30.08.02

30.8.2002: Meldung: Wedeco liefert die weltweit größte Ozonanlage nach Brasilien

Papierfabrik erhält vormontierte Ozonanlage für die Zellstoffbleiche in drei Großcontainern

Düsseldorf, 29. August 2002. Die Wedeco AG Water Technology hat in den vergangenen Tagen in ihrem Herforder Werk die Montage der weltweit größten Ozonanlage abgeschlossen.

Der millionenschwere Großauftrag für den Bau dieser Anlage ist Wedeco vor nahezu einem Jahr von der Papierfabrik Votorantim Celulose Papel in Brasilien erteilt worden. In Rekordzeit, d.h. in weniger als sechs Monaten, wurde diese für die Zellstoffbleiche bislang größte Ozonanlage in drei Containern installiert. Nach Angabe Wedeco¥s stellte dieses Projekt bezüglich seines Umfangs und des engen Terminplans selbst für die erfahrene Wedeco Ozontechnik eine besondere Herausforderung dar. Termingerecht und damit exakt im Zeitplan wurde die Anlage in den vergangenen Tagen auf ihre lange Reise Richtung Brasilien gebracht.
Der Transport der gewaltigen Anlage zu einem Seehafen musste mit drei Schwerlasttransportern bewerkstelligt werden. Unter Polizeischutz und in Schrittgeschwindigkeit erfolgte der nächtliche Transport quer durch Herford Richtung Autobahn. In Hamburg wurde anschließend die Verschiffung der Anlage nach Rio de Janeiro vollzogen. Der Weitertransport in den Zielort Jacarei wird den Schwerlastkonvoi zusätzlich durch den brasilianischen Regenwald führen.

Votorantim Celulose Papel

Mit einem Ausstoß von jährlich 670.000 Tonnen Zellstoff ist Votorantim Celulose Papel (VCP) eine der größten Zellstofffabriken Brasiliens. In ihrem Werk in Jacarei, 80 Kilometer nördlich Sao Paulos gelegen, wurde vor sechs Jahren eine der beiden Zellstoff-Produktionslinien auf die umweltfreundliche Bleichung mit Ozon umgestellt. Diese Linie produziert bis zu 600 Tonnen Zellstoff pro Tag. Bedingt durch die überaus positiven Erfahrungen und dem hohen Einsparpotential gegenüber der kostenintensiveren Chlorbleiche, entschied man sich bei VCP auch die zweite, wesentlich größere Produktionslinie (2400 Tonnen pro Tag) mit Ozon zu betreiben. Durch Einsatz der Ozontechnik werden allein in diesem Werk mehr als 17.000 Tonnen Chlor pro Jahr eingespart, dies entspricht einer Menge von ca. 700 Tanklaster, die, aneinandergereiht, eine Länge von 10 Kilometer erreichen würden. Diese Umstellung rechnet sich allerdings auch wirtschaftlich. Das Einsparpotential wird von VCP mit jährlich 9 Mio. Euro beziffert. Dieser positive Begleitumstand führt innerhalb der Zellstoffindustrie zusätzlich zu einer gesteigerten Nachfrage gegenüber den effizient arbeitenden Ozonanlagen der Wedeco.

Schlüsselfertige Technik

Für die Bereitstellung der erforderlichen Ozonmenge von 500 Kilogramm pro Stunde musste innerhalb kürzester Zeit eine effiziente, kompakte und vor allem schlüsselfertige Anlage geplant und gebaut werden. Die Anlage sollte schlüsselfertig als sogenannte "Plug & Play" Anlage nach Brasilien geliefert werden, d.h. unmittelbar nach Anschluss der Versorgungseinheiten soll diese Anlage direkt die Ozonproduktion aufnehmen und in den gesamten Produktionsprozess integriert werden.
Aufgrund dieser besonderen Vorgaben entschied man sich bei Wedeco für die Installation der Anlage in speziellen Großraum-Containern. So wurden in den vergangenen sechs Monaten mehr als 280 Tonnen Material geordert, verarbeitet und installiert. Jeder Container erreicht ein Gesamtgewicht von 65 Tonnen. Die Gesamtleistung der drei Ozongeneratoren, insgesamt wurden 60.000 Ozonelektroden verarbeitet, beträgt 500 Kilogramm pro Stunde. Nie zuvor wurde eine Ozonanlage mit einer entsprechend hohen Leistung kompakt und schlüsselfertig in einen Container gebaut.

