31.01.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

31.1.2005: Wochenr?ckblick: Wachstum bei der Windkraft: Spanien ?berholt Deutschland - REpower Systems AG: Probleme im Ausland, Gewinnwarnung - Ph?nix SonnenW?rme will Ertragswende schaffen

Die Notierungen der Aktienindizes haben sich in der vergangenen Woche kaum ver?ndert. Der DAX verlor 0,3 Prozent, der TecDAX 0,6 Prozent. Der japanische Nikkei-225 stieg um 0,7 Prozent, einen leichten Anstieg gab es bei den US-amerikanischen Indizes. Der Wechselkurs des US-Dollar zum Euro verschob sich um einen Hundertstelcent zugunsten des Dollar. Bei den Roh?l-Futures war die Bewegung deutlicher. Die Sorte Brent in London verbilligte sich um zwei Prozent, Light Sweet Crude in New York kostete drei Prozent weniger. Der Referenzpreis für CO2-Zertifikate an der Leipziger Energieb?rse stieg um drei Prozent auf 6,96 Euro je Tonne Kohlendioxid.

Die europ?ische Windenergie ist im Jahr 2004 um 20 Prozent gewachsen. Das geht aus Ver?ffentlichungen des Europ?ischen Windenergieverbands EWEA in Br?ssel hervor. Die gesamte installierte Windleistung erh?hte sich um 5703 Megawatt (MW) auf 34.205 MW. Das entspreche einem Umsatz für die Windturbinen-Hersteller von cirka 5,7 Milliarden Euro. Die neu installierten 5703 MW stellen ein Marktwachstum von vier Prozent gegen?ber dem Jahr 2003 dar. Als gr??te Bremsen für st?rkeres Wachstum h?tten sich Netzzugang und beh?rdliche H?rden herausgestellt, sagte EWEA-Vorstand Corin Millais. Gr??ter Wachstumsmarkt der Windenergie in Europa ist nun Spanien mit 2065 MW neu installierter Leistung. Deutschland fiel mit 2037 MW auf Platz zwei zur?ck, gefolgt von Gro?britannien (240 MW), Portugal (224 MW) und Italien (221 MW). Der EWEA setzt nach den Worten Millais" Hoffnungen auf die Politiker der G8-Staaten. Auf dem World Economic Forum in Davos habe Gro?britanniens Premierminister Tony Blair gefordert, diejenigen kohlenstoffarmen Technologien st?rker zu f?rdern, die bereits am weitesten entwickelt seien. Nach Einsch?tzung des EWEA k?nnten politische Initiativen der Windenergie in der ganzen Welt einen neuen Schub verleihen.

Das Deutsche Windenergie-Institut (DEWI) erwartet nach Angaben seines Gesch?ftsf?hrers Jens Peter Molly für 2005 einen Zubau von rund 1700 MW im deutschen Binnenmarkt. Es gebe viele Verz?gerungen aufgrund von ?nderungen bei der Genehmigungspraxis, sagte Peter Ahmels, Pr?sident des Bundesverbands WindEnergie. Nobert Giese vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau warnte davor, den internationalen Anschluss bei der Entwicklung des Offshore-Marktes zu verpassen. Die Offshore-Technologie werde kommen, wenn nicht aus Deutschland, dann nach Deutschland. Giese forderte bessere politische Flankierung der Wirtschaftsaktivit?ten, um auch für die Zukunft Wertsch?pfung in Deutschland sichern zu k?nnen.

Die DEWI-Statistiken zeigen den Auricher Hersteller Enercon GmbH als Marktf?hrer 2004 in Deutschland mit 41,8 Prozent Marktanteil (2003: 34 Prozent). Es folgen Vestas Wind Systems A/S aus D?nemark (einschlie?lich der 2004 ?bernommenen NEG Micon A/S) mit 30 (31) Prozent, REpower Systems AG mit 9,2 (11) Prozent, GE Wind Energy (USA) mit 7,7 (11) Prozent, Nordex AG mit 4,4 (5) Prozent, AN Windenergie GmbH mit 4,0 (5) Prozent, Fuhrl?nder AG mit 1,3 (1) Prozent und erstmalig die spanische Gamesa Corporaci?n Tecnol?gica mit 0,6 Prozent.

Die Hamburger REpower Systems AG gab eine Gewinnwarnung heraus. Die im Dezember auf f?nf bis zehn Millionen Euro gesenkte Erwartung für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde deutlich verfehlt werden. Das sei im Wesentlichen auf unvorhergesehene Kosten bei zwei ausl?ndischen Gro?projekten zur?ckzuf?hren. REpower teilte weitere Ergebnisse des abgelaufenen Gesch?ftsjahrs mit. Die Gesamtleistung liege in der H?he des Vorjahreswerts. 2003 hatte REpower 299 Millionen Euro Gesamtleistung erreicht. Im Jahr 2004 seien Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 274,5 MW errichtet worden, davon 187,5 MW in Deutschland und 87,5 Megawatt im Ausland. Die Auslandsquote erh?hte sich damit von drei auf cirka 32 Prozent. Im Vorjahr waren 283,8 MW errichtet worden, davon 7,5 MW im Ausland. Die REpower-Aktie gab nach dieser Meldung bis auf 12,30 Euro nach, erholte sich dann jedoch wieder auf zum Schluss 13,61 Euro. Der Wochenverlust bel?uft sich auf sechs Prozent.

