29.05.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

29.5.2007: Viele Neue-Energie-Werte sind in nachhaltigen Investmentfonds stark gewichtet. Erhöht das die Gefahr von Kursrückschlägen? ECOreporter.de sprach mit Wolfgang Pinner, Geschäftsführer der Wiener Vinis GmbH

Einige Aktien der Erneuerbare-Energien-Branche sind in den letzten Monaten Lieblinge der Fondsmanager geworden. So halten viele nachhaltige Investmentfonds, besonders jene mit dem Anlageschwerpunkt Neue Energien, unter ihren zehn größten Aktienpositionen Aktien von Vestas Wind Systems, Q-Cells oder SolarWorld. Auch die Anteilscheine der Firmen Gamesa, Iberdrola, Archer-Daniels-Midland, Clipper Windpower oder Suzlon finden sich häufig unter den größten zehn Positionen.

Der größte in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Neue-Energie-Fonds, der Merrill Lynch IIF New Energy Fund der US-amerikanischen Kapitalanlagegesellschaft Merrill Lynch Investment Managers, führt alle genannten Titel innerhalb seiner zehn „Top-Holdings“. Der Fonds verwaltete Ende April ein Vermögen von knapp drei Milliarden Euro. Allein 230 Millionen Euro hatte er in Aktien des dänischen Windanlagenbauers Vestas investiert; in die Konkurrenten Gamesa aus Spanien weitere 173 Millionen Euro, Suzlon aus Indien 77,4 Millionen Euro und Clipper Windpower aus den USA 137 Millionen Euro. Mindestens 617 Millionen Euro des Fondsvermögens, gut ein Fünftel, steckte demnach Ende letzten Monats im Windkraftsektor.

Wie hoch ist angesichts dieser Summen die Rückschlaggefahr für Titel, die in Fonds wie dem Merrill Lynch IIF New Energy Fund stark gewichtet sind? ECOreporter.de sprach darüber mit Wolfgang Pinner, Geschäftsführer der Wiener „Vinis Gesellschaft für nachhaltigen Vermögensaufbau und Innovation m.b.H“. Vinis zeichnet unter anderem für die Nachhaltigkeitsfonds Espa Vinis Stock Global, Espa Vinis Stock Europa, Espa Vinis Stock Austria und Espa Vinis Bond verantwortlich.

„Im Bereich des Sektors Klimaschutz und alternative Energien sehen wir zunehmend neue Angebote, neue Titel, in die investiert werden kann. Auf der anderen Seite sind die Aktien der derzeitigen Schwergewichte frei verfügbar; rein finanzorientierte Investoren werden diese Werte wieder abgeben, wenn Nachfrage von einer anderen Seite kommt“, sagt Pinner. De Experte sieht darin jedoch keinen Grund zur Besorgnis. Die Themen Klimaschutz und Neue Energie seien noch nicht ausgereizt, so Pinner: „Das trägt noch.“ Es könne sein, dass die Fonds des Sektors „mal etwas zurückkommen“, insgesamt sei jedoch noch keine Überbewertung der Unternehmen vorhanden. Mittelfristig werde sich zudem ein Ausgleich ergeben, indem weitere Unternehmen an den Markt gehen, gibt Pinner sich überzeugt. Die stark gewichteten Aktien hätten außerdem bereits in der Vergangenheit starke Kursschwankungen gezeigt.

Bild: Produktion im Gemeinschaftsunternehmen "EverQ" der Q-Cells AG mit der US-amerikanischen Evergreeen Solar. / Quelle: Unternehmen
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x