03.04.02

3.4.2002: Wavegen - der Vor-Wellenreiter kommt aus Schottland

Das Unternehmen Wavegen aus Inverness im schottischen Hochland entwickelt und produziert Systeme zur Nutzung von Wellenkraft. Die Generatoren sollen die Wellen und Strömungen zu Strom umwandeln. Wavegen plant die Installation der Wasserturbinen und -kraftwerke in Hafenmauern, Anlagen zum Küstenschutz, in Wellenbrechern und in geplanten Offshore-Wellenkraftwerken.

Limpet ist der Vorwellenreiter

Im November 2000 lieferte das erste Wellenkraftwerk der Welt Strom in ein öffentliches Netz. Das Projekt "Limpet" auf der schottischen Insel Islay wurde in Zusammenarbeit von Wavegen und der Queen`s Universität in Belfast entwickelt. Unterstützt wurde es durch Mittel der EU. Mit einer angegebenen Leistung von rund 500 Kilowatt versorgt Limpet nach Angaben von Wavegen etwa 400 Haushalte mit Strom. Das Wellenkraftwerk arbeitet mit einer "schwingenden Wasser-Säule" (OWC). Das auftreffende Wasser sammelt sich in einer Kammer und fließt auch wieder ab. Durch die entstehende Kompressioen und Dekompression der Luft wird eine Turbine angetrieben, die Strom produziert.

Erste Planungen zum Börsengang

Wavegen wurde im Jahr 1992 gegründet und beschäftigt heute 14 Mitarbeiter. Nach Angaben von Finanzdirektor David Gibb gibt es erste Überlegungen zu einem IPO (Initial Public Offering). Einen Zeitrahmen für dieses erstmalige öffentliche Angebot von Aktien am Privatmarkt könne er jedoch nicht nennen. Die Aktionäre hätten sich unter der Federführung von Merrill Lynch New Energy Technology PLC (14 Prozent) zusammengefunden, um eine Finanzierung des Vorhabens zu beraten. Dazu gehörten Agip UK Ltd (19 Prozent), 3i Group PLC (9 Prozent) und die Unotec Holding AG (30 Prozent). Die restlichen Anteile verteilen sich auf den Managing Director von Wavegen, Allan Thomson (23 Prozent) und fünf Prozent auf Kleinaktionäre.

Investitionsbereitschaft gibt Planungssicherheit

Laut Aussagen von Wavegen werden in Großbritannien in den nächsten Jahren rund 30 Millionen in die Wellenenergie investiert. In Zusammenarbeit mit britischen Energiekonzernen soll Wavegen in den nächsten Jahren eine Reihe von Offshore-Wellenkraftwerken installieren. Geplant sind diese zur Stromversorgung der westlich von Großbritannien gelegenen Inseln. Nach Unternehmensangaben hat Wavegen auf der schottischen Insel Orkney schon mit vorbereitenden Studien begonnen.
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