31.03.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

31.3.2004: " Wir wollen den Einsatz regenerativer Biomasse deutlich steigern" - ECOreporter.de-Interview mit Thomas Harbeke, Interseroh Holzhandel GmbH

Die Kölner Interseroh AG sammelt und verwertet neben Metallen, Papier und Kunststoffen auch Holz. Seit 1998 ist das Recyclingunternehmen börsennotiert und gehört dem Index für mittelgroße Unternehmen MDax an. Lesen Sie heute im zweiten Teil unseres Berichtes über Interseroh (Teil eins erschien am 23. März) ein Interview mit Thomas Harbeke, Geschäftsführer der Interseroh Holzhandel GmbH über die Perspektiven des Unternehmens im Bereich Biomasse.

ECOreporter.de: Herr Harbeke, die Interseroh AG will sich verstärkt im Bereich der Nutzung regenerativer Biomasse engagieren. Wie sieht dieses Engagement konkret aus?
Thomas Harbeke: Die Holzsparte der Interseroh AG - seit 1. Januar 2004 Interseroh Holzhandel GmbH - hat in Kooperation mit dem Bundesforstamt Reußenberg ein Projekt zur Verwertung von Biomasse aus Wald und Landschaft durchgeführt. Im Rahmen des Modellversuches wurden dreizehn verschiedene Arten von Biomasse für den Einsatz als Brennstoff geprüft. Dazu zählten beispielsweise Ganzbäume mit unterschiedlichen Aufbereitungs- und Trocknungszeiten, Splitterholz oder Reisig aus Flächenräumungen.

ECOreporter.de: Was genau wurde mit dem Projekt erforscht?
Thomas Harbeke: Wir haben unter anderem den Einfluss der Holzfeuchte auf den Brennwert und die Problematik von Verunreinigungen wie Erde, Sand und Metallsplitter untersucht. Wir wollten herausfinden, wie viele Aufbereitungsschritte nötig sind, um die unterschiedlichen Materialien wirtschaftlich sinnvoll zu verwerten.
Insgesamt wurden im Rahmen des Projektes ca. 2000 t Material thermisch oder bei starker Vererdung als Strukturmaterial in der Kompostierung verwertet.

ECOreporter.de: Welches Ziel verfolgen Sie mit den gewonnen Erkenntnissen?
Thomas Harbeke: Wir wollen den Einsatz regenerativer Biomasse, dazu zählen beispielsweise Schwachholz und Durchforstungsabfälle unter 7 cm Durchmesser, in den Kraftwerken deutlich steigern. Im Moment geht das großtechnisch nur als Beimischung zur vorwiegend durch Altholz getragenen Feuerung.
Mit unseren Projekten erforschen wir einerseits die physikalischen Einsatzparameter von Brennstoffen aus nachwachsender Biomasse (Anmerkung der Redaktion: gemeint sind z.B. der Heizwert oder der Grad der Verunreinigung). Auf der anderen Seite wollen wir herausfinden, wo die Schwelle der Wirtschaftlichkeit liegt, der Betriebswirt spricht hier von Grenzkosten.

ECOreporter.de: Inwiefern ist gerade dieses Geschäftsfeld attraktiv für die Interseroh AG?
Thomas Harbeke: Mit gut 140 lizenzierten Holzannahmeplätzen oder Hackanlagen in ganz Deutschland sind wir für den Biomassemarkt hervorragend positioniert. Zu unseren Kunden bei der thermischen Verwertung zählen neben der MVV Energie AG zum Beispiel der Papierhersteller Stora Enso oder die Pfalzwerke AG.

ECOreporter.de: Herr Harbeke, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Interseroh AG WKN 620990 / ISIN DE0006209901

Bildnachweis: Thomas Harbeke; Altholzverwertung bei der Interseroh AG
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