31.07.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

31.7.2004: Große Konzerne in Risikobranchen übersehen bei einem Drittel ihrer Akquisen die Umweltgefahren

Zwei Drittel der großen internationalen Konzerne aus risikoreichen Branchen wie Chemie, Automobile und Stahl haben sich in den vergangenen Jahren von Übernahmeplänen verabschiedet, weil sie die damit verbunden Umwelprobleme für unkalkulierbar oder zu groß hielten. Immerhin 83 Prozent dieser Unternhemen hätten vor der Übernahme die Umweltfaktoren geprüft, heißt es in einer Studie der Unternehmensberatung KPMG, die die 500 größten Aktiengesellschaften Europas befragt hat. In weniger risikoreichen Branchen (der mittleren Stufe zwei, die Studie teilt die Konzerne hinsichtlich der Umweltrisiken in drei Gefahren-Klassen) hätten dagegen nur 42 Prozent eine solche Prüfung vorgenommen. Etwa ein Drittel der mit dem höchsten Risiko behafteten Konzerne hätten zentrale (Umwelt-)Probleme bei den akquirierten Unternehmen übersehen, zitiert das Handelsblatt in seiner Ausgabe vom Freitag die Studie.

Als schlagendes Beispiel dafür, wie teuer solche Unachtsamkeit werden kann, gilt ABB: Den Elektrokonzern kostete das Asbestproblem der 1990 erworbenen US-Tochter Combustion Engeneering - in den Kühltürmen ihrer Kraftwerke war asbesthaltiges Material verwandt worden - insgesamt 2,5 Milliarden Dollar. Mahr als 100.000 Klagen von Geschädigten brachten den schwedisch-schweizerischen Konzern nach der Akquisition an den Rande des Ruins.
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