31.03.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

31.3.2004: Langustensterben durch Bayer-Pestizid - Pharmakonzern zahlt 45 Millionen Dollar

Die Bayer-Tochter Bayer CropScience wird 45 Millionen Dollar an Langusten-Fischer im US-Bundesstaat Louisiana zahlen. Das meldet die Initiative "Coordination gegen BAYER-Gefahren". Die Population von Langusten war den Angaben zufolge nach der Verwendung des Pestizids "Icon" im Reis-Anbau dramatisch eingebrochen. Das habe zu hohen Einnahmeausfällen bei den betroffenen Fischern geführt. Der zuständige Richter in Opelousas/Louisiana müsse den Vergleich noch anerkennen, hieß es weiter, habe aber bereits eine vorläufige Zustimmung erteilt.

Bayer ist laut der Meldung seit der Übernahme von Aventis CropScience weltweit zweitgrößter Pestizidhersteller. Von Bayer hergestellte Wirkstoffe wie Fenamiphos, Parathion, Fenthion und Monocrotophos führten Jahr für Jahr zu Tausenden Vergiftungsfällen in aller Welt.

Das Pestizid "Icon" habe Aventis CropScience 1999 auf den Markt gebracht, berichtet die Initiative weiter. Vom folgenden Jahr an sei der Bestand von Langusten um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. In der 2001 eingereichten Klageschrift hätten die Fischer kritisiert, dass Aventis "das Pestizid Icon in fahrlässiger Weise getestet und auf den Markt gebracht habe". Insgesamt wurden rund 1.500 Fischer geschädigt. Der in "Icon" enthaltene Wirkstoff Fipronil wird den Angaben zufolge auch für das Bienensterben in Europa und Nordamerika verantwortlich gemacht. Frankreich habe im Februar daher alle Anwendungen von Fipronil verboten.

Ein weiterer Fall von Vergiftungen durch Produkte der Bayer AG sei in der vergangenen Woche bekannt geworden, so die Meldung. Pestizide von Bayer hätten im indischen Baumwoll-Anbau eine große Zahl tödlicher Vergiftungen verursacht. Der Konzern habe 1995 angekündigt, alle Wirkstoffe der Gefahrenklasse I vom Markt zu nehmen, dieses Versprechen jedoch bis heute nicht umgesetzt.

Bayer kämpft in den USA zur Zeit an zahlreichen Fronten, so soll es im Bundesstaat Pennsylvania nun eine Sammelklage gegen Bayer im Zusammenhang mit dem Cholesterinsenker Lipobay geben. Als Folge könnte der Pharmakonzern verpflichtet werden, für die fortgesetzte medizinische Überwachung von Patienten zu bezahlen.

Wie die Nachrichtenagentur vwd meldet, hat sich Bayer CropScience entschlossen, seine Pläne zur Einführung der gentechnisch veränderten Futtermais-Sorte Chardon LL in Großbritannien zu verwerfen. Als Begründung habe das Unternehmen die noch immer unklaren Bedingungen für eine Zulassung der Maissorte in dem Land angegeben.

Bayer AG: ISIN DE0005752000 / WKN 575200

Bildnachweis: Fabrikanlagen der Bayer AG
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