03.11.03 Nachhaltige Aktien , Meldungen

3.11.2003: Wochenrückblick: Plambeck überrascht mit Offshorepartner - EBIT Plus 68 Prozent: Vossloh schreibt weiter Erfolgsgeschichte - Oxford Health verfünffacht Quartalsgewinn je Aktie

In der vergangenen Woche zeigten die Notierungen an den Weltbörsen wieder nach oben. Der DAX gewann sechs Prozent hinzu, derTecDAX acht Prozent. In Japan stieg der Nikkei-225 um zwei Prozent. Der US-amerikanische Dow Jones Industrial Average Index legte ebenfalls zwei Prozent zu, der Nasdaq Combined Composite kletterte vier Prozent.

Der spanische Maschinenbaukonzern Grupo Auxiliar Metalurgico SA (Gamesa) präsentierte erste Ergebnisse des dritten Geschäftsquartals. Die Umsätze sind den Angaben zufolge um 82 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro angewachsen. Der Nettogewinn erreichte 175 Millionen Euro - das Dreieinhalbfache des Wertes aus dem Vergleichsquartal des Vorjahres. Das Konzern-EBITDA erhöhte sich um 54 Prozent auf 263 Millionen Euro. Alle Geschäftseinheiten hätten sich erwartungsgemäß entwickelt, hieß es weiter. Genauere Angaben zu den einzelnen Sparten wurden noch nicht bekanntgegeben. Gamesa zählt zu den Weltmarktführern bei der Herstellung von Windturbinen. Dieser Geschäftszweig erbrachte im letzten Geschäftsjahr knapp die Hälfte der Konzernumsätze. In der Vorwoche hatte das spanische Unternehmen den Einstieg in den deutschen Markt angekündigt, der derzeit aufgrund politischer Diskussionen stark verunsichert ist. Der Vorstand bestätigte nun die Prognose, im Gesamtjahr den Nettogewinn um 48 Prozent auf 200 Millionen Euro zu steigern. Die Gamesa-Aktie verteuerte sich in Madrid um fünf Prozent auf 23,28 Euro.

Die Norderstedter Nordex AG rechnet nach Angaben eines Unternehmenssprechers im kommenden Jahr mit einem massiven Einbruch des Windkraftmarktes in den USA. Das berichtete die Nachrichtenagentur dpa/AFX. Der Hamburger Windturbinenhersteller habe deshalb seine Vertriebsaktivitäten in den USA vorläufig eingestellt. Das US-Geschäft habe nur zwei Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen, man wolle sich auf die Hauptabsatzmärkte in Europa und Asien konzentrieren, hieß es. Nordex notieren seit einigen Wochen zwischen 0,75 und 0,80 Euro.

Die Hamburger Konkurrentin REpower Systems AG, die ihr Auslandsgeschäft erst aufbaut, konnte die Vorwochenverluste wieder ausgleichen, die Aktie stieg um neun Prozent auf 17,80 Euro. Auch in Kopenhagen steigende Kurse für die Aktien von Windturbinenherstellern: NEG Micon A.S. plus vier Prozent auf 92 Dänische Kronen, Vestas Wind Systems A.S. plus elf Prozent auf 134,50 Kronen. Vor allem Vestas ist bisher stark auf dem US-amerikanischen Markt vertreten.

Der Windparkprojektierer Plambeck Neue Energien AG aus Cuxhaven will zusammen mit dem dänischen Energieversorger Energi E2 A.S. mehr als eine Milliarde Euro in den Offshore-Windpark Borkum Riffgrund investieren. Zu diesem Zweck soll ein Joint Venture gegründet werden, an dem beide Unternehmen zu gleichen Teilen beteiligt sind. Plambeck werde die Projektrechte einbringen, Energie E2 stelle die Finanzierung sicher. Die Baugenehmigung für den Windpark in der Nordsee wird laut Plambeck in den nächsten Monaten erwartet. Energi E2 teilte dazu mit, bevor die endgültige Entscheidung falle, seien noch einige technische und andere Fragen zu klären. Geplant sei eine Erzeugungskapazität von 700 Megawatt. CEO Torkil Bentzen bekundete Interesse an weiteren Windparkprojekten in deutschen Gewässern. Nach Angaben eines Analysten des Bankhauses Salomon Oppenheim könnte Plambeck im Jahr 2006 mit einer ersten Zahlung von 55 Millionen Euro rechnen, sofern dann alle notwendigen Bedingungen erfüllt sind. Plambeck teilte weiterhin mit, dass die Produktion seines Tochterunternehmens Plambeck Neue Energien Solar-Technik GmbH aus Baden-Württemberg nach Cuxhaven verlagert wird. Wesentlicher Grund sei die Verringerung von Standort- und Personalkosten. Ein großer Teil der Beschäftigten werde nicht mit nach Cuxhaven kommen, hieß es. Der Kurs der Plambeck-Aktie überstieg kurzzeitig die drei Euro-Marke, insgesamt legte er um 18 Prozent auf 2,86 Euro zu.

