03.06.03 Nachhaltige Aktien , Meldungen

3.6.2003: Streit über Natur-Aktien-Index: Geberit oder Steelcase?

Neue Runde im Streit um den Natur-Aktien-Index NAI: nachdem die Hamburger Securvita erklärt hatte, der Mitbegründer des NAI sei nicht autorisiert, für den Index zu sprechen, nimmt Max Deml, Chefredakteur des Wiener Börsenbriefes Öko-Invest, in einer eigenen Pressemitteilung die Rechte am NAI für sich und seinen Öko-Invest-Verlag in Anspruch.

Der Streit zwischen den ehemaligen Partnern um den grünen Index wird laut Deml aktuell über die Agentur Bloomberg ausgetragen, die den NAI regelmäßig berechnet. Securvita habe erfolglos versucht, bei Bloomberg zu erreichen, dass an Stelle von Geberit eine andere Aktie (Steelcase) aufgenommen werde.

Steelcase komme als Ersatzkandidat für Jenbacher im NAI nicht in Betracht, so Deml. Dies hätte zu einer Verletzung der technischen Indexkriterien geführt, da mit der US-Aktie Herman Miller ein Möbelunternehmen im Index enthalten sei. Der Journalist bestätigte seinerseits erneut die Aufnahme des Schweizer Sanitärtechnikkonzern Geberit AG in den Index.

Durch die Intervention von Securvita sei allerdings die Abrufbarkeit der Indexentwicklung nun bis auf weiteres stark eingeschränkt. Die Bloomberg-Rechtsabteilung habe die Indexseiten samt Vergleichs-Charts mit anderen Indizes bis zur eindeutigen rechtlichen Klärung des Sachverhalts vorübergehend gesperrt. Der NAI-Stand wird auf www.oeko-invest.de veröffentlicht.

Der Wiener Verlag und der unabhängige Index-Ausschuss sind laut der Meldung bestrebt, kurzfristig eine gemeinsame Lösung zu finden, damit die Notierung bei Blomberg wieder aufgenommen werden kann. Man wolle ferner eine dauerhafte rechtliche Basis schaffen, hieß es, die auch die technischen Entscheidungskriterien im Auswahlprozess für die Indextitel verankere.
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