29.03.05

29.3.2005: Frei lesbar: Investment in Biomasse und Ingenieur Know-how - Genussscheine der NEK Ingenieur Gruppe GmbH

Die NEK Ingenieur Gruppe GmbH gibt Genussscheine heraus. 2,5 Millionen Euro will sie platzieren. Das System ist ab sofort im Telefonhandel der VALORA Effektenhandel gelistet, abrufbar zum Beispiel im n-tv Videotext, Seite 808. Damit ist ein Verkauf der Genussscheine auch vor Ablauf der Mindestlaufzeit m?glich. Die Kursstellung erfolgt durch VALORA Effektenhandel. Die Handelbarkeit des Scheins ist aus Sicht der NEK ebenso wie die Girosammelverwahrf?higkeit ein erheblicher Vorteil für den Anleger. Die Mindestlaufzeit gem?? Prospekt betr?gt je nach Zeitpunkt der Zeichnung maximal 5 Jahre und 9 Monate. Eine K?ndigung ist fr?hestens zum 31.12.2010 mit einer Frist von 6 Monaten m?glich. Der Ausgabekurs w?hrend der Erstzeichnung ist vorab durch die Emittentin festgelegt. ECOreporter.de sprach mit dem NEK-Gesch?ftsf?hrer Stephan Wachtel ?ber die Emission und ?ber Risiken und Chancen der NEK-Ingenieur-Gruppe.


ECOreporter.de: Wozu werden sie das Kapital verwenden, das Ihrem Unternehmen mit der Emission zuflie?t?

Stephan Wachtel:: Der ertragsstarke Bereich Contracting mit unserem Fokus auf der innovativen Nutzung von Biomasse soll unter Einsatz der M?glichkeiten des neuen EEG sukzessive ausgebaut werden. Ein Beispiel daf?r ist das von NEK entwickelte Partnermodell Biomasse. Im Rahmen dieses Contracting-Modells bieten wir den Kunden an, ihnen die W?rme g?nstiger zu liefern als die bisherige W?rme, die ?ber konventionelle Energietr?ger erzeugt wurde.

Den in diesem Prozess erzeugten Strom, der nach EEG verg?tet wird, speisen wir in das Netz ein. Beide Partner partizipieren also! Wir setzen für Liegenschaften mit mehr als zwei Megawatt W?rmebedarf Pflanzen?l-Blockheizkraftwerke (BHKW) ein. Der Investitionsbedarf für ein solches BHKW betr?gt ca. 400.000 Euro. Bei 20 Kraftwerken innerhalb der n?chsten zwei Jahre braucht man bei einer Eigenkapitalquote von 25% also zwei Millionen Euro. Der Rest des Genusskapitals soll in verschiedene Einzelma?nahmen flie?en, beispielsweise in Fern?berwachungssysteme, die im Rahmen von Betriebsf?hrungsmodellen zur Energieeffizienzsteigerung ben?tigt werden.


ECOreporter.de: K?nnen Sie mit drei S?tzen den Gesch?ftszweck Ihres Unternehmens umrei?en?

Stephan Wachtel:: NEK steht für Neue Energie Konzepte und damit seit 10 Jahren für die erfolgreiche Planung und Entwicklung von innovativen Projekten, die die Einsparung von Kosten durch eine nachhaltige Reduzierung des Energieverbrauchs (Strom, W?rme, K?lte etc.) zur Schonung der nat?rlichen Ressourcen zum Ziel haben.

Im Interesse der Kunden werden Energie-Einsparpotenziale in bestehenden Geb?uden, z.B. bei der Wohnungsmodernisierung, analysiert und realisiert. In Neubauprojekten werden individuelle Energiekonzepte entwickelt und integriert. Die Einsparung und der gezielte Einsatz von Energie zum Vorteil der Auftraggeber ist dabei ein Erfolgsfaktor des Unternehmensverbundes.

Die NEK Gruppe bietet heute umfassende Leistungen im Energiemarkt an und deckt die gesamte Wertsch?pfungskette ab: Sie kann dieses Potenzial in individuellen Energieversorgungs-Vertr?gen (Contracting) selbst nutzen oder ihren Kunden einzelne Leistungen (Engineering) anbieten.


ECOreporter.de: Welche Referenzprojekte haben Sie?

Stephan Wachtel:: Bereits im Gr?ndungsjahr wurde das Projekt ?Solargeb?ude Leinefelde? realisiert, das für die Arbeit der NEK Gruppe exemplarisch ist. Durch die Simulation des energetischen und thermischen Verhaltens konnte ein Energiekonzept verwirklicht werden, das viele Anforderungen, die erst heute als Vorschrift bestehen, erf?llt. Auf eine konventionelle Klimatisierung wurde v?llig verzichtet. Die Energie wird mit Solar- und Erdw?rme regenerativ zur Verf?gung gestellt. Durch eine maximale D?mmung werden niedrigste Bedarfswerte erreicht. Der Gesamtenergieverbrauch der letzten Jahre betrug im Mittel weniger als 20 kWh/m? (entspr. Zwei Liter ?l pro Quadratmeter).