Die Nordex AG gab die endg?ltigen Zahlen des am 30. September 2004 beendeten Gesch?ftsjahrs bekannt. Der Umsatz stieg im Vergleich um Vorjahr um 13 Prozent auf 222 Millionen Euro, der EBIT-Verlust vor Sonderaufwendungen verminderte sich auf minus 25,5 Millionen von minus 63,2 Millionen Euro. F?r das Rumpfgesch?ftsjahr bis zum 31. Dezember 2004 erwartet Nordex nach eigener Mitteilung ein Umsatzvolumen von rund 55 Millionen Euro und einen operativen Verlust von weniger als f?nf Millionen Euro. Im Jahr 2006 soll wieder ein positiver Jahres?berschuss in den B?chern stehen - ein Jahr sp?ter als bisher geplant. Das Unternehmen meldete au?erdem eine Ver?nderung im Aufsichtsrat: Vorsitzender Eberhard Freiherr von Perfall habe sein Mandat niedergelegt, er werde durch den Juristen und Bankkaufmann Jens-Peter Schmitt ersetzt, hie? es. Nordex gaben einen Cent auf 0,60 Euro ab.

Beim d?nischen Weltmarktf?hrer Vestas Wind Systems A/S gab es Verschiebungen in der Eigent?merstruktur. Laut einer Pflichtmitteilung an die Kopenhagener B?rse haben die Anteile der US-amerikanischen Investmentgesellschaft Franklin Resources Inc., zu denen auch die Templeton-Fonds geh?ren, die 20 Prozent-Marke unterschritten. Vestas legten drei Prozent auf 68,75 D?nische Kronen zu.

Die Bonner WindWelt AG hat ihren Anteil von 16,2 Prozent an der Fuhrl?nder AG verkauft. K?ufer des Aktienpaketes sei die Lavis Engineering GmbH. Der Preis bewege sich auf H?he des Buchwertes, teilte der Betreiber und Projektierer von Wind- und Sonnenstrom-Kraftwerken mit. WindWelt stiegen um drei Prozent auf 4,25 Euro.

Walter Felix Beyer, Vorstand des Stromerzeugers unit energy europe AG, sprach in einem ECOreporter.de-Interview ?ber die Situation des Wasserkraftwerks in S?ditalien, den Stand der Sanierung des Unternehmens und eventuell bevorstehende Kapitalma?nahmen. Die Aktie wurde am Freitagabend bei 0,155 Euro notiert.

Der Mannheimer Energiedienstleister MVV Energie AG legte das Jahresergebnis zum 30. September 2004 vor. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um 15 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro, das EBIT sank jedoch um ein F?nftel auf 97 Millionen. Das Jahresergebnis nach Fremdanteilen halbierte sich auf zw?lf Millionen oder 0,24 Euro je Aktie. Alle Zahlen sind um Sonderaufwendungen bereinigt, wozu vor allem Aufwendungen für Portfoliobereinigung, Impairment-Tests und "wettbewerbsst?rkende Ma?nahmen" sowie Ertr?ge aus Beteiligungsverk?ufen zu z?hlen sind. Unter Ber?cksichtigung der Restrukturierungskosten ergab sich ein Jahresfehlbetrag nach Fremdanteilen von minus 44 Millionen Euro. Im laufenden Jahr solle der Umsatz auf rund zwei Milliarden Euro und das operative EBIT auf 150 Millionen Euro steigen, so die Prognose des Vorstands. Die Hauptversammlung am 4. M?rz 2005 soll eine Erh?hung des Grundkapitals um rund 30 Prozent genehmigen. Dieses neue genehmigte Kapital sei für Investitionen und Akquisitionen vorgesehen, teilte der Vorstand mit. MVV verloren drei Prozent auf 15,68 Euro.

Die Berliner Ph?nix SonnenW?rme AG konnte im vergangenen Jahr ihren Exportanteil am Gesamtumsatz auf ?ber 15 Prozent steigern, nach rund vier Prozent im Jahr 2003. Das geht aus einem Schreiben an die Aktion?re der nicht b?rsennotierten Gesellschaft hervor. Der Verlust habe trotz leicht r?ckl?ufigem Gesamtumsatz deutlich gesenkt werden k?nnen, teilte der Solarthermie-Spezialist mit, ohne jedoch genaue Zahlen zu nennen. Nach den Worten von Vorstand Raoul von der Heydt liege die Herausforderung für das Jahr 2005 darin, sich von den Unw?gbarkeiten des deutschen Markts zu l?sen. Gute Chancen sehe man in Frankreich und Spanien. Das Jahr 2005 k?nnte das Jahr der Wende werden. Das Unternehmen sei aber noch immer in einer kritischen Lage, so von der Heydt.