Der Umwelttechnologie-Konzern Umweltkontor Renewable Energy AG meldete Finanzierungszulagen für seine in den nächsten Monaten zur Realisierung anstehenden Windenergie-Projekte. Derzeit würden im Rheinland 45 Millionen Euro in neue Windparks investiert, hieß es. Die Umweltkontor-Aktie wird um die 1,25 Euro gehandelt.

Die Bonner SolarWorld AG will in dieser Woche ihre neue Solarmodulfabrik im sächsischen Freiberg einweihen. Vorstand Frank Asbeck erinnerte daran, dass die Produktionskapazität noch verdoppelt werden könnte. Voraussetzung seien laut Asbeck verlässliche politische Rahmenbedingungen. SolarWorld kletterten um zwei Prozent auf 9,82 Euro.

Die Vossloh AG, Schienenfahrzeugtechik-Spezialist aus Werdohl, legte den Quartalsbericht vor. Gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres wurden die Umsätze um 23 Prozent auf 605,9 Millionen Euro gesteigert, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte 48,5 Prozent auf 74,1 Millionen zu. Bereinigt um Einmaleffekte ergab sich eine EBIT-Steigerung um 68 Prozent auf 59,6 Millionen Euro. Die EBIT-Marge erreichte 12,2 Prozent, bereinigt 9,8 Prozent. Der Vorstand bekräftigte die Jahresprognose, bei einem Konzernumsatz von 890 Millionen Euro ein EBIT von 97 Millionen zu erreichen. Vossloh kletterten fünf Prozent auf 39,95 Euro. Eine Reihe von Analystenhäusern gab positive Kommentare zu den Ergebnissen ab. Kurzfristig sei das Potenzial für die Aktie beschränkt, die langfristigen Aussichten des Unternehmens seien jedoch gut, hieß es beispielsweise bei der Stadtsparkasse Köln.

Der Kölner Dienstleistungs- und Rohstoffkonzern Interseroh AG meldete für das abgelaufene Quartal leicht gesteigerte Umsätze und ein mit 4,0 Millionen Euro mehr als halbiertes Vorsteuerergebnis. Vor einem Jahr waren es 9,9 Millionen Euro gewesen. Das Unternehmen führt den Gewinneinbruch auf niedrige Altpapierpreise sowie auf Einmalaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen zurück. Die Aktie gab drei Prozent auf 10,85 Euro nach.

Um zehn Prozent auf 1,43 Euro kletterte der Kurs der CCR Logistics Systems AG. Der Münchener Betreiber von Rücknahmesystemen hatte über eine Marktuntersuchung berichtet, die dem CCR-System einen Marktanteil von 15 Prozent (bezogen auf die Anzahl der in Deutschland in Umlauf gebrachten Dosen) bei der Rücknahme von Einweg-Getränkedosen voraussagt.

Die Aktie des bayerischen Tondachziegel-Herstellers Creaton AG konnte ein Plus von fünf Prozent auf 13,55 Euro verbuchen, nachdem das Unternehmen über Pläne für ein neues Ziegelwerk in Ungarn berichtet hatte. Vorstand Alfons Hörmann sagte laut "Handelsblatt", er erwarte für das laufende Jahr ein Umsatzplus von "klar über zehn Prozent".

Analysten von Commerzbank Securities haben die Aktie der Wedeco AG auf "akkumulieren" von "halten" hochgestuft und das Kursziel auf 15,50 Euro von 10 Euro erhöht. Der Düsseldorfer Hersteller von chemikalienfreien Wasseraufbereitungssystemen sei in dieser Wachstumsbranche gut positioniert, hieß es. Wedeco stiegen um vier Prozent auf 13,80 Euro.

Ifco Systems NV gab vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsquartal bekannt. Der niederländische Anbieter von Logistiksystemen rechnet der Mitteilung zufolge mit einem Nettoergebnis in Höhe von rund 4,9 Millionen US-Dollar, dies entspreche einer Steigerung von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die genauen Zahlen sollen am 4. November veröffentlicht werden. Die IFCO-Aktie wurde an der Frankfurter Börse zum Schluss mit 3,15 Euro notiert, ohne dass bei diesem Kurs ein Umsatz zustande kam. Das entspricht einer Steigerung um 34 Prozent gegenüber der Vorwoche.

Der US-amerikanische Hypothekenfinanzierer Fannie Mae meldete einen Rechnungsfehler in der kürzlich veröffentlichten Bilanz des dritten Quartals. Die Bilanz müsse um 1,2 Milliarden Dollar korrigiert werden. Der Nettogewinn soll von der Fehlberechnung nicht betroffen sein, hieß es. Die Aktie verlor vier Prozent auf 71,69 Dollar.

