28.09.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

28.9.2004: Diplomat oder Schönredner? - Neuer Vorstandschef bagatellisiert Probleme von Statoil

Beim norwegischen Ölkonzern Statoil ASA mussten im vergangenen Jahr der Vorstandschef und der Aufsichtsratsvorsitzende nach Korruptionsvorwürfen zurücktreten. Hintergrund war eine Bestechungsaffäre um einen Sohn des früheren iranischen Präsidenten Rafsandschani. Im Juni verhängten die norwegischen Behörden wegen unzulässiger Einflussnahme auf Mitglieder der iranischen Führung eine Buße, US-Behörden haben ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Dennoch sieht der neue Statoil-Chef Helge Lund keinen weiteren Handlungsbedarf und das Unternehmen auf einem guten Weg. Das geht aus seinen Äußerungen gegenüber der in London erscheinenden Financial Times hervor. So habe Statoil hinsichtlich Fragen der Integrität kein Problem. Das Unternehmen wie die einzelnen Beschäftigten bemühten sich außerordentlich um ein ethisch einwandfreie Geschäftspraktiken, erklärte Lund.

Auch dass Statoil sich zuletzt schwer tat, Großprojekte in vorgegebenen Zeitrahmen umzusetzen, bei einem milliardenschweren Erdgasprojekt in der Barents See die Kosten explodieren, wurde von ihm bagatellisiert. Das seien "Herausforderungen", wie sie sich jedem Wirtschaftsunternehmen stellten. Dass die Regierung in Oslo erwägt, ihren Aktienanteil von 77 auf 67 Prozent zu reduzieren, befand Lund ferner als uninteressant. Offen ließ er zudem die Frage, ob es zu einem Zusammenschluss von Statoil mit Norsk Hydro und somit zur Bildung eines norwegischen Energiekonzerns kommen wird.

Statoil ist in mehreren Nachhaltigkeitsfonds sowie unter anderem im Nachhaltigkeitsindex DJSI World enthalten.

STATOIL ASA Navne-Aksjer: ISIN NO0010096985 / WKN 675213
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