30.07.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

30.7.2007: Aktien-News: Umsatz und Gewinn von Spezialanlagenbauer Roth & Rau springen in neue Höhen – ECOreporter.de befragte Firmensprecherin zu Hintergründen

Der sächsische Spezialanlagenbauer Roth & Rau hat im ersten Halbjahr 2006 Umsatz und Ergebnis deutlich steigern können. Wie das Unternehmen aus Hohenstein-Ernstthal mitteilte, wurde der Umsatz nach vorläufigen Berechnungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 65,2 Millionen Euro vervierfacht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs von 2,1 Millionen Euro auf 6,9 Millionen Euro. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 10,5 Prozent. Die für Investor Relations zuständige Simone Gorny verwies gegenüber ECOreporter.de auf den weltweiten Solarboom. Die Produzenten von Solarzellen bauten gegenwärtig ihre Kapazitäten stark aus. Damit würden sie sich nicht zuletzt bereits für die Zeit nach dem Ende der Siliziumknappheit aufstellen. Als Anlagenbauer profitiere Roth & Rau von dieser Entwicklung. Dies vor allem seit man nicht nur einzelne Anlagen verkaufe, sondern etwa mit dem Großauftrag für die große Conergy-Produktion in Frankfurt an der Oder ein Referenzprojekt für die Lieferung schlüsselfertiger Produktionslinien vorweisen könne. Das Geschäft mit solchen Linien sei „sehr gut angelaufen“. Der Auftragsbestand der Roth & Rau betrug zum 30. Juni 2007 120,9 Millionen Euro.

Das Unternehmen bietet im Geschäftsfeld Photovoltaik vor allem Antireflexbeschichtungsanlagen für kristalline Silizium-Solarzellen an. Mit einem weltweiten Marktanteil (ohne Japan) von etwa 60 Prozent ist Roth & Rau nach eigenen Angaben in diesem Bereich Marktführer. Ferner stellen die Sachsen auch Produktionsanlagen für die Herstellung von Dünnschichtsolarzellen her. Wie weiter mitgeteilt wurde, erhielt Roth & Rau vom Kooperationspartner Oerlikon Solar aus der Schweiz einen Großauftrag zur Lieferung solcher Anlagen mit einer Produktionskapazität von insgesamt 40 MWp. Durch die Lieferung der so genannten TCO-Anlagen baue die Roth & Rau AG ihre Aktivitäten auf dem stark wachsenden Markt der Dünnschichtsolartechnologie weiter aus. Die Auslieferung soll zum Teil noch in diesem Jahr erfolgen. Wie Firmensprecherin Gorny erläuterte, rechnen die Sachsen mit einer zunehmenden Nachfrage für Dünnschichtsolarzellen, allerdings erst mittel- bis langfristig. Das Hauptgeschäft werde man vorerst weiter mit Anlagen für Silizium-Solarzellen machen.

Ferner teilte das Unternehmen mit, der im Nasdaq gelistete chinesische Solarzellenhersteller JA Solar, ein langjähriger Kunde der Roth & Rau AG, habe insgesamt zehn Antireflexbeschichtungsanlagen zur Erweiterung seiner Produktion in Ninjing geordert. Die Auslieferung der Anlagen im Gesamtwert von 14 Millionen Euro werde voraussichtlich im dritten Quartal 2008 abgeschlossen sein. Beide Aufträge schlagen sich den Angaben zufolge erst im Umsatz des Jahres 2008 nieder. Wie Simone Gorny auf Nachfrage von ECOreporter.de erläuterte, liefert der Spezialanlagenbauer den Großteil seiner nach Asien. Hier liege gegenwärtig der Schwerpunkt des Auslandsgeschäfts, mit dem Roth & Rau 2006 rund drei Viertel des Umsatzes erwirtschaftet habe. Der chinesische Markt sei hier unter anderem vor Taiwan und Indien der wichtigste für das Unternehmen, das daneben aber auch stark auf den deutschen Markt setze.

Aufgrund dieser positiven Ergebnisse und des nachhaltig starken Branchenumfelds hat der Vorstand der der Roth & Rau seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr von 100 Millionen Euro auf mindestens 135 Millionen Euro erhöht. „Wir erwarten bei diesem Umsatz für das Gesamtjahr 2007 ein EBIT in Höhe von rund 12 Millionen Euro“, so CFO Carsten Bovenschen.

Die Börsianer reagierten mit starken Zukäufen auf die Nachrichten des Anlagenbauers. Die Aktie der Roth & Rau legte bis zum Mittag im XETRA deutlich über vier Prozent zu auf 150,06 Euro. Auf Jahressicht hat sie damit knapp 380 Prozent an Wert gewonnen.

Roth & Rau AG: WKN A0JCZ5 / ISIN DE000A0JCZ51

Bildhinweis: Einblick in die Produktion der Roth & Rau AG. / Quelle: Unternehmen
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