03.01.03

3.1.2003: Chrysler-Chef: Emissionssenkung bei Fahrzeugen mit Kundenansprüchen unvereinbar

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat im vergangenen Jahr eine Verschärfung der Vorschriften für Fahrzeug-Emissionen beschlossen. Danach muss bei den Neuwagen der Anteil emissionsfreier Autos stetig steigen. Die amerikanische Sparte des Automobilkonzerns DaimlerChrysler hat Mühe, sich darauf einzustellen. Dies ist zumindest den Äußerungen von Dieter Zetsche, Chef der Chrysler-Sparte, zu entnehmen, die er laut Associated Press im Vorfeld einer Autoausstellung in Los Angeles vor Journalisten gemacht hat. Dabei ist das Inkrafttreten der neuen Verordnung auf Drängen der Automobilindustrie im vergangenen Jahr bereits auf 2005 verschoben worden.

Laut Zetsche will Chrysler seinen Marktanteil in Kalifornien von acht auf 9,5 Prozent erhöhen, sieht dies jedoch durch die neuen Umweltrichtlinien erschwert. Zwar werde das Unternehmen noch in diesem Jahr seinen ersten Hybrid Pickup Truck auf den Markt bringen. Diese aufgrund eines Elektromotors umweltfreundlichere Technologie biete aber auf lange Sicht weder technologisch noch kommerziell eine Perspektive, so Zetsche. Er ging nicht darauf ein, dass Toyota und Honda schon Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb anbieten und beispielsweise Toyota in zwei Jahren mehr als 120 000 davon verkauft hat.

Zetsche bezeichnete "sauberen" Dieselantrieb als kurzfristig beste Alternative, solange die Brennstoffzellen-Technologie noch nicht ausgereift sei. Dieser ermögliche es schließlich, den Kunden die Fahrzeuge anzubieten, nach denen sie verlangen. Es sei ein Irrtum anzunehmen, die Automobilindustrie könne mit den derzeitig verfügbaren Technologien die Ansprüche der Kunden in Sachen Styling und Ausstattung befriedigen und zugleich die Emissionen senken.

Dan Becker, Direktor des Sierra Club-Programms für Energie und Klimaschutz, kommentierte diese Äußerungen laut Associated Press wie folgt: "Wenn Zetsche die Zukunft in einer Technologie aus dem 19. Jahrhundert sieht anstatt in der Hybrid-Technologie des 21. Jahrhunderts, so ist der Niedergang seines Unternehmens absehbar."
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