03.02.04

3.2.2004: New Yorker Anwalt will Shell für die Fehleinschätzung seiner Öl- und Gasreserven belangen - Analysten: Keine Chance

Der New Yorker Anwalt Robert Schulman hat einen Rechtsstreit gegen den Erdölkonzern Shell eröffnet. Der Konzern soll Aktionären eine Milliarde Dollar zahlen, um Schäden zu kompensieren, die im Zusammenhang mit der Neubewertung der Shell-Rohölreserven Anfang Januar entstanden sind. Für 20 Prozent der Öl- und Gasreserven gebe keine begründete Sicherheit, dass sie sich erschließen ließen, hieß es damals. Schulman meint, Shells wahrer Marktwert sei heftig überbewertet und fehlinterpretiert worden. Er gab allerdings zu, dass unmöglich zu ermitteln sei, ob Shell die Anleger vorsätzlich irregeführt habe. Dennoch könne man auf Fahrlässigkeit prüfen, die in der bewussten Ignoranz gegenüber Fakten bestehe, aufgrund derer man hätte wissen müssen, dass Statements falsch waren, sagte Schulmann der britischen BBC. In diesem Fall wurden die Reserven seit Jahren als gesichert angesehen - wir behaupten aber, dass dabei keine der Anforderungen, wie sie die US-Börsenaufsicht SEC und die Erdölindustrie verlangen, erfüllt gewesen sein.

Analysten zufolge sind die Erfolgsaussichten einer Klage gegen Shell gering. Es wäre äußerst hart, wenn man ein Verschulden auf Seiten Konzerns feststellen würde, äußerte sich ein Mitarbeiter von Investec.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x