03.03.04

3.3.2004: Meldung: Sulzer AG: Kerndivisionen steigern operative Ertragskraft

Nettogewinn des Konzerns bei CHF 41 Mio. - Unveränderte Dividende von CHF 6.- beantragt

In einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld erzielte Sulzer in 2003 einen Umsatz von CHF 1826 Mio. Bereinigt liegt der Umsatz 3% unter dem Vorjahr (nominal -6%). Der Nettogewinn beläuft sich auf CHF 41 Mio., das Betriebsergebnis vor Goodwillamortisationen (EBITA) auf CHF 89 Mio. Beide sind damit erwartungsgemäss wegen der Sonderbelastung von CHF 23 Mio. bei Sulzer Pumps im Berichtsjahr und aufgrund aussergewöhnlich hoher Veräusserungserlöse im Vorjahr tiefer als in 2002 ausgefallen. Hingegen steigerten die Kerndivisionen unter Ausklammerung der Sonderbelastung ihre Ertragskraft und erreichten ein 10% höheres Betriebsergebnis von CHF 107 Mio.
Erste Anzeichen wirtschaftlicher Erholung
Der Bestellungseingang lag in 2003 bei CHF 1908 Mio., was bereinigt einer Zunahme von 4% entspricht (nominal 0%). Der Umsatz sank mit CHF 1826 Mio. (2002: CHF 1946 Mio.) aufgrund schwieriger Marktbedingungen nominal um 6%, bereinigt lediglich um 3%. Der 14% höhere Auftragsbestand von CHF 675 Mio. Ende 2003 (Vorjahr CHF 592 Mio.) verspricht eine gute Umsatzentwicklung in 2004.
Reingewinn und Betriebsergebnis wegen Sonderfaktoren unter Vorjahresniveau
Die Ergebnisse im Jahr 2002 wurden durch aussergewöhnlich hohe Beiträge aus Immobilienverkäufen und der Devestition von Sulzer Burckhardt stark positiv beeinflusst, während das Jahr 2003 durch einmalige Restrukturierungskosten belastet wird. Entsprechend liegt das Betriebsergebnis (EBIT) des Konzerns mit CHF 62 Mio. tiefer als im Vorjahr (2002: CHF 136 Mio.) und der Nettogewinn fiel auf CHF 41 Mio. (Vorjahr CHF 83 Mio.).
Betriebsergebnis der Kerndivisionen vor Sonderbelastung um 10% gesteigert
Das Betriebsergebnis (EBITA) der Kerndivisionen liegt bei CHF 84 Mio. (2002: CHF 97 Mio.). Bereinigt man diesen Wert um die einmaligen Restrukturierungskosten in Höhe von CHF 23 Mio. bei Sulzer Pumps, liegt das Betriebsergebnis bei CHF 107 Mio., was einer Steigerung von 10% entspricht. Hervorzuheben sind Sulzer Pumps und Sulzer Chemtech, die ihr operatives Ergebnis substanziell verbesserten.
Die Ergebnisse der Kerndivisionen im Einzelnen
Sulzer Metco, Anbieter von Oberflächenbeschichtungstechnologien und -dienstleistungen, war im Berichtsjahr mit äusserst schwierigen Marktbedingungen konfrontiert, dies vor allem im Luftfahrt- und gleichzeitig im Energiesegment. Insgesamt blieb der Bestellungseingang mit
CHF 423 Mio. (2002: CHF 430 Mio.) dank einer Geschäftsbelebung im 4. Quartal stabil; der Umsatz hingegen fiel auf CHF 424 Mio. (2002: CHF 465 Mio.) und liegt damit bereinigt 10% unter dem Vorjahr. Die Umsatzrendite (EBITA/Umsatz) sank von 5,4% auf 4%, was auf fehlende Auslastung und anhaltenden Preisdruck zurückzuführen ist. Entsprechende Kapazitätsanpassungen sind erfolgt. Sulzer Metco rechnet mit einer leichten Erholung in den Hauptmärkten und geht davon aus, den Erwartungen an Wachstum und Profitabilität wieder besser gerecht zu werden.