Das ARTEMIS Biomasse Kraftwerk, 2004 in Betrieb genommen, erzeugte Strom, der als ?erneuerbare Energie? mit gesetzlicher Garantie verg?tet wird. Die W?rme wird in das W?rmenetz ?Am Flughafen? der Braunschweiger Versorgungs AG eingespeist und versorgt ?ffentliche und private Kunden mit W?rme. Die Anlage verf?gt ?ber eine W?rmekapazit?t von ca. 600 kW und eine Stromkapazit?t von ca. 500 kW.

F?r die Neubauten Schweizer Viertel Berlin hat die NEK Gruppe eine strategische Partnerschaft mit dem GAGFAH-Konzern in Essen geschlossen. Beim Projekt ?Das Schweizer Viertel? ?bernahm die Neue Schweizer Viertel Betriebs+Service GmbH & Co. KG, ein Gemeinschaftsunternehmen der GAGFAH und der NEK Gruppe, die Errichtung der W?rmeversorgungsanlage, sowie den Anlagenbetrieb, den Service und die Direktabrechnung für 600 Wohneinheiten.


ECOreporter.de: Auf welche Technik sind Sie bisher spezialisiert, welche wird es in den n?chsten f?nf Jahren sein?

Stephan Wachtel:: Im Bereich der Biomassenutzung sind wir auf die Integration und den Betrieb von Pflanzen?l-BHKW spezialisiert. Diese Energieart l?sst sich besonderes gut in bestehende Geb?ude integrieren, da Lagerung und Logistik auch im innerst?dtischen Bereich an vielen Standorten realisierbar sind.

F?r die Zukunft setzen wir auf die thermochemische Vergasung fester Biomasse. Dieses Verfahren nutzt die Biomasse besonders gut energetisch und gestattet bei gro?en Anlagen die direkte Anbindung von KWK-Anlagen.


ECOreporter.de: Wie hoch sind die Kosten der Genussscheinemission?

Stephan Wachtel:: Bei vollst?ndiger Plazierung betragen die Emissionskosten ca. 310.000,- Euro. Umgerechnet auf die Mindestlaufzeit von f?nf Jahren entspricht dies einer j?hrlich Kostenquote von etwa 1,9% bezogen auf das Gesamtemissionsvolumen von 2,5 Millionen Euro.


ECOreporter.de: Gegen welche ma?geblichen Wettbewerber m?ssen Sie sich in den n?chsten Jahren behaupten?

Stephan Wachtel:: Der von NEK fokussierte Markt ist noch jung. Private und ?ffentliche Auftraggeber kennen die M?glichkeit der Vergabe von Teilbereichen der Energieversorgung erst seit ca. 10 Jahren. Nach einer Studie von Technomar / E&M sind 60 Prozent der ca. 4000 Anbieter von Contracting-Leistungen erst in den letzten Jahren in den Markt eingetreten.

Der Markt wird mit 23 Prozent von den Stadtwerken bestimmt, gefolgt von in der Regel ?berregional t?tigen W?rme- bzw. Energiedienstleistern mit einem Anteil von 16 Prozent. Weitere Marktteilnehmer sind Ingenieurb?ros und Anlagenbauer. Marktteilnehmer, die das Segment Biomasse in den Contracting-Markt einbringen sind uns (noch) nicht bekannt.


ECOreporter.de: Wie gro? ist Ihr Marktanteil?

Stephan Wachtel:: Die NEK Gruppe geh?rt im Bereich Energie- und Geb?udetechnik zu den f?nf marktf?hrenden Unternehmen in Deutschland. Durch die Zuw?chse der letzten Jahre in diesem Unternehmensbereich nimmt die NEK Gruppe eine Marktstellung ein, die die regelm??ige Beteiligung an gro?en Projekten erm?glicht. Die NEK Gesellschaften konnten in den letzten Jahren trotz der r?ckl?ufigen Konjunktur ein stetiges Wachstum und damit die Festigung ihrer Marktposition erreichen. Durch die bundesweite Pr?senz und Spezialisierung in verschiedenen Branchen und Bereichen werden Schwankungen weitestgehend ausgeglichen.


ECOreporter.de: Welchen Umsatz erzielen Sie aktuell, was peilen Sie für die n?chsten drei bis f?nf Jahre an?

Stephan Wachtel:: Die Gesch?ftsentwicklung der NEK Gruppe verlief im Jahr 2004 entsprechend den Planungen des Unternehmensverbundes. Die Gesamtleistung konnte auf ca. 8,5 Mio. Euro gesteigert werden.

