31.07.02 Fonds / ETF

31.7.2002: Mellon European Index Tracker - ein Fonds mit dem Segen des Vatikans

(VU) Der Mellon European Index Tracker ist am 11. Januar diesen Jahres gestartet. Seine Manager verwalten derzeit ein Vermögen von 10,4 Millionen Euro, berichtet Michael Geier, Vertriebsleiter von der deutschen Filiale von Mellon Global Investments in Frankfurt. Der Fonds werde von der Mellon Equity mit Sitz in Pittsburgh (USA) gemanagt. Seit dem Start hat er (Stand 1. Juli) ein Minus von 16,9 Prozent zu verzeichnen. Damit steht er etwas schlechter da als der E. Capital Ethical Index Euro, an dem er sich orientiert. Dieser auf Europa zugeschnittene ethische Index hatte im gleichen Zeitraum (vom 11. Januar bis 1. Juli) ein Minus von 15,92 Prozent zu verzeichnen.

Auswahl nach einem Ethik-Index für Europa

Der Index Tracker ist der erste nachhaltige Fonds von
Mellon Global Investments (MGI). Man habe den
Fonds entwickelt, um angesichts eines schnell wachsenden
Weltmarkts der wachsenden Nachfrage nach
ethischen Anlagelösungen nachzukommen, sagt
Michael Geier. "Wir glauben, den richtigen Zeitpunkt
für die Auflage eines ethischen Fonds gewählt zu haben, denn das Thema corporate governance beispielsweise
ist zunehmend wichtiger geworden."

Die Auswahl der Titel richtet sich nach dem E. Capital
Ethical Index Euro. Diese erste auch vom Vatikan akzeptierte
Benchmark gestalte E. Capital Partners
S.p.A, ein unabhängiger Finanzberater mit Sitz in
Mailand und Rom, kein Vermögensverwalter, betont
Michael Geier. 18 Analysten arbeiteten in diesem
Research-Unternehmen an der Legitimierung ethischer
und finanzieller Lösungen. Die konkrete Auswahlmethode
habe der Osservatorio Finetica entwickelt,
ein Gemeinschaftsunternehmen der Pontificia
Università Lateranense, der Universität des Vatikan,
und der Mailänder Università Bocconi, eine auf Wirtschaft
und Finanzwissenschaften spezialisierten
Hochschule. Das Osservatorio, so betont der Vertriebsleiter
von Mellon Global Investment Deutschland,
sponsere den Fonds aber nicht.

Ausschluss für Verhütungsmittel-Hersteller

Das Osservatorio Finetica lege die Regeln für die
Fondsauswahl fest, E. Capital Partners bewerteten
den Markt, ein Fonds-Komitee wirke steuernd, heißt
es im Prospekt zu den Mellon Ethik Fonds. Der Index
umfasst 150 europäische Aktien. Der Index konzentriere
sich auf Unternehmen mit hoher Kapitalisierung.
Es gibt eine Reihe von Ausschlusskriterien: Unternehmen,
die in den Segmenten Tabak, Militär, Alkohol,
Glücksspiel, Pornographie, Atomkraft, Wetten, Abtreibung, Empfängnisverhütung, aktiv sind, werden ausgeschlossen.

Die Unternehmen werden auch positiv nach sozialen,
ökologischen und "allgemeinen" Kriterien beurteilt, die
z.B. die Strategie, die gesellschaftliche Verantwortung
oder die nachhaltige Produktionsweise des Unternehmens
erfassen sollen. Die Bestandteile des Portfolios
werden quartalsweise überprüft. Spezielle Regeln gelten
der Fondsgesellschaft zufolge für Neuausgaben,
Aussetzungen, Kapitalerhöhungen, Ausgliederungen
oder Entfusionierungen. Im für den Index zuständigen
Komitee sitzen hohe Vertreter der katholischen Orden
der Silesianer, Kapuziner und Jesuiten. Das Gremium
überprüfe den Fonds und gewährleiste seine ethische
Qualität, heißt es im Fonds-Prospekt.

Der Fonds investiert beispielsweise nicht in Pharma-
Unternehmen, die Verhütungsmittel herstellen. Derzeit
heißen die zehn größten Positionen im Fonds
British Petrolium (BP), Vodafone, Royal Bank of Scotland,
Nokia, UBS, ENI, Lloyds TSB Group, L"Oreal,
Ing Groep, CVA und BNP Paribas. Die Mindestanlagesumme
beträgt 5000 Euro, Sparpläne existieren
nicht und es gibt auch keine minimale Investment-
Dauer. Der Ausgabe-Aufschlag beträgt fünf Prozent,
die Verwaltungsgebühr jährlich ein Prozent, eine
Erfolgsgebühr gibt es nicht.

Der Fonds werde über die allgemein üblichen Kanäle
vertrieben, berichtet Michael Geier. "Wir verkaufen
nicht direkt an die Aktienhändler."
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