Sulzer Turbomachinery Services erreichte volumenmässig trotz grosser Herausforderungen im nordamerikanischen Markt das Vorjahresniveau. Die Betreiber von Kraftwerken verschoben vielfach Wartungsarbeiten und die verstärkte Aktivität der Anlagenhersteller in diesem Segment intensivierte den Wettbewerb erheblich. Dennoch wurden Bestellungen für CHF 197 Mio. eingeschrieben (2002: CHF 193 Mio.) und ein Umsatz von CHF 200 Mio. (2002: CHF 194 Mio.) erzielt. Bereinigt entspricht dies beim Bestellungseingang -1%, beim Umsatz 0%. Die Umsatzrendite (EBITA/Umsatz) liegt bei 9,5% (2002: 11,3%), was angesichts der Marktsituation in 2003 als gut bezeichnet werden darf. Für 2004 rechnet Sulzer Turbomachinery Services mit einer leicht positiven Entwicklung.
Bei Sulzer Pumps, der grössten Sulzer-Division, sind ein höherer Bestellungseingang und ein tieferer Umsatz als im Vorjahr zu verzeichnen. Der Bestellungseingang stieg nominal um 1%, bereinigt um 7% auf CHF 951 Mio. (2002: CHF 942 Mio.). Der Umsatz nahm vor allem währungsbedingt auf CHF 870 Mio. (Vorjahr CHF 934 Mio.) ab. In Lokalwährungen beträgt die Abnahme 2%. Die Umsatzrendite (EBITA/Umsatz) wurde durch das in 2003 lancierte, umfassende Restrukturierungsprogramm einmalig beeinflusst und lag bei 2,9% (2002: 4,1%); bereinigt um diesen Sondereinfluss liegt sie bei guten 5,5% und damit deutlich über dem Vorjahr. Ein Teil dieses Anstieges kann bereits auf erste Erfolge aus dem Restrukturierungsprogramm zurückgeführt werden. Sulzer Pumps zielt darauf ab, die Umsatzrendite kontinuierlich zu steigern, um 2006 mindestens 8% zu erreichen.
Sulzer Chemtech, ein weltweit bedeutender Anbieter von Komponenten und Dienstleistungen für Trennkolonnen und Statisches Mischen, verzeichnete im Berichtsjahr eine positive Dynamik und steigerte praktisch alle betrieblichen Kennzahlen deutlich. Der Bestellungseingang liegt mit CHF 312 Mio. 4%, bereinigt 8% über dem Vorjahr (CHF 299 Mio.). Der Umsatz stieg auf CHF 307 Mio. (2002: CHF 290 Mio.), bereinigt ergab sich ein Wachstum von 9%. Die Umsatzrendite (EBITA/Umsatz) stieg deutlich auf erfreuliche 7,5% (2002: 4,1%). Sulzer Chemtech blickt zuversichtlich auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr und erwartet eine weitere Steigerung der Ergebnisse.
Sulzer Hexis hat wichtige technische Fortschritte beim Vorseriengerät "HXS 1000 Premiere" erzielt. Die Standzeiten der Brennstoffzellenstapel und die Zuverlässigkeit der Gesamtsysteme wurden verbessert. Die Ergebnisse fliessen in die Entwicklung des seriennahen Produktes ein, das in Bezug auf Kosten, Grösse und Gewicht optimiert wird. Ohne die Entwicklungstätigkeit zu beeinträchtigen, konnten die Aufbaukosten, die dem Betriebsergebnis belastet werden, in 2003 auf CHF 16 Mio. (Vorjahr CHF 15 Mio.) beschränkt werden. Zielsetzung in 2004 ist es, mit mehreren Pilotsystemen die Funktionsfähigkeit unter realitätsnahen Bedingungen zu belegen, um dann die weiteren Schritte der Kommerzialisierung planen zu können.
Der Rückgang von Bestellungseingang und Umsatz bei Übrige ist im Wesentlichen auf die Einstelung der Tätigkeit von Sulzer International zurückzuführen. Die Werte in 2003 beziehen sich vor allem auf Sulzer Innotec. Der Bereich Immobilien hat wiederum ein beachtliches Betriebsergebnis erzielt, erwartungsgemäss wurden aber weniger Objekte als im Vorjahr veräussert. Der Betriebsgewinn von Übrige (EBITA) liegt bei CHF 25 Mio. (2002: CHF 61 Mio.).