Ozon für den Umweltschutz

Chlorverbindungen werden in der Zellstoffindustrie bereits seit vielen Jahren als effizientes Bleichmittel eingesetzt. Diese Art der Papierbleichung ist allerdings in hohem Maße umweltschädigend, da chlorierte Reststoffe und Zwischenverbindungen zwangsläufig über die Abgase und vor allem über das Abwasser entweichen. Papierfabriken benötigen für die Produktion sehr große Mengen Wasser, aus diesem Grund sind die Umweltschäden im Nahbereich dieser Fabriken entsprechend hoch.

Heutzutage wird zunehmend auf diese klassische Form der Papierbleichung verzichtet. Umweltfreundliche chlorfreie Oxidationsmittel, wie z.B. das Wasserstoffperoxid oder vor allem das Ozon werden verstärkt eingesetzt. Außerdem kann der Einsatz der Ozontechnik, eine optimierte Betriebsführung vorausgesetzt, auch zu einer Senkung der Produktionskosten führen.

Schnell und selektiv Ozon ist eines der stärksten Oxidationsmittel. Es besteht aus drei Atomen und ist aufgrund dieser Konstellation sehr reaktiv. Ozon ist nicht lagerfähig und wird daher unmittelbar vor Gebrauch hergestellt. Spezielle Generatoren erzeugen Ozon aus Sauerstoff oder getrockneter Luft nach dem Prinzip der stillen elektrischen Entladung. Zwischen zwei Elektroden wird eine Hochspannung angelegt. Die Elektroden sind durch ein nicht leitendes Dielektrikum und zwei gasdurchströmte Entladungsräume von einander getrennt. Ein Anteil der Sauerstoffmoleküle wird im elektrischen Feld zu zwei äußerst reaktiven Einzelatomen gespalten, die sich sofort an das nächste freie Sauerstoffmolekül unter Bildung von Ozon anlagern. Das Ozonmolekül reagiert schnell und selektiv mit einer Vielzahl von Verbindungen unter Abspaltung eines Sauerstoffatoms. Das einzelne Sauerstoffatom reagiert dabei mit Schadstoffen durch (z.B.) Anlagerung bzw. Aufspaltung von Doppelbindungen und anderen bevorzugten Stellen. Bei diesem Prozess werden die Schadstoffe oxidativ abgebaut bzw. zerstört. Anschließend wird das Ozon im Reaktionsprozess vollständig verbraucht oder mittels Restozonvernichter wieder zu Sauerstoff zerlegt. Der Vorteil dieser Aufbereitung liegt in der umweltverträglichen Wirkungsweise des Ozons, bei der keine dem Chlor vergleichbaren gefährlichen Nebenprodukte gebildet werden.

Die Ozontechnik findet heutzutage, neben ihrem Einsatz bei der Papierherstellung, vielfältigen Gebrauch in Kommune und Industrie: Zur Trinkwasseraufbereitung in Wasserwerken, in Kombination mit der UV-Technik zum oxidativen Abbau von Arzneimittelresten und Hormonen im Abwasser oder zur Beseitigung von Schadstoffen im Schwimmbadwasser; außerdem für die Beseitigung unangenehmer Abluft-Gerüche, bei der Sterilisation von Getränkeflaschen, sowie für die Verbesserung der Kleb- und Haftfähigkeit von Kunststoffoberflächen und zum Abbau von Keimen und Schadstoffen in Fischzuchtbecken.

Für Rückfragen:

Herrn Ralf König
Leiter Public Relations
Wedeco AG Water Technology
Tel.: 0049 / 211 / 9519618
Fax: 0049 / 211 / 9519630
e-mail: ralf.koenig@wedeco.net
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