29.10.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

29.10.2007: Aktien-News: Rin in die Kartoffeln, Raus aus die Kartoffeln: Energiekonzern RWE AG will Tochtergesellschaft für Erneuerbare Energien aufbauen

Der Essener Energieriese RWE AG will stärker in Erneuerbare Energien investieren. Medienberichten zufolge plant das Unternehmen, dafür zum 1. Februar 2008 eigens eine Tochtergesellschaft für Erneuerbare Energien zu gründen. Die neue Tochter solle direkt an die Essener Holding angebunden werden, so RWE. Bisher kommen den Angaben zufolge weniger als fünf Prozent des RWE-Stroms aus erneuerbaren Energien (Zahlen 2006). Dennoch gelte die britische RWE-Tochter Npower als Branchenführer für Windkraft in Großbritannien. Der Energiekonzern errichte dort derzeit zwei Offshorewindparks. In Frankreich seien im September überdies zwei Windparks in Betrieb gegangen.

Die Planungen für das neue Tochterunternehmen liegen laut den Berichten bei einem Team aus dem Group Center in Essen, der Kraftwerkstochter RWE Power, der Vertriebssparte Energy und der britischen Tochter npower. Es solle ein Manager außerhalb des Konzerns gesucht werden, hieß es.
Der neue RWE-Chef Jürgen Großmann steht den Angaben zufolge maßgeblich hinter den Plänen. In einem Schreiben an seine Mitarbeiter habe Großmann erklärt, dass RWE künftig bei Innovationen, Umwelttechnologien und dem Einsatz von erneuerbaren Energieträgern führend sein wolle.

So neu ist die Idee einer spezialisierten Neue-Energien-Tochter im RWE-Konzern allerdings nicht: Die ehemals börsennotierte Konzerntochter Harpen AG war seit 2002 auf die Kerngeschäftsfelder Energie und Immobilien fokussiert worden (ECOreporter.de berichtete). Das Unternehmen investierte massiv in Erneuerbare-Energie-Projekte, insbesondere im Bereich der Windenergie und Biomasse. Zwischenzeitlich war sogar der Sprung in den MDax anvisiert. Im Jahr 2004 hatte dann offensichtlich der Wind im Konzern gedreht, die Mehrheitsaktionärin RWE überraschte die Harpen Aktionäre mit einem Squeeze-Out. Die Erneuerbare-Energie-Aktivitäten von Harpen wurden übertragen und verkauft. Damit wurde eines der erfolgversprechendsten Neue-Energie-Portfolios zerschlagen.
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