Aussichten
Sulzer geht für die kommenden Monate von einer positiven Auftragsentwicklung aus. Die asiatischen Märkte dürften lebhaft bleiben, während sich der nordamerikanische Markt und der europäische langsam erholen sollten. Speziell wichtig für den weiteren Verlauf des Geschäftsganges wird die Entwicklung in Nordamerika sein. Der hohe Auftragsbestand von CHF 675 Mio. am Ende des Berichtsjahres (2002: CHF 592 Mio.) ist ein zuversichtlich stimmender Indikator für die zukünftige Umsatzentwicklung. Der Konzern hat in 2003 bedeutende operative Verbesserungen eingeleitet und teilweise bereits umgesetzt. Die Kerndivisionen streben eine deutliche Steigerung des Ergebnisses an; dies wird den Nettogewinn des Konzerns positiv beeinflussen.
Dividende
Der Verwaltungsrat wird an der Generalversammlung vom 29. April 2004 eine Dividende von CHF 6.- beantragen.
Eine ausführlichere Erläuterung des Jahresergebnisses von Sulzer können Sie dem Auszug aus dem "Bericht des Verwaltungsratspräsidenten und des CEO" ab Seite 5 entnehmen.
Konzernkennzahlen (in Mio. CHF)
2003 2002 in % in %, bereinigt1)
Bestellungseingang 1908 1917 0 4
Umsatz 1826 1946 -6 -3
Betriebsergebnis vor Goodwillamortisation (EBITA) 89 149 -40
Goodwillamortisation 27 30 -10
Erfolg aus Veräusserung nicht weitergeführter Aktivitäten - 17 -
Betriebsergebnis (EBIT) 62 136 -54
Nettogewinn 41 83 -51
Gewinn pro Aktie (in CHF) 12 24 -
Anzahl Mitarbeitende (31.12.) 8999 9113 -1
1) Bereinigt um Akquisitions-, Devestitions- und Währungseinflüsse
Kennzahlen nach Divisionen (in Mio. CHF)
Bestellungseingang 2003 2002 in % in %, bereinigt1)
Kerndivisionen 1883 1864 1 5
Sulzer Metco 423 430 -2 0
Sulzer Turbomachinery Services 197 193 2 -1
Sulzer Pumps 951 942 1 7
Sulzer Chemtech 312 299 4 8
Venture-Division (Sulzer Hexis) 0 2 - -
Übrige 25 51 -51 -
Total 1908 1917 0 4
1) Bereinigt um Akquisitions-, Devestitions- und Währungseinflüsse
Umsatzerlös 2003 2002 in % in %, bereinigt1)
Kerndivisionen 1801 1883 -4 -2
Sulzer Metco 424 465 -9 -10
Sulzer Turbomachinery Services 200 194 3 0
Sulzer Pumps 870 934 -7 -2
Sulzer Chemtech 307 290 6 9
Venture-Division (Sulzer Hexis) 2 2 - -
Übrige 23 61 -62 -
Total Weitergeführte Bereiche 1826 1946 -6 -3
1) Bereinigt um Akquisitions-, Devestitions- und Währungseinflüsse
Betriebsergebnis vor Goodwillamortisation (EBITA) 2003 2002 in %
Kerndivisionen 84 97 -13
Sulzer Metco 17 25 -32
Sulzer Turbomachinery Services 19 22 -14
Sulzer Pumps 251) 38 -34
Sulzer Chemtech 23 12 92
Venture-Division (Sulzer Hexis) -16 -15 -
Übrige 25 61 -59
Weitergeführte Bereiche 93 143 -35
Nicht weitergeführte Bereiche -4 6 -
Total 89 149 -40
1) Nach Belastung des betrieblichen Sondereinflusses von CHF -23 Mio.
Im Sinne der Gleichbehandlung werden wir vor der Bilanz-Medienkonferenz (9.30 Uhr im CasinoTheater Winterthur) keine telefonischen Anfragen bearbeiten.
