29.08.03 Erneuerbare Energie

29.8.2003: Mit Sachargumenten gegen die politische Kampagne - der Bundesverband WindEnergie nimmt zu den neuesten politischen Plänen und Äußerungen Stellung

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) wehrt sich gegen die Windkraftgegner, auch die in der Politik: Er sieht Deutschlands Spitzenstellung bei der Windenergie und die deutschen Klimaschutz-Ziele ohne Investitionssicherheit für die Windkraft als "ernsthaft bedroht" an. Nur durch den Ausbau der Windkraft an Land könnten die rund 46.000 Arbeitsplätze in der Windbranche gesichert und der weltweite Export deutscher Technologie weiter gesteigert werden, so der Verband.

Als Beleg für die rasante Entwicklung der deutschen Windkraft-Industrie wertet er die Leistungsfähigkeit in Serie produzierter Windkraft-Anlagen: Sie hat sich laut BWE seit 1990 etwa verzehnfacht.

Die Windkraft spiele für Deutschlands internationale Klimaschutz-Verpflichtung eine zentrale Rolle, betont der Verband. Andere Bereich, etwa Verkehr und Haushalte, stießen heute mehr Kohlendioxid als 1990 aus. Ohne den weiteren Ausbau der Windenergie werde Deutschland 2010 über zehn Prozent mehr CO2 ausstoßen als es sich international zum Ziel gesetzt habe, so der BWE. Mit dem weiteren Windkraft-Ausbau auf etwa zehn Prozent des Stromverbrauchs könnte die drohende Lücke geschlossen werden.

Mit den aktuellen Vorschlägen zur Kürzung der Vergütung für Strom aus Windkraft-Anlagen an Land riskiere das Bundesumweltministerium eine Marktflaute für die deutsche Windbranche, kritisiert der BWE. Bisher sollte die Vergütung laut Erneuerbare-Energien-Gesetz von jetzt an bis zum Jahr 2010 um 20 Prozent gesenkt werden. Die neuen Vorschläge sehen eine Senkung um 30 Prozent vor. Der BWE fürchtet, dass Zukunftsmärkte wie Offshore (Windparks im Meer), Repowering (Ersetzen alter Anlagen durch neue leistungsfähigere) und der Export kurzfristig noch nicht den Markt für den Neubau von Windkraft-Anlagen an Land ersetzen können, der durch die zusätzliche Absenkung der Vergütung wegbrechen würde.
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