29.07.03 Nachhaltige Aktien , Meldungen

29.7.2003: Lob für die Deutsche Telekom - Sarasin-Studie nimmt Telekommunikationsbranche unter die Lupe

In Sachen Nachhaltigkeit liegt die britische BT Group innerhalb der Telekommunikations-Branche an der Spitze. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Untersuchung der Schweizer Bank Sarasin & Cie AG. Sie trägt den Titel "Auf nachhaltigen Pfaden - wo steht die Telekom-Branche?" Darin werden die 19 weltweit wichtigsten Telekommunikations-Unternehmen anhand von sozialen und ökologischen Gesichtspunkten analysiert. Demnach rangieren Swisscom und die Deutsche Telekom auf den beiden Plätzen hinter dem Spitzenreiter.

Die in der Studie untersuchten Unternehmen decken rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung des MSCI World Telecom Index ab. Neben Branchenvertretern aus den wichtigsten TK-Märkten Europa, Nordamerika und Japan wurden zusätzlich je ein Vertreter aus Südafrika und Australien unter die Lupe genommen. Laut Sarasin bilden NTT DoCoMo und NTT aus Japan, die norwegische Telenor und die australischen Telstra das Verfolgerfeld der ersten drei. Bei ihnen handle es sich um Unternehmen mit überdurchschnittlichen Umwelt- und Sozialleistungen und mit guten Entwicklungspotenzialen. Das breite Mittelfeld werde von dem amerikanischen TK-Konzern AT&T angeführt. In der Bewertung der Bank haben fünf Unternehmen unterdurchschnittlich abgeschnitten. Neben der spanischen Telefónica bilden vier Telekommunikations-Unternehmen aus den USA das Schlusslicht: Verizon, BellSouth, SBC und MCI Worldcom.

In der Studie wurden Sarasin zufolge die wichtigsten Themen ins Zentrum gerückt, die nach Einschätzung der Analysten in einer zukunftsorientierten Nachhaltigkeitsstrategie der Telekommunikations-Unternehmen von zentraler Bedeutung sein sollten. Zu diesen zählten neben dem Datenschutz, der Netzsicherheit und dem Jugendschutz auch das Konfliktfeld Elektrosmog. Besonders beleuchtet wurde das unternehmerische Sozialmanagement. Schließlich, so Sarasin, hätten die Konsolidierungsmaßnahmen in der Branche bewährte Sozialpartnerschaften auf den Prüfstand gestellt.

Die hervorragende Platzierung der Deutschen Telekom ist nach Angaben der Schweizer unter anderem darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen einen deutlich ökologischeren Strommix aufweist als der deutsche Durchschnitt. Das erreiche die Deutsche Telekom vor allem durch die verstärkte Nutzung von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung. Diese weise eine erheblich bessere Kohlenstoffdioxid-Bilanz aufweist als Strom aus herkömmlichen Verbrennungstechniken fossiler Brennstoffe. Der Anteil an regenerativen Energien liege bei der Telekom bislang nur im deutschen Mittel, solle aber in den nächsten Jahren gesteigert werden. Neben einem Nachhaltigkeitsbericht liefere das Unternehmen zusätzlich einen der umfassendsten Personalberichte der Branche. Schon seit Jahren fördere es aktiv die Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern im Unternehmen. Um diesem Anspruch Rechnung zu tragen, habe die Deutsche Telekom neue Arbeitszeit- und Personalförderungsmodelle entwickelt. Allerdings sei auch bei ihr im Zuge der Liberalisierung und Privatisierung Personal abgebaut worden. Unter den Vorgaben der Politik habe sich bei dem ehemaligen Staatsbetrieb immerhin ein sozialverträglicher Stellenabbau durchgesetzt.

Die mittel- und langfristigen Wachstumssaussichten der Branche beurteilt das Schweizer Bankhaus als sehr heterogen. Das Wachstum im Mobilfunk-Bereich prognostizieren seine Experten als verhalten, aber stetig. Der Festnetz-Bereich wird nach ihrer Einschätzung zu Gunsten des Mobilfunks weiter an Boden verlieren. Wachstumspotenziale sieht die Studie in erster Linie bei Unternehmen mit einem starken Mobilfunk-Segment und einem effektiven, unternehmerischen Umwelt- und Sozialmanagement. Ihr zufolge geht eine positive Umwelt- und Sozialanalyse mit einer gestärkten Krisenresistenz einher.

Die Studie "Auf nachhaltigen Pfaden - wo steht die Telekom-Branche?" ist kostenlos erhältlich bei:
Bank Sarasin & Cie AG, Gabriela Pace, Elisabethenstrasse 62, CH-4002 Basel, Tel.: +41 (0)61 277 73 31, E-mail: gabriela.pace@sarasin.ch
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