen Situation in der Kapitalgüterindustrie halten wir den Ausblick für das gesamte Jahr 2003 unverändert aufrecht. Auftragseingang und Umsatz des Jahres 2003 sollten in der Größenordnung des Vorjahres liegen. Ferner erwarten wir eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses (EBIT) sowie ein positives Nettoergebnis.
Das im Vorjahr beschlossene Aktienoptionsprogramm für Mitarbeiter befindet sich derzeit in Umsetzung. Das VA TECH-Modell "CHANCE AKTIE NEU" bietet allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Chance, von Mitarbeitern zu "Miteigentümern" zu werden.

Die börsenotierte VA Technologie AG (VA TECH) ist ein fokussiertes Technologie- und Serviceunternehmen, das Wert für Kunden über den gesamten Anlagen-Lebenszyklus schafft. Der Konzern verfügt über führende internationale Positionen in den Bereichen Metallurgietechnik, Hydraulische Energieerzeugung, Energieübertragung und -verteilung, Wassertechnik sowie Infrastruktur. Im Jahr 2002 erzielte die VA TECH mit 17.725 Mitarbeitern einen Umsatz nach IAS von EUR 3,9 Mrd.

Für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Wolfgang Schwaiger
Lunzerstraße 64, A-4031 Linz
Tel: +43/732/6986-9222, Fax: +43/732/6986-3416
e-mail: wolfgang.schwaiger@vatech.at
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