30.07.04

30.7.2004: Presseschau: Chaotisches Orchester - Sharp-Chef kritisiert deutsche Solarbranchen-Lobby

In einem Interview in der Berliner Tageszeitung (taz) hat Helmut Engel, Chef von Sharp-Deutschland, die Verbandsvertreter der Solarinsdustrie kritisiert. Sie müssten sich besser abstimmen, sagte er. Deutschland sei derzeit der zweitgrößte Markt für Solarzellen hinter Japan. Sein Unternehmen gehe in der Projektion allerdings davon aus, dass Deutschland bereits ab 2005 weltweit der größte Markt sein werde.

Trotz dieser Wertschätzung Relevanz des deutschen Marktes hat Sharp seine europäischen Produktionsstandorte außerhalb, im Elsass, in Wales und Barcelona angesiedelt. Das hänge mit dem Zusammenbruch des Videogerätemarktes aufgund der Entwicklung der DVD zusammen, begründete Engel die Entscheidung. An den gewählten Standorten seien früher Videorekorder hergestellt worden. Man schließe aber nicht aus, dass man bei einer "Verstetigung des Wachstums" auch in Deutschland Produktionskapazitäten schaffen werde.

Engel glaubt der taz zufolge nicht, dass die Solarbranche nach einem Wahlsieg der Opposition 2006 einpacken muss. Dazu sei die Zustimmung zur Solarenergie in der deutschen Bevölkerung zu groß, erklärte er. Auf den Einwand, warum sich diese Zustimmung so nicht in der Öffentlichkeit widerspiegele, meinte Engel: Die alte Energiewirtschaft habe frühzeitig eine gut funktionierende Lobbymaschinerie entwickelt. Der Solarbranche fehle eine solche Maschinerie, mit der sie gegenhalten könnte. Die Lobbyverbände müssten noch lernen, sich richtig zu orchestrieren. Es gebe zu viele Verbände und zu viele unterschiedliche Interessen, kritisierte Engel.

Sharp: JP3359600008/ WKN 855383


Bild: Sharp-Module auf dem Salzbugrer Flughafen / Quelle: Unternehmen
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