30.05.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

30.5.2005: Wochenr?ckblick: Solarbranche nach NRW-Wahl nur kurzzeitig getroffen - Plambeck Neue Energien AG unter Druck: BaFin ermittelt gegen Management - Precious Woods AG expandiert

Die Leitindices Dax, Dow Jones und Nikkei legten im Wochenverlauf deutlich zu: Der DAX-Index schloss mit 4.445 Punkten, das sind 1,9 Prozent mehr als zu Wochenanfang. Der Dow-Jones-Index verbesserte sich leicht auf 10.543 Punkte (plus 0,7 Prozent) und der Nikkei-Index erreichte zum Wochenschluss 11.145 Punkte (plus 1,0 Prozent). Der Euro gewann minimal an Wert zur?ck (plus 0,2 Prozent) und notierte zuletzt mit 1,2575 US-Dollar. Deutlich teurer wurde ?l, die Notierung für die Sorte Brent kletterte um 5,6 Prozent auf 50,60 US-Dollar.

Windkraftanlagen in deutschen Urlaubsgebieten verschrecken die G?ste nicht. Das hat das Bielefelder Soko-Institut nach eigenen Angaben bei einer repr?sentativen Umfrage unter 2000 Bundesb?rgern festgestellt. Nur drei Prozent der Urlauber f?hlen sich demnach durch Windkraftanlagen in deutschen Urlaubsgebieten gest?rt. Als st?rend im Landschaftsbild bezeichneten 70 Prozent der Befragten Atom- und Kohle-Kraftwerke, 32 Prozent Sendemasten, 29 Prozent Hochspannungsleitungen und 24 Prozent Windkraftanlagen. Bundesweit bef?rworten laut der Umfrage 80 Prozent der Bev?lkerung die Windkraft (2003 waren es 83 Prozent). 24 Prozent bef?rworten Atomkraftwerke.

In den s?dlichen Mittelmeerl?ndern k?nnten erneuerbare Energien bis Mitte des Jahrhunderts die fossilen Energietr?ger weitgehend verdr?ngen. So hei?t es in einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die durch das Bundesumweltministerium gef?rdert wurde. Solarthermische Kraftwerke spielten bei der Untersuchung eine Schl?sselrolle, hie? es, in diesem Bereich sei Deutschland durch konsequente Forschungsf?rderung weltweit f?hrend. Im Rahmen von sogenannten Energiepartnerschaften zwischen Europa und Nordafrika k?nne die deutsche Industrie mit ihrem Know-how dazu beitragen, s?dlich des Mittelmeeres eine nachhaltige Stromversorgung aufzubauen. Im Gegenzug k?nne Deutschland mittel- bis langfristig von dem enormen solaren Potenzial der Region profitieren, indem es Solarstrom importiere.

Aus der Bonner WindWelt AG ist nun die Solarparc AG geworden. Das teilte der Betreiber und Projektierer von Wind- und Solarkraftwerken mit, nachdem die Hauptversammlung der Namens?nderung zugestimmt hatte. Die bisherige Wertpapierkenn-Nummer (WKN: 635253) und die internationale Identifizierungsnummer (ISIN: DE0006352537) bleiben den Angaben zufolge unver?ndert bestehen. Der Aktienkurs verbesserte sich um 22 Prozent auf 17,00 Euro.

Der Norderstedter Windanlagenbauer Nordex AG musste im ersten Quartal 2005 deutliche Umsatzeinbussen hinnehmen. Wie das Unternehmen mitteilte, sanken die Erl?se in den ersten drei Monaten um etwa 35 Prozent auf rund 34,9 Millionen Euro (Vorjahr 53,7 Millionen Euro). Unter dem Eindruck der Unsicherheit ?ber das Gelingen der Rekapitalisierung h?tten Schl?ssellieferanten Lieferungen zur?ck gehalten, berichtete Nordex. Weitere Ursachen für den Umsatzr?ckgang seien fehlende Warenkreditversicherungen und ein geringerer Auftragseingang. Seit der Rekapitalisierung habe sich das Neugesch?ft hingegen deutlich belebt, hie? es. F?r das 2. Quartal erwarte man Auftr?ge im Volumen von mehr als 100 Millionen Euro.
Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Sonderaufwendungen (EBIT) der Nordex AG sank laut der Meldung auf minus 7,1 Millionen Euro nach minus 5,5 Millionen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bereits ab dem 3. Quartal soll wieder ein positives Ergebnis erwirtschaftet werden. Der Kurs der konvertierten Aktie schloss bei 2,24 Euro, ein Plus von 32 Prozent.

