03.05.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

3.5.2007: Durchbruch im Asiengeschäft? - ECOreporter.de befragte Unternehmenssprecherin zur Auslandsstrategie der Reinecke + Pohl Sun Energy AG

An das südkoreanische Unternehmen LG Chem soll die Reinecke + Pohl Sun Energy AG Module für gebäudeintegrierte Photovoltaik liefern und entsprechend bei der Projektierung technisch beraten. Wie das Hamburger Solarunternehmen wurde dazu ein Exklusiv-Rahmenvertrag über 9,5 Millionen US-Dollar für die nächsten vier Jahre abgeschlossen. Thorsten Preugschas, operativer Vorstand der Reinecke + Pohl Sun Energy AG, und SeungWoo Lee, Mananging Director von LG Chem Housing Material, hätten die Vereinbarung gestern in Seoul unterzeichnet. Wie Unternehmenssprecherin Heike Oelze gegenüber ECOreporter.de erklärte, ist LG Chem mit einem Jahresumsatz von über vier Milliarden Euro und 10.000 Mitarbeiter weltweit das größte Chemie-Unternehmen Süd-Koreas. Auf dem Gebiet der Gebäudeausstattung sei die zur LG Gruppe gehörende Gesellschaft Marktführer in dem fernöstlichen Land. Der Kontakt zu ihm sei über das Repräsentanzbüro von Reinecke + Pohl im chinesischen Shanghai zustande gekommen. Es hatte im vergangenen Jahr einen Planungsauftrag über ein 3-Megawatt-Projekt in Südkorea vermittelt, das laut Oelze als Einstieg in eine langfristige Zusammenarbeit bei weiteren Großprojekten in Südost-Asien betrachtet wurde.

Der Reinecke + Pohl Sun Energy-Konzern ist laut eigener Darstellung einer der führenden herstellerunabhängigen Systemintegratoren im Photovoltaik-Bereich. Seine operativen Töchter planen und erstellen unter dem Namen Colexon schlüsselfertige Photovoltaik-Anlagen für institutionelle und private Investoren im In- und Ausland. Wie Unternehmenssprecherin Oelze mitteilte, verpflichtet sich LG Chem in der aktuellen Vereinbarung, Module für Gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen (BIPV) ausschließlich über Reinecke + Pohl Sun Energy AG zu beziehen. Im Gegenzug werde Reinecke + Pohl Sun Energy AG in Südkorea ausschließlich LG Chem mit BIPV-Modulen beliefern. Mit dem Vertrag habe man sich den Eintritt in einen weiteren wichtigen strategischen Markt gesichert und baue zugleich die Kompetenz im Bereich BIPV weiter aus. BIPV werde nach Schätzung von Experten in Süd-Korea eine zunehmend bedeutende Rolle spielen, da gesetzlich vorgeschrieben sei, dass fünf Prozent der Gesamtkosten für öffentliche Gebäude mit mehr als 3000 m² Fläche für erneuerbare Energien ausgegeben werden müssen.

Oelze bezeichnete China und Süd-Korea als die für die Reinecke+ Pohl Sun Energy AG interessantesten Märkte in Asien. In China hapere es noch bei der Umsetzung des beschlossenen Ausbaus der Nutzung erneuerbarer Energien. Gegenwärtig strecke ihr Unternehmen die Fühler auch noch nach dem thailändischen Markt aus. Wie sie gegenüber ECOreporter.de betonte, legt Reinecke + Pohl den Focus des Auslandsgeschäfts aber weiter auf Südeuropa, vor allem auf den boomenden spanischen Markt, aber auch auf Italien und Griechenland. Wie sie auf Nachfrage einräumte, bremsen in Italien und vor allem Griechenland noch immer bürokratische Hemmnisse die Entwicklung des Solarmarktes. In einem Artikel über die diesjährige Solarmesse PV Med in Athen hatte der Europressedienst erst kürzlich berichtet, dass sich die noch in der Entwicklungsphase verharrende griechische PV-Branche in einem Netz aus Genehmigungsverfahren, Anträgen und Sondervereinbarungen zu verstricken droht. Entscheidungen über die Zulassung von Solaranlagen würden nach Angaben der griechischen Firma "Photovoltaik" heute noch teilweise auf der Basis eines Gesetzes von 1985 entschieden und daher von den zuständigen Kommunalregierungen häufig abgelehnt. Dabei zeige die Größe des griechischen Solarmarktes, in dem allein im vergangenen Jahr 1,3 MWp installiert wurden, welches wirtschaftliche Potential dort vorhanden sei. Insgesamt schätze der nationale Solar-Verband die wirtschaftliche Kraft des Marktes auf etwa vier Milliarden Euro.

Die Börsianer senkten heute den Daumen für die Aktie der Reinecke+ Pohl Sun Energy AG. Bis 13 Uhr brach der Kurs im XETRA über 11 Prozent ein auf 10,21 Euro. Damit hat das Papier seinen Wert in den letzten zwölf Monaten etwa halbiert. Vom Tief bei 3,68 Euro im Dezember hat sich die Aktie allerdings wieder deutlich erholt.

Reinecke+ Pohl Sun Energy AG: ISIN DE0005250708 / WKN 525070

Bildhinweise:
Sitz der Reinecke+ Pohl in Hamburg. / Quelle: Unternehmen;
Solarprojekt in Barcelona. / Quelle: SunTechnics Técnicas Solares
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