31.07.02 Nachhaltige Aktien , Meldungen

31.07.2002: Basic AG sucht Kapital für vier neue Biosupermärkte pro Jahr

(VU) "Wir wollen Bio-Lebensmittel einer breiten
Bevölkerungsschicht zugänglich machen", sagt Hans Priemeier, Mitbegründer der Biosupermarkt-Kette
Basic AG mit Sitz in München. Das Unternehmen verspricht seinen Kunden ein Sortiment aus "zertifizierter
Ökoware, die die EU-Standards für Bio-Erzeugnisse
als Mindestmaß erfüllt".

Produkte von Tieren mit würdigem Leben

Seit 1997 ist der Lebensmitteleinzelhändler formal als
(nicht-börsennotierte) Aktiengesellschaft organisiert.
Basic versteht seine Märkte als einen "Beitrag zur
Verstärkung des ökologischen Landbaus, der artgerechten
Tierhaltung und der handwerklichen Verarbeitung
in Deutschland und Europa". Die Ansprüche lauten
unter anderem: Das Obst soll natürlich gereift
sein, ebenso Gemüse und Getreide. Die Hersteller
müssen auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzoder
Düngemittel und jede Art von Bioziden, seien es
Fungizide oder Pestizide, verzichten. "In der Tierhaltung
heißt das im wesentlichen, dass den Tieren ein
würdevolles Leben nach ihren Bedürfnissen ermöglicht
wird: ökologisches Futter, keine Tierkörpermehle,
Hormone, Antibiotika oder leistungssteigernde Futterzusätze,
viel Platz und eine stroheingestreute Liegebucht."

Gentechnisch veränderte Organismen sind für Basic
Tabu. Die AG verspricht zudem die "Rückverfolgbarkeit"
und "ständige Kontrolle der Produkte, ihrer Herstellung
und Verarbeitung". Die Qualität, so berichtet
Vorstand Priemeier, werde durch staatliche Kontrollen
und eigene Stichproben überprüft. 80 Prozent der
Ware in Basic-Märkten entspreche nicht nur den EUStandards
für Biolebensmittel, sondern auch den
strengeren Richtlinien der deutschen Bioanbauverbände.
Außerdem pflege man persönliche Lieferantenbeziehungen.
Es gebe direkte Kontakte zu den
Landwirten, die Öko-Lebensmittel für die Basic-Märkte
produzieren, und zu den Mittlerorganisationen. Zur
Frage, ob es Abnahmegarantien und Beratungen für
bäuerliche Betriebe gebe, mochte das Unternehmen
gegenüber ECOreporter.de nicht Stellung nehmen.

Emissionserlös für neue Biosupermärkte

Basic-Biosupermärkte haben mindestens 600 Quadratmeter
Verkaufsfläche und eine City- oder zentrale
Stadtteil-Lage. Es gibt zwei Märkte in München, je
einen in Stuttgart und Augsburg. Geplant sei in diesem
Jahr die Eröffnung neuer Märkte in Köln und
Nürnberg, so Vorstand Priemeier. "Wir planen, pro
Jahr im Schnitt vier neue Filialen in großen Städten
Deutschlands zu eröffnen", erläutert Hans Priemeier.

Das nötige Kapital für die Expansion will sich Basic
über die Ausgabe neuer Aktien beschaffen: 230.000
Stück mit einem Nennwert von einem Euro sollen bis
Ende September verkauft werden. Der Verkaufspreis
liege derzeit bei 9,80 Euro, so Priemeier. Der
Emissionserlös soll dem Unternehmen zufolge den Eigenkapitalanteil für die Errichtung neuer Filialen
decken, der mindestens fünfzig Prozent betragen
werde. Der übrige Kapitalbedarf für die weitere Entwicklung
werde durch Kredite gedeckt, heißt es weiter.
Die Frage, wieviel Kapital benötigt werde, um in
diesem und im Folgejahr wie geplant jeweils vier
Märkte zu eröffnen, wollte Vorstand Priemeier nicht
beantworten. Auch zu dem Anteil der Verwaltungskosten
an den Gesamtkosten und den Gewinnmargen
im Biolebensmittelgeschäft hält sich das Unternehmen
bedeckt.

13,2 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2001

Bei realistischer Einschätzung liegt der Marktanteil für
Bio-Produkte laut Basic AG derzeit bei zwei Prozent
des gesamten Lebensmittelumschlags in Deutschland.
Priemeier zufolge gibt es Schätzungen, die von
15 oder gar 20 Prozent Bio-Anteil in den nächsten
Jahren sprechen. "Vor dem Hintergrund des Zustands
der deutschen Landwirtschaft und den politischen
Durchsetzbarkeiten in unserem Land halten wir ein
Steigerungspotenzial von 5 bis 10 Prozent in einem
stark wachsenden Markt für realistisch", sagt er.

Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr 90.000
Euro Gewinn erzielt, der Umsatz betrug 13,2 Millionen
Mark. Das Gesellschaftskapital besteht derzeit aus
1,4 Millionen vinkulierten Stammaktien mit einem
Nennwert von einem Euro. Auf der Basis des Ausgabepreises
der Aktie von 9,80 Euro wiese das Unternehmen
nach einer vollständig platzierten Kapitalerhöhung
eine Marktkapitalisierung von knapp 16
Millionen Euro auf.

Vinkulierte Aktien wie die der Basic AG sind umständlich
zu übertragen, was einen Handel beeinträchtigen
könnte. "Wir mussten uns bei der Gründung
der Gesellschaft für eine Form der Aktie entscheiden.
Und damals haben wir unsere Wahl eben so getroffen",
meint Priemeier dazu.
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