In unserer virtuellen Medienmappe zum Geschäftsbericht 2003 (www.sulzer.com/2003) finden Sie:
· Geschäftsbericht 2003 (pdf-Datei)
· Medienmitteilung (pdf-Datei)
· Präsentation der Bilanzmedienkonferenz (pdf-Datei und Online-Präsentation):
ab 12.00 Uhr
· Unternehmensprofil (pdf-Datei)
Auszug aus dem Bericht des Verwaltungsratspräsidenten und des CEO
Das Jahr 2003 brachte für Sulzer grosse Herausforderungen - die erste Jahreshälfte war durch eine allgemeine Rezession und insbesondere die schwachen Luftfahrt- und Energieerzeugungsmärkte in den USA geprägt; erst danach zeigten sich erste Anzeichen einer globalen wirtschaftlichen Erholung. Die Nachfrage nach Investitionsgütern blieb in Nordamerika tief, dafür war der Wirtschaftsaufschwung in China beeindruckend.
Unsere Kerndivisionen steigerten trotz der anspruchsvollen Marktsituation ihren Betriebserfolg vor Sondereinflüssen sowie den währungsbereinigten Bestellungseingang. Auch wenn der Reingewinn des Unternehmens aufgrund von Sonderfaktoren deutlich unter dem Vorjahresresultat blieb, sind wir zuversichtlich - Strategie und Geschäftsportfolio sind klar ausgerichtet, die Markt- und Technologiestellung unserer Divisionen sind führend, die finanzielle Basis ist stark. Zahlreiche eingeleitete Massnahmen werden im laufenden Jahr ihre Wirkung zeigen und die Marktsituation sollte sich weiter verbessern. Wir erwarten deshalb eine deutliche Leistungssteigerung im Jahr 2004.
Strategie
Nachdem die Zeitspanne von 1999 bis 2001 durch eine grundlegende unternehmerische Neuorientierung des Sulzer-Konzerns gekennzeichnet war, wird seit 2002 eine kontinuierliche strategische Entwicklung verfolgt. Die Geschäftsfelder des Konzerns bieten attraktive Möglichkeiten zur Wertsteigerung. Die Massnahmen, um dieses Potenzial auch im Gewinn sichtbar zu machen, konzentrieren sich auf zwei inhaltliche Schwerpunkte: operative Verbesserungen und profitables Wachstum.
Die Divisionen arbeiten laufend an operativen Verbesserungen und der Steigerung des Betriebserfolges. Das Restrukturierungsprogramm bei Sulzer Pumps ist dafür ein gutes Beispiel: Obwohl die operative Leistung dieser Division im Jahr 2003 bereits deutlich besser war als im Vorjahr, haben wir uns entschieden, weiter gehende Massnahmen in Angriff zu nehmen. Das Potenzial von Sulzer Pumps geht deutlich über die historisch erwirtschaftete Umsatzrendite von 4 bis 5% hinaus. Wir wollen diese Wertsteigerungsperspektiven in realen Gewinn umsetzen.
Als weiteren wichtigen Hebel zur Wertsteigerung betrachten wir die konsequente Förderung von profitablem Wachstum. Unter Berücksichtigung der Konjunkturlage und der Währungseinflüsse hat sich das organische Wachstum der Kerndivisionen über die letzten drei Jahre erfreulich entwickelt. Dies bestätigt die hohe Qualität der Produkte, Dienstleistungen und Kundenbeziehungen unserer Divisionen.
Diese gute Substanz wollen wir mit Akquisitionen weiter ergänzen. Dies ist die erklärte Absicht des Konzerns. Wir haben im vergangenen Jahr rund 90 Akquisitionsmöglichkeiten geprüft, jedoch nur zwei getätigt. Dieser vermeintliche Widerspruch erklärt sich dadurch, dass wir eine ambitionierte, aber disziplinierte Strategie anwenden: Eine Akquisition muss strategisch, operativ und finanziell hohen Anforderungen genügen, damit wir sie durchführen. Wir fühlen uns verpflichtet, im Interesse unserer Aktionäre der Verlockung eines raschen, aber wertverwässernden Wachstums standzuhalten. Stattdessen verfolgen wir konsequent die nachhaltige Wertsteigerung des Unternehmens. Sie dürfen davon ausgehen, dass die Unternehmensleitung auch weiterhin alles daran setzt, den Konzern aktiv auszubauen - bei sorgfältiger Verwendung der uns anvertrauten Mittel.
