30.09.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

30.9.2005: SuperNatural im Umbau: Erst ein Wechsel im Vorstand des Betreibers von Biosuperm?rkten, ein Kapitalschnitt - und jetzt die Kapitalerh?hung. Wie sind die Chancen auf einen Neuanfang?

Bei dem Bonner Betreiber von Biosuperm?rkten SuperNatural AG stehen die Zeichen auf Umbau: Zun?chst kam es im Juni ?berraschend zu einem Wechsel an der Spitze des Unternehmens. Der langj?hrige Vorstand Andrew Murphy trat zur?ck (ECOreporter.de berichtete). Im Juli bestellte der Aufsichtsrat der Gesellschaft dann Ruben Wend als neuen Vorstand. Auf der Hauptversammlung Ende August wurden schlie?lich ein Kapitalschnitt im Verh?ltnis 10:1 und eine anschlie?ende Kapitalerh?hung beschlossen. ECOreporter.de sprach mit dem SuperNatural-Aufsichtsratsvorsitzenden Christoph Soika und mit Philipp Spitz, Gesch?ftsf?hrer des SuperNatural-Gro?aktion?rs Umwelt Aktien Depot Deutschland (UAD).

Bis zum 5. Oktober m?ssen sich die Altaktion?re entscheiden: Wollen sie je Aktie neun neue Aktien der SuperNatural AG zeichnen? Als Ausgabepreis für die jungen Anteilscheine wurde ein Euro festgelegt, 495.000 neue Aktien sollen emittiert werden. Der SuperNatural AG w?rde demnach frisches Geld im Volumen von 495.000 Euro zuflie?en.
Wie sind die Zukunftsaussichten des Bonner Supermarktbetreibers? Lohnt sich ein erneuter Einsatz für die Aktion?re, die durch die Kapitalherabsetzung bereits 90 Prozent ihres ersten Einsatzes verloren haben? Aufsichtsrat Soika gibt sich ?berzeugt von den Chancen der SuperNatural AG, bittet aber auch um Zeit für die neue Gesch?ftsleitung: "Der neue Vorstand Ruben Wend ist erst seit Juli im Amt. Der muss jetzt erst einmal alle F?den in die Hand bekommen, um dann die richtigen Strategien in die Wege zu leiten. Die Hauptversammlung unseres Unternehmens vor wenigen Wochen hat aber gezeigt, dass die Aktion?re ihm vertrauen."

Auch Philipp Spitz ?u?ert sich lobend ?ber den neuen Vorstand der SuperNatural: "Ruben Wend hat auf uns einen sehr kompetenten Eindruck gemacht. Er hat klar gesagt, dass er jetzt vor allem eins will: m?glichst ungest?rt für das Unternehmen arbeiten." Der neue Vorstand habe ein schl?ssiges Konzept, so Spitz. Zudem sei die Strategie der SuperNatural erfolgversprechend, M?rkte in sehr guten Lagen aufzubauen und dort hochwertige Lebensmittel anzubieten. Die Mitglieder des Anlageausschusses des UAD Deutschland h?tten sich einm?tig für ein weiteres Engagement bei der SuperNatural ausgesprochen, sagt Spitz gegen?ber ECOreporter.de. "Wir glauben, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist."

Aus Sicht des Aufsichtsrates wird der Supermarktbetreiber bei der Neuausrichtung drei Phasen durchlaufen. Soika: "Wir wollen die die SuperNatural AG in drei Schritten weiter entwickeln: Konsolidieren, Stabilisieren, Expandieren. F?r die ersten beiden Schritte - man k?nnte sie auch als "Sanierung" zusammenfassen - haben wir uns eine Frist von zw?lf Monaten gesetzt. Drei Monate für die Konsolidierung, die sind nun fast um, und neun Monate für die Stabilisierung der Gesellschaft. Ab Mitte 2006 wollen wir, wenn alles klappt wie vorgesehen, erste Expansionsschritte in Angriff nehmen."

Die Sanierung solle vor allem ein einheitliches Konzept bringen, f?hrt der Aufsichtsratsvorsitzende aus. Die Standorte der SuperNatural AG seien zur Zeit noch sehr unterschiedlich. "Das betrifft eine Vielzahl von Dingen, die man zusammengefasst als "Marketingmix" bezeichnet: die Ladengestaltung, die Sortimentsarbeit, die Werbung und weitere Aspekte", so Soika.

Die beiden Gro?aktion?re der SuperNatural AG, das UAD Deutschland und die Asi Natur, wollten sich an der weiteren Fianzierung der SuperNatural AG beteiligen, berichtet er weiter. Es h?tten aber auch schon die ersten aus dem Kreis der Kleinaktion?re neue Aktien gezeichnet. Ob Dritte einsteigen w?rden, sei noch nicht klar, es gebe aber schon Anfragen.

"Wir werden unsere Bezugsrechte in vollem Umfang nutzen", best?tigt Spitz im Gespr?ch mit ECOreporter.de: "In der Summe wird das UAD Deutschland 100.000 Euro investieren, das bedeutet, dass wir ?ber die Bezugsrechte hinaus weitere Aktien zeichnen werden." Das UAD Welt, das ebenfalls Aktien der SuperNatural halte, werde sich jedoch nicht an der Kapitalerh?hung beteiligen, erkl?rt Spitz. "Dazu haben wir uns entschieden, weil die SuperNatural besser in das Profil des UAD Deutschland passt", sagt er. Der Anteil des Bonner Unternehmens im Portfolio des UAD Deutschland werde nach der Kapitalerh?hung bei 9,6 Prozent liegen.

"Aktuell geht es erst einmal darum, das Unternehmen wieder auf sichere Beine zu stellen", beschreibt Spitz die kurzfristigen Ziele der SuperNatural AG. "Wir haben einen langfristigen Zeithorizont bei unserem Investment. Und wir sind bereit, dem neuen Vorstand erst einmal einen Vertrauenvorschuss zu gew?hren."
Auch Soika h?lt sich mit Prognosen zur?ck: "Konkrete Pl?ne für eine Expansion haben wir noch nicht. Aktuell muss erst einmal bewiesen werden, dass das neue Konzept auch funktioniert. Es ist noch zu fr?h, um ?ber weitere Ma?nahmen zu sprechen."

Bild: Filiale der SuperNatural AG in D?sseldorf / Quelle: Unternehmen
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