Die chinesische Regierung hat 880 Millionen Yuan (cirka 100 Millionen US-Dollar) für ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm für Brennstoffzellen- und Hybrid-Technologie im Automobil bereitgestellt. Hauptziel sei der Aufbau von chinesischem Know-How, um zuk?nftig auf diesem Sektor gegen?ber industrialisierten L?ndern wettbewerbsf?hig zu sein. Das geht aus dem gemeinsamen Newsletter der L-B-Systemtechnik GmbH und des Deutschen Wasserstoff-Verbands hervor.

F?r den spanischen Stromversorger Iberdrola SA gab es eine Hochstufung durch Analysten von Morgan Stanley. Die Aktie werde nun mit "overweight" zum Kauf empfohlen. Hintergrund sei die bevorstehende Neuregulierung des spanischen Elektrizit?tsmarktes. Iberdrola sollte aufgrund einer h?heren Bewertung der erneuerbaren Energien zu den Gewinnern geh?ren, vermuten die Analysten. Das Kursziel liege bei 20 Euro. Iberdrola notierten am Freitag abend in Madrid bei 18,83 Euro, ein Prozent h?her als am Ende der Vorwoche.

Western GeoPower Corp., ein kanadisches Venture-Unternehmen aus dem Bereich Geothermie, gab bekannt, dass technische Berater eine Ausweitung des Bohrprogramms bef?rwortet h?tten. Au?erdem seien die finanziellen Planungen angepasst worden. Ferner teilte das Unternehmen mit Sitz in Vancouver mit, dass eine Kapitalerh?hung um bis zu 25 Millionen Kanadische Dollar bevorstehe. Das neue Kapital soll für zwei weitere Bohrl?cher verwendet werden sowie für die Fortf?hrung der Durchf?hrbarkeitsstudie für das South MeagerGeothermieprojekt. Western GeoPower verloren in Toronto elf Prozent auf 1,16 Kanadische Dollar.

Active Power Inc. aus den USA legte den vorl?ufigen Jahresabschluss vor. Die Ums?tze sind auf 15,8 Millionen Dollar gestiegen, 78 Prozent mehr als im Jahr 2003. Der Nettoverlust hat sich auf minus 27,8 Millionen ausgeweitet. F?r das Jahr 2005 erwartet Unternehmensvorstand Joe Pinkerton einen erneuten Umsatzanstieg um 50 bis 75 Prozent. Zu den Gewinnaussichten ?u?erte er sich nicht. Active Power stellt unterbrechungsfreie Stromversorgungsger?te auf Schwungmassebasis her. Die Aktie legte drei Prozent auf 4,07 Dollar zu.

Zu den Wochengewinnern geh?rt die Bremer Woll-K?mmerei AG, deren Kurs um 14 Prozent auf 2,00 Euro stieg, sowie der Bremer Windparkprojektierer Energiekontor AG mit einem Kursplus von 13 Prozent auf 1,27 Euro. CCR Logistics Systems AG aus M?nchen bewegten sich dagegen Richtung S?den, die Aktien gaben zehn Prozent auf 2,72 Euro ab.

Active Power Inc. (ISIN US00504W1009 / WKN 502716)
Bremer Woll-K?mmerei AG (ISIN DE000A0BVXQ0 / WKN A0BVXQ)
CCR Logistics Systems AG (ISIN DE0007627200 / WKN 762720)
Energiekontor AG (ISIN DE0005313506 / WKN 531350)
Gamesa Corporaci?n Tecnol?gica (ISIN ES0143416016 / WKN 589858)
Iberdrola SA (ISIN ES0144580018 / WKN 851357)
Masterflex AG (ISIN DE0005492938 / WKN 549293)
MVV Energie AG (ISIN DE0007255903 / WKN 725590)
Nordex AG (ISIN DE0005873574 / WKN 587357)
REpower Systems AG (ISIN DE0006177033 / WKN 617703)
unit energy europe AG (ISIN DE0007760100 / WKN 776010)
Vestas Wind Systems A.S. (ISIN DK0010268606 / WKN 913769)
Western GeoPower Corp. (ISIN CA95827Q1037 / WKN 254049)
WindWelt AG (ISIN DE0006352537 / WKN 635253)

Bild: Nordex Windrad vom Typ N80 in Havoygavlen, Norwegen; Windturbine vom Typ MM82 der REpower Systems AG in Portugal; Biomassekraftwerk K?nigs Wusterhausen der MVV Energie AG; Mobile Brennstoffzelle der Masterflex AG / Quelle: Unternehmen

Dieser Umweltaktien-Wochenr?ckblick erscheint mit freundlicher Unterst?tzung der UmweltBank.
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