29.12.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

30.12.2007: Aktien-News: Klimasünder unter der Lupe – Studie über Klimabelastung der Autobauer ermittelt ernüchternde Werte

Die auf Nachhaltigkeitsanalysen spezialisierte Agentur Centre Info SA aus Zürich hat eine Aktualisierung ihrer Untersuchung der Klimabelastung durch Automobilhersteller vorgelegt. Sie basiert auf die Daten von 18 internationalen Autobauern aus dem Jahr 2006. Über die Analyse der Agentur auf Basis der Daten von 2005 hatten wir im ECOreporter.de-Beitrag vom 11. April berichtet.

Laut Centre Info SA werden 14 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen durch den Verkehr verursacht. In Europa liege dieser Anteil bei 19 Prozent, in den USA sogar bei 25 Prozent. Dafür sei vor allem der Einsatz von Kraftfahrzeugen verantwortlich. Daher komme den Autoproduzenten eine wichtige Rolle beim Kampf gegen die Erderwärmung zu. Da in den wichtigen Automärkten mit zunehmenden Verschärfungen der Umweltstandards für Fahrzeuge zu rechnen sei, sie die mit ihren Produkten verbundenen Klimabelastung auch ein immer wichtigerer Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Automobilherstellern. So strebe die EU für 2012 eine Begrenzung des durchschnittlichen CO2-Ausstoßes von Neuwagen auf 130 Gramm je Kilometer an. Der US-Bundesstaat Kalifornien wolle die Autobauer per Gesetz zwingen, die Treibhausgasemissionen ihrer Wagen im Vergleich zu 2002 ab 2009 um bis zu 30 Prozent zu verringern. 14 weitere US-Bundesstaaten eiferten diesem Beispiel nach.

Wie der Untersuchung der Züricher Agentur zu entnehmen ist, ist der deutsche Autobauer Porsche der größte Klimasünder unter den 18 ausgewählten Firmen. Insbesondere durch die vielen von ihm verkauften Großwagen kommt er auf einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 303 Gramm je Kilometer. Er übertrifft damit die besten Europäer Peugot, Fiat und Renault (alle 153 Gramm) um fast 100 Prozent. Insbesondere durch ihren Fokus auf kleine und mittlere Fahrzeuge dürfte es diesem Trio gelingen, die Vorgaben der EU für 2012 zu erfüllen. Davon ist sogar die Volkswagen AG, die in der Studie von den deutschen Autobauern mit 171 Gramm am besten abschneidet, noch weit entfernt. BMW kommt auf 187 Gramm und erreicht damit in der von Centre Info aufgestellten Rangliste Rang acht von 18 Unternehmen. Die Daimler AG trug 2006 noch die Last von Chrysler mit sich, die viele besonders stark klimabelastende Autos baut. Auch daher liegt bei dem Stuttgarter Konzern der Durchschnittswert laut der Untersuchung mit 268 Gramm sehr hoch und rangiert das Unternehmen auf Platz 16.

Centre Info SA kommt zu dem Ergebnis, dass gegenwärtig vor allem die Größe der angebotenen Autos für die Klimabilanz und damit das Klimarisiko der Hersteller der dominante Faktor ist. So weise mit der japanische Daihatsu mit einem Anteil der Kleinwagen an der Fahrzeugflotte von 90 Prozent (und im Durchschnitt 127 Gramm ausgestoßenes CO2 je Kilometer) die deutlich geringste Klimabelastung auf und rangiere daher in der Auswahl auf Platz 1. Im Vergleich spiele der Antriebstyp eine untergeordnete Rolle. Dennoch sei festzuhalten, dass mit Peugot, Fiat und Renault Unternehmen mit am Besten abschnitten, die zu fast 50 Prozent Dieselfahrzeuge anbieten. Deren CO2-Ausstoß sei um 18 Prozent geringer als der von mit Benzin angetriebenen Wagen. Bei Hybridfahrzeuge betrage die Ersparnis sogar rund 50 Prozent. Bei den wichtigsten Anbietern solcher Fahrzeuge, Toyota und Honda, kommen diese bei den verkauften Autos jedoch nur auf marginale Anteile von 3,4 bzw. 6 Prozent. Da diese japanischen Autobauer in großem Stil große Fahrzeuge mit starkem CO2-Ausstoß verkaufen, liegen sie mit Durchschnittswerten von 187 bzw. 194 Gramm lediglich im Mittelfeld der Auswertung. Sie lassen allerdings die US-amerikanischen Konkurrenten weit hinter sich: Ford kommt auf einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 236 Gramm je Kilometer, bei General Motors liegt der Wert bei 246 Gramm.

Bildhinweis: Der mit einem Hybridmotor angetriebene Toyota Prius ist der Studie zufolge gegenwärtig kaum mehr als ein Feigenblatt des Autobauers. / Quelle: Unternehmen
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