30.08.02

30.8.2002: Martin Bretag, Energiekontor: Rückkauf der Windparks Debstedt und Sievern wird voraussichtlich im September abgewickelt

(VU) Die Bremer Energiekontor hat in der letzten Woche ihre Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung für das erste Halbjahr 2002 präsentiert. Die Tendenz: Das Ergebnis schrumpft, der Umsatz steigt - zwischen Januar und Juni im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent auf 22,5 Millionen Euro. Zu den Einzelheiten des Halbjahrsberichts hat ECOreporter.de den Investor Relations-Manager des Unternehmens, Martin Bretag, befragt.

ECOreporter.de: Ihr Unternehmen hat im ersten Halbjahr erst 16 Prozent des Umsatzziels für 2002 erreicht. Wie viele Windparks planen Sie in diesem Jahr noch zu vertreiben? Welche Einnahmen erhoffen Sie sich daraus?

Bretag: Wir haben in Deutschland ein Errichtungsziel von rund 100 Megawatt zuzüglich der Projekte in Portugal und Wales. Unser Ziel liegt bei einem Umsatz von 138 Millionen Euro und einem EBIT von rund 14,1 Millionen Euro.

ECOreporter.de: Betreibt Energiekontor Windparks auf eigene Rechnung? Könnten Sie auf Einnahmen aus dem Betrieb der Anlagen hoffen?

Bretag: Energiekontor betreibt keine Windparks auf eigene Rechnung. Davon ausgenommen sind nur die vorübergehend in den Bestand zu nehmenden Windparks aus dem Rückkauf, die nach einem Repowering weiterveräußert werden. Unser Geschäftsmodell sieht keinen Eigenbetrieb vor.

ECOreporter.de: Zur Gewinn und Verlustrechung in Ihrer Halbjahrsbilanz: Die "sonstigen betrieblichen Aufwendungen" haben sich bei Energiekontor im Vergleich zu 2001 von 1,2 auf 2,7 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Aus welchen Positionen setzt sich dieser Posten zusammen?

Bretag: Unter diesem Punkt werden zum Beispiel Forderungsverluste, Kosten für Kapitalerhöhungen, Rechts- und Beratungskosten, Leasingkosten für Computer, Mietkosten, Reparaturen und Instandhaltungen, Vermittlungsprovisionen, Versicherungen, Aufsichtsrats-, Reise- und Werbekosten bilanziert.

ECOreporter.de: Auch die "Abschreibungen auf Sachanlagen" haben sich stark erhöht. Woraus setzen sie sich zusammen?

Bretag: Abschreibungen auf Sachanlagen beziehen sich auf materielle Sachanlagen - insbesondere auf Büroausstattung, Software (Navision), EDV, aber auch auf Fuhrparks und Maschinen zum Beispiel für den L + L Rotorservice. Außerdem haben wir auf die Firmenwerte unserer Kommanditgesellschaften Abschreibungen vorgenommen: auf die Portugal Eolicat, die Iberia SL, den L+L Rotorservice und die Windpark-Planungsgesellschaft Wind-Solar-Bau KG.

ECOreporter.de: In welchen Posten in der Bilanz würden sich eventuelle Kosten durch den Rückkauf von Anlagen wie zum Beispiel beim Windpark in Debstedt niederschlagen?

Bretag: In einem Bilanzposten "Rückkauf". Eine Entscheidung darüber wird nach endgültiger Abwicklung voraussichtlich zirka im September getroffen.

ECOreporter.de: Sie differenzieren im Halbjahrsbericht bei der Beschreibung ihrer Auslandsprojekte zwischen dem Planungsbeginn und dem Beginn der Vorbereitungsarbeiten für ein Genehmigungsverfahren. Wo ist der Unterschied?

Bretag: Planungsbeginn bedeutet, dass die Windparkflächen vertraglich gesichert wurden. Eine abschließende Wirtschaftlichkeit und absolute Genehmigungsfähigkeit liegen aber noch nicht vor. Diese sind zum Zeitpunkt der Vorbereitungsarbeiten für die Genehmigungsverfahren aber schon gegeben.

ECOreporter.de: Bezüglich Windkraftanlagen in Spanien und Portugal: Befinden sich hier bereits Projekte in Genehmigungsverfahren? Wenn ja, wo und in welcher Größenordnun?

Bretag: In Portugal befinden sich insgesamt drei Projekte in der Planung, und zwar in MaraÛ, Seixinhos und Montemuro. Unsere Projekte in Spanien befinden sich hauptsächlich in der Region Albacete und in Granada.

ECOreporter.de: Herr Bretag, wir danken für das Gespräch!

Bild: Martin Bretag (Quelle: Energiekontor)
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