02.04.01

29.11.2000 Triple Bottom Line Conference: Richtige Finanzentscheidungen benötigen mehr als Finanzdaten

In Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich sind schon jeweils mehr als 20 ethisch-ökologische Fonds/ Pensionfunds von zahlreichen Banken und Anlagegesellschaften am Markt. Die Fonds haben zum Teil mehrere hundert Millionen Euro an Volumen. Und in Großbritannien zum Beispiel haben ethisch-ökologische Geldanlagen in Fonds ein Volumen von mehr als 5 Millarden Euro erreicht.

Dieser Trend dokumentierte sich auch bei der Anfang des Monats in Rotterdam durchgeführten 2. Triple Bottom Line Investing Conference mit über 300 Teilnehmern überwiegend aus den Benelux-Staaten, Großbritannien, Frankreich, Schweiz, USA, Skandinavien und weiteren 18 Ländern.

Die hierbei anwesenden Finanzdienstleister waren sich darin einig, daß heute eine fundierte Investmententscheidung nicht länger nur auf Basis der Finanzbilanz eines Unternehmens getroffen werden kann. Die Vertreter u.a. von Rabobank, Fortis, ING Group, Artesia Group, SNS Reaal, Lloyds TSB, Credit Suisse, UBS, Sarasin, Lombard Odier betonten, daß notwendigerweise für eine solide Analyse einer nachhaltigen Unternehmenszukunft ein "triple bottom line"-Anspruch erforderlich sei - also finanzielle, umweltbezogene und soziale Aspekte von wesentlicher Bedeutung sind. In einem Statement erläutert dies Robert Rubinstein,der Konferenz-Koordinator : "Companies that maintain excellent environmental standards, superior social practices, and achieve financial success will grow in value, have lower risk, and give better long-term returns." (Zitat nach Wall Street Journal Europa, vom 14.11. 2000)

Bei der Konferenz wurden neben zahlreichen Themen wie Umwelt-Rating und der aktuellen Situation zum Klimaschutz insb. Themen über die gesellschaftliche Verantwortung wie "Corporate Governance", "Corporate Integrity and Ethical Codes" verhandelt. Dabei machten sich auch Claude Fussler (Dow Chemical Europe, WBCSD) und Geoffrey Chandler (Amnesty International, GB) für die Integration der Menschenrechte in die internationale Tätigkeit von Unternehmen stark.
Ein unternehmensinterner "Code of Conduct", der nur für die Unternehmnestätigkeit im Heimatland gelte, könne dabei nicht ausreichen.

Als praktische Beispiele für die Verbindung von innovativem Management-prozess, umweltbezogenen Werten mit nachhaltigen Anforderungen an ein triple bottom Line-Experience präsentierten die Unternehmen Henkel KGaA und Deutsche Telekom AG ihre bisher gemachten Erfahrungen. Hierbei zeigte sich wieder, dass umweltbezogene Managementsysteme zur nachhaltigen Wertsteigerung von Unternehmen eine notwendige Basis bilden. Mitarbeiter und Unternehmensziele, Umwelt und Profit bestimmen eine vernünftige Kooperation mit langfristigen Effekten.

Die positive Resonanz auf den Kongreß bei den Teilnehmern und darüber hinaus stellt sicher, daß die Konferenz im Oktober 2001 fortgesetzt wird. (Infos hierzu über www.tbli.org)
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