Resultate
Der direkte Vergleich der Unternehmenskennzahlen mit den Vorjahreswerten fällt auf den ersten Blick enttäuschend aus: Umsatz, Betriebserfolg und Nettogewinn sind tiefer als im Vorjahr. Bei einer differenzierten Betrachtung präsentiert sich das Gesamtbild aber besser.
Der Bestellungseingang - ein Indikator für den zukünftigen Umsatz - lag bei CHF 1908 Mio. und damit praktisch auf Vorjahresniveau. Bereinigt man diese Zahl um den Einfluss von Wechselkursen, Devestitionen und Akquisitionen, ergibt sich aber ein Wachstum von 4%, in den Kerndivisionen von 5%. Der Konzernumsatz lag mit CHF 1826 Mio. nominal rund 6% unter dem Vorjahreswert. Darin spiegeln sich der niedrige Auftragsbestand am Anfang des Jahres wie auch ein negativer Währungseffekt wider. Adjustiert liegt der Rückgang bei 3%, in den Kerndivisionen bei 2%. Deren Bruttomarge liegt bei 28,2% und damit leicht höher als im Vorjahr (27,9%). Der hohe Auftragsbestand von CHF 667 Mio. am Ende des Berichtsjahres (Vorjahr CHF 581 Mio.) stimmt uns zuversichtlich für eine positive Umsatzentwicklung im Jahr 2004.
Der Betriebserfolg vor Goodwillamortisation (EBITA) liegt bei CHF 89 Mio. und damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Zu diesem starken Rückgang haben verschiedene Faktoren beigetragen. Der Vorjahreswert beinhaltete signifikante Beiträge aus Immobilienverkäufen. Zudem wurde das Ergebnis 2003 durch einmalige Sonderkosten von CHF 23 Mio. für die Restrukturierung bei Sulzer Pumps belastet. Vergleicht man die operative Leistung der Kerndivisionen ohne diese Sonderkosten, ist das Betriebsergebnis von CHF 97 Mio. um 10% auf CHF 107 Mio. angestiegen. Dementsprechend stieg die Umsatzrendite von 5,1% auf 5,9% an. Diese Zunahme ist auf die deutlichen Verbesserungen bei Sulzer Pumps und Sulzer Chemtech zurückzuführen, welche die enttäuschende Entwicklung bei Sulzer Metco mehr als kompensieren konnten. Das Defizit von Sulzer Hexis kam mit CHF 16 Mio. nur unwesentlich höher als im Vorjahr (CHF 15 Mio.) zu liegen. Das Betriebsergebnis des Bereichs «Übrige» bildete sich erwartungsgemäss von CHF 61 Mio. auf CHF 25 Mio. zurück, vor allem weil im Vorjahr aussergewöhnlich hohe Liegenschaftenverkäufe realisiert wurden. Der Betriebsverlust bei den nicht weitergeführten Geschäften (Discontinuing Operations) beinhaltet Nachlaufkosten von CHF 4 Mio., während im Vorjahr ein Gewinn von CHF 17 Mio. aus dem Verkauf von Sulzer Burckhardt resultierte. Nach Abzug ordentlicher Goodwillamortisationen in Höhe von CHF 27 Mio. beläuft sich das Betriebsergebnis (EBIT) auf CHF 62 Mio.
Aufgrund der erwähnten Sonderfaktoren ging der Reingewinn auf CHF 41 Mio. zurück (Vorjahr CHF 83 Mio.). Dies entspricht einem Gewinn pro Aktie von CHF 12 gegenüber CHF 24 im Jahr 2002.
