29.10.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

29.10.2004: Pläne für neue Rechnungslegungsrichtlinien in der EU - Vorstände sollen mehr Verantwortung übernehmen

Die EU-Kommission hat vier grundlegende Überarbeitungen der EU-Rechnungslegungsrichtlinien vorgeschlagen. Dadurch soll das Vertrauen in die Vorlage von Unternehmensabschlüssen gestärkt werden. Die Vorstandsmitglieder sollen gemeinsam für die Abschlüsse und wesentliche Nichtfinanzinformationen verantwortlich sein. Gefordert werden auch eine transparentere Gestaltung der Geschäfte nichtbörsennotierter Unternehmen mit verbundenen Parteien und die vollständige Informationspflicht über außerbilanzielle Vereinbarungen. Dazu zählen auch die “Special Purpose Vehicles” (Zweckgesellschaften), die unter Umständen in sog. Offshore-Ländern gelegen sind. Börsennotierten Gesellschaften sollen darüber hinaus eine jährliche “Corporate Governance”-Erklärung abgeben. Diese Vorschläge sind Bestandteil des Aktionsplans der Kommission auf dem Gebiet des Gesellschaftsrechts, der im Mai 2003 veröffentlicht wurde.

Der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Frits Bolkestein sagte dazu: “Die jüngsten Finanzskandale haben gezeigt, dass die Anleger und das Publikum stärker gegen Betrügereien geschützt werden müssen. Wir wollen nun vier Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem wir sicherstellen, dass der Unternehmensvorstand für das verantwortlich ist, was er den Märkten erzählt, die Geschäfte mit verbundenen Parteien erläutert werden, die Abschlüsse den außerbilanziellen Vereinbarungen Rechnung tragen und die Märkte wissen, wie die Unternehmen geführt werden. Damit werden das Vertrauen in die EU-Kapitalmärkte gestärkt und schlechte Praktiken reduziert."

Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften sollen der Gesellschaft gegenüber für Finanzinformationen und sonstige wichtige Informationen, die sie veröffentlichen, verantwortlich sein. Die Mitgliedstaaten sollen über angemessene Sanktionen und Haftungsregeln verfügen, für den Fall das die Vorstandsmitglieder den Rechnungslegungsvorschriften nicht nachkommen.

Da Anleger Klarheit über die "Corporate Governance" benötigen, um Anlageentscheidungen treffen zu können, sollen laut Kommissionsvorschlag alle börsennotierten EU-Unternehmen in ihrem Lagebericht eine "Corporate Governance"-Erklärung abgeben.
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