Der Hamburger Windturbinenbauer REpower Systems AG liefert 22 Anlagen der 2-Megawatt-Klasse nach Gro?britannien, wie das Unternehmen meldete. Das Gesamtvolumen des Projekts belaufe sich auf ?ber 32 Millionen Euro. Auftraggeber ist den Angaben zufolge eine Tochtergesellschaft des franz?sischen Energieriesen Electricit? de France EDF, die "Fenland Wind Farms Ltd.". Der Aktienkurs verbessert sich um 13 Prozent auf 14,58 Euro

Die ABO Wind AG, Windprojektierer mit Sitz in Wiesbaden, hat 2004 einen Gewinn von 360.000 Euro erwirtschaftet. Das teilte das nicht b?rsennotierte Unternehmen mit. Die Eigenkapitalrendite belaufe sich damit auf 10,6 Prozent, so ABO Wind. Das EBIT, lag den Angaben zufolge bei 856.000 Euro. Im laufenden Gesch?ftsjahr 2005 hofft das Unternehmen erneut Windparks mit einer Leistung von 30 Megawatt (MW) ans Netz zu bringen. Der Bau von zwei genehmigten und finanzierten Windenergieprojekten stehe unmittelbar bevor, hie? es. Zudem sei ein Biomasse-Heizkraftwerk mit vier Megawatt Leistung inzwischen baureif, das Projekt solle bald verkauft werden. Im April 2005 haben die Wiesbadener den Angaben zufolge mit dem Bau von drei Biogasanlagen mit je rund 500 Kilowatt installierter Leistung in Sachsen-Anhalt begonnen. ABO Wind will seine Aktivit?ten im Ausland weiter ausbauen. Neben den Standbeinen Frankreich und Spanien werde der Markteintritt in weitere L?nder vorbereitet, hie? es.

Die Ger?chte um Unregelm??igkeiten bei dem Cuxhavener Windprojektierer Plambeck Neue Energien AG haben sich verdichtet. Wie die Nachrichtenagentur dpa meldete, ermittelt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen BaFin gegen das Management des b?rsennotierten Unternehmens. Es bestehe der Verdacht, dass es Insidergesch?fte mit Plambeck-Aktien gegeben habe, so eine Sprecherin des BaFin gegen?ber dpa. Plambeck wies laut der Meldung die Vorw?rfe zur?ck. Wie dpa weiter berichtete, hat das Magazin "Focus" recherchiert, dass es um den Tatbestand der Untreue geht. Der Windprojektierer habe sich verschuldet, um Aktien der Ehefrau und des Sohnes von Firmengr?nder Norbert Plambeck zu kaufen, hie? es. Der B?rsenkurs der Plambeck-Aktie sank um 11 Prozent auf 0,75 Euro.

In Irland wurde der Arklow Bank Offshore-Windpark eingeweiht. In Betrieb gingen die sieben Offshore-Windenergieanlagen von General Electric (GE) mit je 3,6 MW Leistung bereits im Juni 2004. Laut dem Eigner des Windparks, der GE Energy, handelt es sich um das weltweit erste Offshore-Projekt mit Anlagen ?ber 3 MW Leistung. Der Standort diene zun?chst technischen Demonstrationszwecken und der Forschung. In weiteren Ausbaustufen k?nne das Projekt bis zu 520 MW Leistung erbringen und damit ann?hernd zehn Prozent des gesamten irischen Strombedarfs decken.

Massive Kurseinbr?che gab es am Montagmorgen bei den Aktien der b?rsennotierten Sonnenstromunternehmen. In Reaktion auf die für Rot-Gr?n verlorene Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen fielen die Anteilscheine der Firmen durchschnittlich ?ber zehn Prozent. Im Wochenverlauf konnten einige Titel dies teilweise wieder aufholen.