Im Berichtsjahr wurden aus der Geschäftstätigkeit hohe CHF 126 Mio. an Mitteln erwirtschaftet und für die Investitionstätigkeit (netto nach Liegenschaftenveräusserungen) CHF 67 Mio. ausgegeben. Hier sind Akquisitionen für CHF 32 Mio. enthalten. Der Bestand an flüssigen Mitteln und Wertschriften ist innert Jahresfrist von CHF 407 Mio. auf CHF 385 Mio. gesunken. Dank ebenfalls rückläufiger Finanzschulden von CHF 247 Mio. (Vorjahr CHF 335 Mio.) ergibt sich eine beachtliche Nettoliquidität von CHF 138 Mio. Zusammen mit der unverändert soliden Eigenkapitalausstattung (53% der Bilanzsumme) ist sie nicht nur Ausdruck der finanziellen Stärke, sondern auch Voraussetzung für das Erreichen der Wachstumsziele.
Der vergleichsweise tiefe Reingewinn ist wenig repräsentativ für den Geschäftsverlauf des Jahres 2003; der Verwaltungsrat hat deshalb unter Berücksichtigung der gesunden Eigenmittelausstattung in der Bilanz, der hohen Nettoliquidität und des deutlich positiven Cashflows entschieden, der Generalversammlung wiederum eine Dividende von CHF 6.00 pro Aktie vorzuschlagen.
Divisionen
Sulzer Metco bietet Anlagen, Systeme, Verbrauchsmaterialien und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Oberflächentechnologie an. Trotz ihrer führenden Stellung hatte Sulzer Metco wie bereits im Vorjahr mit äusserst schwierigen Marktbedingungen zu kämpfen, da die zwei Hauptsegmente Luftfahrt und Industriegasturbinen gleichzeitig einbrachen. Umsatz und Betriebsgewinn fielen in der Folge unter das Vorjahresniveau. Die Umsatzrendite blieb mit 4% zwar positiv, ist aber insgesamt enttäuschend. Die Kapazitäten wurden an verschiedenen Standorten angepasst. Der Bestellungseingang erholt sich seit dem vierten Quartal allmählich. Wir sind zuversichtlich, dass Sulzer Metco den Wachstums- und Profitabilitätserwartungen im Jahr 2004 besser gerecht werden wird.
Sulzer Turbomachinery Services erbringt Wartungs- und Reparaturdienstleistungen für Gasturbinen, Dampfturbinen und Kompressoren und hatte in Nordamerika ebenfalls ein schlechtes Marktumfeld zu bewältigen. Aufgrund des Rückganges bei den Neumaschinenbestellungen konzentrierten sich die Anlagenhersteller vermehrt auf das Servicegeschäft, die Konkurrenzintensität nahm in der Folge deutlich zu. Bei den Kraftwerksbetreibern war eine starke Zurückhaltung bei Wartungsausgaben zu verzeichnen. Dank rasch eingeleiteter Massnahmen konnte der Rückgang teilweise kompensiert werden. Das europäische und das asiatische Geschäft entwickelten sich erfreulich, so dass auch in diesem anspruchsvollen Jahr ein stattliches Wachstum erzielt wurde. Während der Umsatz praktisch auf Vorjahresniveau stagnierte, gab der Betriebserfolg leicht nach. Die Umsatzrendite von beinahe 10% darf in diesem Marktumfeld aber durchaus als erfreulich bezeichnet werden. Wir gehen davon aus, dass im laufenden Jahr eine Steigerung der wichtigsten Kennwerte möglich sein wird.
Sulzer Pumps hat unter der neuen Geschäftsleitung die notwendige Kurskorrektur eingeleitet. Das Jahr 2003 brachte einen schwachen Markt in Nordamerika, ein akzeptable Nachfrage in Europa und eine boomende Region Asien. Während der währungsbereinigte Umsatz leicht um 2% auf CHF 870 Mio. sank, nahm der Bestellungseingang mit 7% deutlich zu. Im Berichtsjahr eingeleitete operative Massnahmen zeigten bereits Wirkung, so dass das Betriebsergebnis vor Goodwillamortisation und der Sonderbelastung infolge Restrukturierung auf CHF 48 Mio. (Vorjahr CHF 38 Mio.) stieg. Sulzer Pumps steigerte damit die Umsatzrendite auf 5,5% (Vorjahr 4,1%) und erwirtschaftete einen hohen betrieblichen Cashflow. Das im Dezember 2003 angekündigte weit reichende Verbesserungsprogramm belastet die Rechnung 2003 mit CHF 23 Mio., ist aber notwendig, um eine Rendite von 8% im Jahr 2006 zu erreichen. Wir sind zuversichtlich, dass Sulzer Pumps als grösste Division mit einer soliden Gewinn- und Cashflowerwirtschaftung ihrer Rolle als tragendes Element im Konzern gerecht werden wird.