Die geplante Entwicklung in den Jahren 2005 bis 2012 wird zum einen bestimmt durch eine weiterhin positive Entwicklung des Gesch?ftsbereiches Engineering und zum anderen durch die vorgesehene Expansion im Segment Contracting, entsprechend dem Mittelzufluss aus Anlegergeldern.
In der Sparte Engineering wollen wir unsere Markposition konsolidieren. Unser Ziel ist vorrangig die Ertragssteigerung. Der Bereich Contracting, der insbesondere die Nutzung von Biomasse verfolgt, verspricht dynamisches Wachstum von bis zu 20 Prozent pro Jahr. Da wir in diesem Bereich Vertr?ge mit sehr langen Laufzeiten (10 bis 15 Jahre) abschlie?en, kumuliert sich der Umsatz. Bis zum Jahr 2010 wollen wir eine Gesamtleistung der Sparten Engineering und Contracting von 18 Mio. Euro erreichen.


ECOreporter.de: Das Unternehmen NEK Ingenieur Gruppe GmbH ist bisher eher den Fachkreisen bekannt, weniger den privaten Anlegern. Auf welche Sicherheiten k?nnen Sie verweisen?

Stephan Wachtel:: Das Unternehmen weist eine seit 10 Jahren kontinuierlich positive Entwicklung gegen den allgemeinen Trend in der Bauwirtschaft auf.

Wir sind extern mit der Bewertung BBB+ durch Ernst & Young geratet. Der Sprung ins A-Rating sollte durch die Eigenkapital-Erh?hung gelingen.

Seit dem letzten Jahr hat NEK einen Beirat, der bei allen wichtigen Personal- und Investitionsentscheidungen ein Mitspracherecht hat. Es besteht ein langj?hrig gewachsenes vertrauensvolles Verh?ltnis zu unserer Hausbank. Das Geld flie?t wesentlich in werthaltige Einzelprojekte mit langj?hrig abgesicherten Ertr?gen. Der Anleger beteiligt sich auch am Gesamtunternehmen, seine Risiko diversifiziert sich dadurch.


ECOreporter.de: Welche Anleger sprechen Sie mit Ihrem Angebot besonders an?

Stephan Wachtel:: Im Vorfeld der Emission wurde eindeutiges Interesse von Privatanlegern des Segments ?sozio?kologische Wertpapiere? bekundet. Dieser Anlegertyp pr?feriert sowohl das Produkt ?Umweltschutz durch Neue Energie Konzepte? als auch die Unternehmensentwicklung als Gr?nder ohne Konzernhintergrund. F?r den Verkauf an institutionelle Anleger ist das Volumen der NEK Emission eher zu klein.

Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gef?rderte Studie des Lehrstuhls für Marketing I der Uni Hannover, beschreibt die für NEK interessante Zielgruppe als ?verantwortungsbewusste Anleger mit Gewinnerwartung?. Die Investoren wollen zu allererst, das Ihr Geld ethisch vertretbar angelegt ist und dann auch eine akzeptable Rendite erzielen. Gemeinsam mit den ?Idealisten? (18%) bilden Sie eine Zielgruppe von 28% im Markt der Kapitalanleger, die von NEK mit Priorit?t angesprochen wird.


ECOreporter.de: Wo sehen Sie in den n?chsten sechs Jahren die gr??ten Risiken für Ihr Unternehmen?

Stephan Wachtel:: Das Fundament unseres Gesch?ftsmodells ist Engineering. Auch wenn es bei 5,2 Millionen paradox klingt: Der R?ckgang von Absolventen der Ingenieurwissenschaften wie Maschinenbau, Energie- und Versorgungstechnik stellt für uns ein Risiko bzw. Wachstumshemmnis dar. Zum einen ist die Planung komplexer Anlagen nur von Experten m?glich, zum anderen suchen hochqualifizierte Ingenieure oft die Sicherheit eines Konzerns. Nicht zuletzt deswegen m?ssen wir gezielt ?Human Ressources? aufbauen bzw. ansprechen.


ECOreporter.de: Wo sehen Sie in den n?chsten drei bis sechs Jahren die gr??ten Chancen?

Stephan Wachtel:: ?ber die Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) zur Energieeffizienzrichtlinie ergeben sich wichtige Impulse sowohl für den Engineering- als auch den Contractingbereich. NEK nutzt sie anders als die meisten Wettbewerber bereits jetzt zur Kundenansprache.

Die NEK hat durch die Kapitalerh?hung die realistische Chance, aufgrund der Kombination von Engineering-Know-how, bundesweitem Marktzugang und Technologievorsprung im Bereich Pflanzen?l BHKW nachhaltig ertragsstarke Contractingvertr?ge zu realisieren.

Durch das Mitte letzten Jahres ge?nderte EEG gibt es stabile und wirtschaftlich interessante Randbedingungen für die Biomassenutzung. NEK nutzt diese ?ber das Partnermodell Biomasse.


ECOreporter.de: Herr Wachtel, wir danken Ihnen für das Gespr?ch.

Bildhinweis: NEK-Gesch?ftsf?hrer Stephan Wachtel / Quelle: Unternehmen
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