Die Hauptversammlung des Bonner Sonnenstromkonzerns SolarWorld AG hat die Aussch?ttung einer Dividende von 0,36 Euro je St?ckaktie bewilligt, das ist doppelt so viel wie im Vorjahr. Au?erdem wurde das Grundkapital der SolarWorld durch teilweise Umwandlung der Kapitalr?cklage und Ausgabe von Gratisaktien im Verh?ltnis eins zu eins auf 12,7 Millionen Euro verdoppelt. Der B?rsenkurs gab zu Wochenbeginn zun?chst nach bis auf 95,30 Euro, konnte sich dann allerdings erholen und schloss mit 111,10 Euro 17 Prozent ?ber dem Wochentiefpunkt.

Die b?rsennotierte Betreiberin von nachhaltigen Tropenholzprojekten, Precious Woods Holding AG, will sich m?glicherweise an der liechtensteinischen Holdinggesellschaft Nords?dtimber (NST) beteiligen. Zu NST geh?ren laut Precious Woods neben Holzhandelsgesellschaften in Europa vier Forstfirmen in der Demokratischen Republik Kongo. Zun?chst gehe es um eine Beteiligung von zehn Prozent an NST, so Precious Woods weiter. Dar?ber hinaus bestehe die Option, innerhalb der n?chsten sieben Jahre die Mehrheit zu erwerben.

Der Vossloh-Konzern hat in den ersten vier Monaten des laufenden Gesch?ftsjahres 2005 einen Umsatz von 257,4 Millionen Euro erzielt und damit den Wert des Vorjahreszeitraums von 261,9 Millionen Euro trotz der sehr schwierigen Branchensituation nahezu erreicht. Wie anl?sslich der Hauptversammlung des Unternehmens in Werdohl mitgeteilt wurde, rechnet Vossloh für das laufende Gesch?ftsjahr unver?ndert mit einem EBIT von 93,4 Millionen Euro nach 105,8 Millionen Euro im letzten Jahr. Der Konzern?berschuss soll 47,4 Millionen Euro nach zuletzt 57,2 Millionen Euro betragen. Der Aktienkurs gab auf 38,00 Euro nach (minus 4 Prozent).

Die EU-Kartellbeh?rden werden die geplante ?bernahme der ?sterreichischen VA Technologie AG durch den Elektrokonzern Siemens voraussichtlich nur unter Auflagen genehmigen. Man habe sich bem?ht, eine Gesamt?bernahme der VA Tech zu erreichen, teilte Siemens mit. Es best?nden jedoch erhebliche wettbewerbsrechtliche Bedenken seitens der EU-Kartellbeh?rde. Die Auflagen k?nnten vor allem das Wasserkraftgesch?ft der VA Tech betreffen, so Siemens. Man sehe sich dazu gezwungen, der EU-Kommission eine Ver?u?erung des VA Tech Gesch?ftssegmentes Wasserkraft anzubieten. Der Kurs der VA Technologie-Aktie schloss nahezu unver?ndert mit 61,26 Euro.

WindWelt AG: ISIN DE0006352537 / WKN 635253
Nordex AG: DE000A0D6554 / WKN A0D655
REpower Systems AG: ISIN DE0006177033 / WKN 617703
Plambeck Neue Energien AG: ISIN DE0006910326 / WKN 691032
SolarWorld AG: ISIN DE0005108401 / WKN 510840
Precious Woods Holding AG: ISIN CH0013283368 / WKN 982280
Vossloh AG: ISIN DE0007667107 / WKN 766710
General Electric Co. (ISIN US3696041033 / WKN 851144)
Siemens AG: ISIN DE0007236101 / WKN 723610
VA Technologie AG: ISIN AT0000937453 / WKN 890774

Bild: Solarkraftwerlk der SolarWorld AG in Bonn / Quelle: Unternehmen

Dieser Umweltaktien-Wochenr?ckblick erscheint mit freundlicher Unterst?tzung der UmweltBank.
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