Sulzer Chemtech ist der zweitgrösste Anbieter von Trennkolonnen und ein führender Lieferant statischer Mischtechnik. Diese Division entwickelte sich im vergangenen Jahr sehr erfreulich. Nach dem erst kürzlich erfolgten Turnaround ist neben dem bedeutenden Wachstum im Bestellungseingang (bereinigt 8%) vor allem die Steigerung der Umsatzrendite auf über 7% erfreulich. Sowohl die technologische Position in den Kerngeschäften Trennen und Mischen als auch die globale Marktstellung sind hervorragend. Bei einer Belebung der konjunkturellen Lage in Europa und Nordamerika erwarten wir eine weitere Verbesserung des Resultates.
Sulzer Hexis, unsere Venture-Division, hat wichtige technische Fortschritte erzielt und bleibt im Geschäft mit Brennstoffzellen für den Heimbereich führend. Die Standzeit des Brennstoffzellenstapels konnte dank verschiedener Änderungen an Design, Materialien, Herstellung und Systemeinbindung erheblich verlängert werden. Die Zuverlässigkeit der Vorseriensysteme wurde deutlich erhöht. Die Weiterentwicklung der nächsten Generation profitiert von den Erkenntnissen der laufenden Felderprobung der «HXS 1000 Premiere»-Geräte. Das neue Modell wird kleiner, leichter und bei höheren Stückzahlen kostengünstiger sein. Erste Pilotanlagen werden bereits im Jahr 2004 im Labor installiert und unter realitätsnahen Randbedingungen getestet. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Investitionen in dieses langjährige Projekt für den Konzern und damit für unsere Aktionäre auszahlen werden.
Übrige
Die Verkaufsorganisation Sulzer International wurde im vergangenen Jahr durch Devestition, Stilllegung oder Integration in die Kerndivisionen aufgelöst. Nachdem sich Sulzer Innotec im Jahr 2002 erfolgreich auf den neuen Kurs eines marktorientierten Technologiedienstleisters eingestellt hatte, führte im Berichtsjahr ein starker Nachfragerückgang zu einem Verlust. So musste in der schlecht ausgelasteten Auftragsforschung Personal abgebaut werden. Wir gehen davon aus, dass im laufenden Jahr wieder ein ausgeglichenes Resultat erreicht wird.
Nachdem das Vorjahr durch Verkäufe grosser Blockareale geprägt war, erzielte der Bereich Immobilien im Berichtsjahr 2003 erwartungsgemäss einen tieferen, aber immer noch beachtlichen Verkaufserlös von rund CHF 80 Mio. Mit einem Mittelzufluss von über CHF 50 Mio. hat der Immobilienbereich erneut einen wesentlichen Beitrag zur Konzernfinanzierung geleistet.
Aussichten
Im Berichtsjahr wurden entscheidende operative Verbesserungen umgesetzt oder sind, wie im Falle von Sulzer Pumps, klar definiert, eingeleitet und mit Rückstellungen kostenseitig bereits berücksichtigt. In den Kerndivisionen streben wir eine klare Resultatsteigerung an, die sich auch im Reingewinn bemerkbar machen wird.
Zudem wächst die Zuversicht über eine Erholung der konjunkturellen Lage, dem wichtigsten Faktor für die kurzfristige Entwicklung des Sulzer-Konzerns. Alle unsere Divisionen werden direkt von einer verbesserten Dynamik in Europa und vor allem in Nordamerika profitieren.

Winterthur, 03.03.2004
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