29.09.03

29.9.2003: Meldung: MVV Energie AG: Spatenstich für neue Abfallbehandlungsanlage

Auch in Leuna beginnt die Zukunft jetzt
Erster Spatenstich für neue Abfallbehandlungsanlage der MVV Energie

Petra Wernicke, Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, und Roland Hartung, Vorstandsvorsitzender der Mannheimer MVV Energie, haben heute mit dem "ersten Spatenstich" den Baubeginn für ein zukunftsweisendes Projekt in Leuna markiert: Mit Investitionen von rund 91 Millionen Euro baut die MVV Energie am Chemiestandort Leuna eine Müllverbrennungsanlage. Bereits im Jahr 2005 soll das hochmoderne Werk, das in der Lage ist 195.000 Tonnen Restmüll pro Jahr umweltverträglich zu entsorgen, in Betrieb gehen.

Das Mannheimer Unternehmen betreibt bereits in Mannheim und Offenbach Müllverbrennungsanlagen und verfügt auf diesem Gebiet über rund 40 Jahre Erfahrung. Die neue Anlage in Leuna einbezogen, verfügt das Unternehmen nun insgesamt über eine Verwertungskapazität von einer 1.200.000 Tonnen jährlich. Aus dem Haus- und Gewerbemüll, der erfahrungsgemäß einen Heizwert hat, der dem von heimischer Braunkohle entspricht, können rund 19 Megawatt Strom gewonnen werden. Auch die Auskopplung von Dampf beziehungsweise Fernwärme zur Versorgung benachbarter Industriebetriebe und Kommunen ist vorgesehen.
Umweltschutz wird groß geschrieben

Der Müllverbrennungsanlage nachgeschaltet wird eine Rauchgasreinigung errichtet. Sie erfüllt in vollem Umfang die Vorgaben der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung und damit die strengsten Umweltstandards der Welt. Überdies wird in der Anlage der angelieferte Haushalts- und Gewerbemüll inertisiert, also in einen chemisch nicht mehr reaktionsfähigen Zustand versetzt. Nur "inertisierter Restmüll" darf ab dem 1. Juli 2005 in Deutschland noch abgelagert werden.

Mit ihrer Anlage ermöglicht die Mannheimer MVV Energie somit den Entsorgungspartnern in Sachsen-Anhalt und benachbarten Bundesländern, also insbesondere Kommunen, privaten Abfallsammelfirmen und dem Gewerbe, ihre Abfälle, vorschriftsmäßig zu entsorgen. Teile der Versorgungskapazität wurden bereits vertraglich kontrahiert. Die MVV Energie steht mit weiteren Gebietskörperschaften in aussichtsreichen Verhandlungen.

Da in einem Radius von 150 Kilometer um die neue Müllverwertungsanlage herum Ausschreibungen über rund 880.000 Tonnen Restmüll pro Jahr noch offen sind, geht der Erbauer der neuen Anlage davon aus, dass die jetzt noch freien Kapazitäten rasch vergeben werden können.

Neue Chancen bei der Energieversorgung
Die Anlage in Leuna wird so ausgelegt, dass Strom- und Wärmeerzeugung parallel in Kraft-Wärme-Kopplung erfolgen können. Damit wird es für umliegende Städte und Gemeinden, aber auch Industriebetriebe, möglich, Dampf- bzw. Fernwärmeversorgung zu quasi "null Emissionen" sicherzustellen. Mit den Investitionen, der Schaffung von gut 50 neuen Arbeitsplätzen am Standort, und die Aussicht auf extrem umweltfreundliche Energieversorgung, wird der Standort Sachsen-Anhalt und speziell Leuna infrastrukturell und im Wettbewerb mit anderen Regionen deutlich gestärkt.

Die MVV Energie betreibt bereits Müllverbrennungsanlagen in Mannheim und Offenbach. Biomassekraftwerke, in denen Altholz verstromt wird, befinden sich in Mannheim, Flörsheim-Wicker bei Wiesbaden und Königs-Wusterhausen bei Berlin. Das Mannheimer Unternehmen spielt damit eine führende Rolle als Entsorgungsexperte in Deutschland.

MVV Energie - Unternehmen mit Tradition und Zukunft
Die MVV Energie in Mannheim ist das fünftgrößte Unternehmen in der Energiebranche in Deutschland. Aus kommunalen Wurzeln hervorgegangen war die MVV das erste Unternehmen der Branche in Deutschland, das im Jahre 1999 den Gang an die Börse erfolgreich beschritt. So konnten beispielsweise Beteiligungen an den Energieverteilungsunternehmen in Offenbach, Ingolstadt und Solingen erworben werden. Köthen Energie in Sachsen-Anhalt ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Mannheimer. Auch Contracting, das heißt individuell strukturierte Energieversorgung für kommunale Einrichtungen, Industrie und Gewerbe, sind eine Stärke des international ausgerichteten Unternehmens, das darüber hinaus in Sachen Fernwärme in Polen und Tschechien bereits eine starke Position einnimmt.

Mannheim / Leuna, den 29. September 2003
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