Der Krankenversicherer Oxford Health Plans Inc. aus den USA legte das Quartalsergebnis vor. Der Nettogewinn lag nach Unternehmensangaben bei 111 Millionen Dollar oder 1,31 Dollar pro Aktie, verglichen mit 23,8 Millionen oder 0,26 Dollar pro Aktie im Vorjahresquartal. Die Ergebnisse seien von Einmaleffekten beeinflusst. Für das Gesamtjahr sagte das Unternehmen Nettogewinne von 340 bis 345 Millionen Dollar voraus, die im Jahr 2004 auf 360 bis 380 Millionen steigen sollen. Der Kurs reagierte mit einem Abschlag von neun Prozent auf 40,50 Dollar. Von den Analysten gab es unterschiedliche Empfehlungen nach den Zahlen. So stuften Wachovia Sec auf "market performer" hoch, während Smith Barney Citigroup sowie Advest Inc auf "hold" bzw. "neutral" herabstuften.

Weitere Quartalsergebnisse US-amerikanischer Unternehmen in Kürze:
Wild Oats Markets Inc., Lebensmittel-Handelskette: Nettoverlust 0,86 Millionen Dollar (Vorjahresquartal 2,2 Millionen Gewinn)
Gaiam Inc., Internet-Handel: Nettoverlust 0,2 Millionen Dollar (1,4 Millionen Gewinn); Stericycle Inc., Entsorgungsspezialist: Nettogewinn 17,2 Millionen Dollar (12,1 Millionen).
Ballard Power Systems Inc. aus Kanada meldeten leicht auf 28,2 Millionen US-Dollar gestiegene Umsätze bei einem auf 31,1 Millionen Dollar reduzierten Quartalsverlust. Der Kurs des Herstellers von Brennstoffzellen gab zwei Prozent auf 12,95 Dollar nach.

Andere Unternehmen aus dem Bereich Brennstoffzellen und Wasserstoff hatten deutliche Kurszuwächse aufzuweisen: In den USA FuelCell Energy Inc. plus zehn Prozent, Plug Power Inc. plus sieben und Millenium Cell Inc. plus sechs Prozent; in Kanada Hydrogenics Corp. plus neun Prozent.

Einige Umweltaktien wiesen Kursgewinne jenseits der zehn Prozent-Marke auf, darunter Capstone Turbine Corp. (USA, Mikroturbinen), Drägerwerk AG (Deutschland, Medizin- und Sicherheitstechnik), Ricoh Co. (Japan, Büromaschinen) und Transmeta Corp. (USA, Mikroprozessoren). Die Aktien des Berliner Solarmodul-Herstellers Solon AG verteuerten sich um 18 Prozent auf 2,80 Euro, jedoch unter geringen Börsenumsätzen. Anders herum lief es bei der österreichischen SW Umwelttechnik AG, hier wechselten im Wochenverlauf ganze 25 Aktien den Besitzer, was einen Kursverlust von 13 Prozent auf 20 Euro zur Folge hatte.

Ballard Power Systems Inc. (ISIN CA05858H1047 / WKN 890704)
Capstone Turbine Corp. (ISIN US14067D1028 / WKN 615344)
CCR Logistics Systems AG (ISIN DE0007627200 / WKN 762720)
Creaton AG (ISIN DE0005483036 / WKN 548303)
Drägerwerk AG (ISIN DE0005550636 / WKN 555063)
Fannie Mae (ISIN US3135861090 / WKN 856099)
FuelCell Energy Inc. (ISIN US35952H1068 / WKN 884382)
Gaiam Inc. (ISIN US36268Q1031 / WKN 929048)
Gamesa (Grupo Auxiliar Metalurgico SA, ISIN ES0143416016 / WKN 589858)
Hydrogenics Corp. (ISIN CA4488821006 / WKN 588386)
IFCO Systems N.V. (ISIN NL0000268456 / WKN 157670)
Interseroh AG (ISIN DE0006209901 / WKN 620990)
Millenium Cell Inc. (ISIN US60038B1052 / WKN 940511)
NEG Micon A.S. (ISIN DK0010253681 / WKN 897922)
Nordex AG (ISIN DE0005873574 / WKN 587357)
Oxford Health Plans Inc. (ISIN US6914711063 / WKN 882570)
Plambeck Neue Energien AG (ISIN DE0006910326 / WKN 691032)
Plug Power Inc. (ISIN US72919P1030 / WKN 928999)
REpower Systems AG (ISIN DE0006177033 / WKN 617703)
Ricoh Co. (ISIN JP3973400009 / WKN 854279)
SolarWorld AG (ISIN DE0005108401 / WKN 510840)
Solon AG (ISIN DE0007246308 / WKN 747119)
Stericycle Inc. (ISIN US8589121081 / WKN 902518)
SW Umwelttechnik AG (ISIN AT0000808209 / WKN 910497)
Transmeta Corp. (ISIN US89376R1095 / WKN 564775)
Umweltkontor Renewable Energy AG (ISIN DE0007608101 / WKN 760810)
Vestas Wind Systems A.S. (ISIN DK0010268606 / WKN 913769)
Vossloh AG (ISIN DE0007667107 / WKN 766710)
Wedeco AG (ISIN DE0005141808 / WKN 514180)
Wild Oats Markets Inc. (ISIN US96808B1070 / WKN 903461)



Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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